Switchel - ein wohlschmeckender Gesundheitstrunk?

vom 26.01.2020, 16:26 Uhr

Bereits im 17. Jahrhundert sollen Feldarbeiter in den USA diesen Durstlöscher für sich entdeckt haben. Switchel soll den Elektrolyt- und Mineralhaushalt des Körpers regeln, eine entzündungshemmende und immunsystemstärkende Wirkung haben - dank dem Ingwer und Honig. Zudem wirkt das Getränk beruhigend auf den Magen - der Essig sorgt hierbei für ein Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts. Außerdem soll er pilz-, bakterien- und virenhemmende Eigenschaften haben und zu einem reineren Hautbild führen.

Switchel lässt sich wohl ganz einfach selbst zubereiten. Man braucht dafür lediglich folgende fünf Zutaten: 1,5 l Wasser, 1 große Ingwerknolle, 175 ml Honig (alternativ: Ahornsirup), 125 ml Apfelessig, 100 ml Zitronensaft. Man erhitzt das Wasser mit den Ingwerstücken und kocht es für 2 Minuten. Anschließend lässt man es für 20 Minuten ziehen. Inzwischen kann man Essig, Ahornsirup und Zitronensaft in einer Karaffe vermengen. Zum Schluss fügt man das Ingwerwasser dazu - am besten durch ein Sieb gefiltert. Fertig ist der erfrischende Switchel welchen man kalt oder warm genießen kann. Das Getränk sollte allerdings nicht über 40 ° erhitzt werden um die wichtigen Stoffe nicht zu vernichten. Neben den Grundzutaten könnte man auch noch Kurkuma, Minze, Melisse, Vanille, Zimt oder frische Beeren zugeben.

Habt ihr Switchel schon mal zubereitet? Wie schmeckt es euch besser - kalt oder warm? Trinkt ihr das Getränk regelmäßig oder wenn ihr euch krank fühlt?

» EngelmitHerz » Beiträge: 1836 » Talkpoints: 83,32 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich muss zugeben, dass ich bisher noch nichts davon gehört habe. Die Kombination aus Ingwer und Essig klingt im ersten Augenblick auch nicht wirklich verlockend für mich. Zwar mag ich Ingwer als Gewürz im Essen oder zu Sushi ganz gern, aber in Getränken finde ich den Geschmack von Ingwer ein wenig unangenehm. Deswegen kann ich mir bislang nicht vorstellen, dass dies in absehbarer Zeit zu einem bevorzugten Getränk für mich werden könnte.

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» lascar » Beiträge: 2274 » Talkpoints: 456,94 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Das Zeug kenne ich aus den Lebenserinnerungen von Laura Ingalls Wilder, in Deutschland auch bekannt als "Unsere kleine Farm". Die Leute damals hatten natürlich nicht in der Form Ahnung vom menschlichen Elektrolythaushalt und entzündungshemmenden Wirkstoffen im Ingwer. Aber sie wussten eins ganz genau: Wenn du unter sommerlicher Gluthitze den ganzen Tag auf dem Feld rackerst, und dann völlig ausgedörrt und dem Hitzschlag nahe kaltes Wasser in dich hineinschüttest, musst du kotzen.

Ingwer und Essig scheinen diesen Effekt wenigstens zu lindern, sodass die geplagten Feldarbeiterinnen und -arbeiter zumindest herzhaft trinken konnten und bestimmt auch gemerkt haben, dass das Kopfweh und die Kreislaufproblem sich dadurch schneller bessern als durch "leeres" Brunnenwasser. Welches wahrscheinlich für uns heute gar nicht trinkbar wäre, da verkeimt. Auch hier hilft es logischerweise, das Wasser abzukochen und/oder mit Essig zu vermengen, was es magenschonender und bekömmlicher macht.

Ich würde das Zeug also weniger als Trendgetränk der amerikanischen Siedler ansehen, sondern eher als aus Not geborene Medizin, da bestimmt auch nicht jeder immer Ingwer im Haus hatte. Und ich werde wahrscheinlich nie so hart in der Sonne schuften müssen wie die Leute damals, und dann lauwarmes, trübes Wasser nippen müssen, weswegen ich mir diesen "Gesundheitstrunk" ganz gut verkneifen kann.

» Gerbera » Beiträge: 8914 » Talkpoints: 4,06 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



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