Tierrettung wegen eines Wildtieres nicht alarmieren?

vom 31.03.2018, 17:22 Uhr

Ich habe schon öfter gehört und auch gesehen, dass die Tierrettung auch zu Notfällen mit Wildtieren gerufen werden. Das können dann verletzte Vögel, Kaninchen oder auch Enten und anderes Geflügel sein. Ich finde es gut, dass die Menschen so etwas wahrnehmen und die Tierrettung dann informieren.

Eine Freundin meint jedoch, dass es doch der Lauf der Natur wäre, dass es auch eben verletzte Wildtiere gäbe, die dann eben krank werden und auch daran sterben. Sie findet es übertrieben, wenn da die Tierrettung zum Einsatz kommt.

Meint ihr auch, dass es übertrieben oder unnötig ist, die Tierrettung wegen eines Wildtieres zu alarmieren? Würdet ihr deswegen dort nicht anrufen? Gehört es für die Tierrettung nicht dazu, auch Wildtieren zu helfen, wenn die Möglichkeit besteht?

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» Nelchen » Beiträge: 32251 » Talkpoints: -0,17 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Das ist bestimmt auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Hier bei uns kenne ich es so, dass für die meisten Wildtiere der Kreisjägermeister zuständig ist. Aber der rettet natürlich keinen Waschbären oder eine Ratte. Solche Tiere kann man dann ins nächste Artenschutzzentrum bringen, was aber gut 30km Fahrt sind. Für Haustiere ist hier hingegen das Tierheim zuständig, wenn sich kein Besitzer ausmachen lässt. Generell meine ich, dass man grundsätzlich aber auch die Feuerwehr alarmieren kann.

» Sternenbande » Beiträge: 1787 » Talkpoints: 68,62 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Wildtiere von vielen Leuten in ihrer Wertigkeit nicht hoch genug angesehen werden, um ihnen Hilfe zukommen zu lassen, wenn sie verletzt sind. Ich finde das absolut schade.

Für mich hat kein Tier es verdient zu leiden und wenn ich irgendwo ein hilfebedürftiges Tier finde, dann helfe ich. Egal, ob es sich um eine wilde Maus oder einen Rassehund handelt. Und dann rufe ich dafür auch die Tierrettung, sofern eine solche vorhanden ist und ich fie Situation nicht alleine bewältigen kann.

Ein recht bekannter Tierretter vom "Tiernotruf" fährt hier regelmäßig herum und sammelt verletzte Wildtiere auf oder fängt sie ein. Enten, Gänse, Eichhörnchen und sogar Tauben. Und ich finde es absolut super, dass der Mann sich für eine verletzte Taube genau so ins Zeug legt wie beim einfangen eines entlaufenen Haustieres.

Ich selber habe vor einiger Zeit eine Taube mit gebrochenem Flügel gefunden. Ich habe sie mit einem Karton eingefangen, wusste dann aber nicht weiter, da ich nicht mobil war und kein Tierarzt in der Nähe ansässig war. Deswegen habe ich die Tierrettung gerufen, die sie dann abgeholt, zum Tierarzt und anschließend in die Wildvogelstation gebracht haben. Sie einfach ihrem Schicksal zu überlassen, war für mich undenkbar.

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» CCB86 » Beiträge: 1988 » Talkpoints: 49,03 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich wüsste spontan gar nicht, ob es bei mir auf dem Land überhaupt so etwas wie eine "Tierrettung" gibt. Soweit ich weiß, kann man auch die Feuerwehr anrufen, aber ich würde nicht voraussetzen, dass es selbst hier in der Pampa, wo der Rettungswagen für Menschen schon 20 Minuten brauchen kann, eine eigene Institution für Tauben mit gebrochenem Flügel gibt.

Natürlich möchte ich auch kein Tier leiden sehen, aber letzten Endes finde ich auch hier, dass der gesunde Menschenverstand eine Rolle spielen sollte. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine angeschlagene Maus oder ein sonstiges Kleintier wieder wird, wenn man es zum Tierarzt schafft, ist objektiv gesehen gering.

Auch wenn es vielen nicht gefällt - manche Tierarten dienen tatsächlich vor allem als Snacks für andere, und oft ist es bestimmt gnädiger, wenn die Maus mit einem Haps vom Fuchs gefressen wird, als in heller Panik umgeben vom schlimmsten Feind überhaupt auf einem Metalltisch ihr Leben zu beenden. Man muss sich immer die Frage stellen: Tue ich dem Vieh einen Gefallen oder möchte ich mich nur als besserer Mensch fühlen? Ich kann so einer Ente oder was auch immer ja schlecht erklären, dass ich nur helfen will, und am Ende stirbt das Tier dann am Stress.

» Gerbera » Beiträge: 8294 » Talkpoints: 1,49 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Bei Wildunfällen ist auf jeden Fall der zuständige Förster zu verständigen. Der bescheinigt einem auch den Unfall. Ansonsten habe ich bisher kaum halbtote Wildtiere gesehen, da diese Menschen fürchten und sich verstecken. Daher sehe ich auch hier kaum Handlungsbedarf.

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» Juri1877 » Beiträge: 6572 » Talkpoints: 8,86 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


@Gerbera: Die Tierrettung ist in den meisten Fällen der Feuerwehr unterstellt. Deswegen ist der Anruf dort auch richtig. Allerdings sind sie eher für Haustiere zuständig. Ob das nun ausgebüchste Exoten sind, Katzen, die nicht mehr vom Baum allein runter kommen oder Hunde, welche im Auto sitzen bei Hitze.

Wildtiere verstecken sich, wenn sie krank oder verletzt sind. Da muss ich Juri recht geben und dem normalen Spaziergänger werden sie nicht auffallen. Ansonsten ist da der zuständige Förster hier der Ansprechpartner. Da sollten aber Polizei und auch Feuerwehr die entsprechenden Kontakte haben.

» Punktedieb » Beiträge: 16554 » Talkpoints: 85,63 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


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