Sollte Taiwan sich mit China vereinigen?

vom 21.04.2019, 01:54 Uhr

Offiziell gibt es nur ein China. Daher haben nur wenige Staaten Taiwan als eigenständiges Land anerkannt. China achtet streng darauf und ahndet jeden Verstoß dagegen. Doch in Taiwan haben viele den Streit satt. Ein neuer Kandidat in Taiwan will dies nun beenden.

Aber das Beispiel Hongkong zeigt, dass dies sehr problematisch ist. Dort wurden vor Kurzem alle Anführer der Proteste von vor einigen Jahren verurteilt. Könnt ihr euch daher eine Wiedervereinigung vorstellen? Wie sollte es weitergehen?

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» Juri1877 » Beiträge: 6199 » Talkpoints: 20,91 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Was haben wir damit zu schaffen? Juri 1877, ich muss mich immer wieder über dich wundern. Hier schimpfst du herum, weil alles was mit Migration zu tun hat ein Problemthema für die ist und die Angst vor der so genannten Überfremdung trieft bei dir aus vielen Beiträgen.

Gleichzeitig überlegst du dir, wie Milliarden Chinesen handeln sollen? Ist das dein Ernst? Würde denen das gefallen, wenn da ein paar Deutsche kommen, sich als Weltmacht aufspielen und ihnen sagen, wie sie ihre Politik gestalten sollen? Ich glaube kaum.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12294 » Talkpoints: 36,62 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


trüffelsucher hat geschrieben:Was haben wir damit zu schaffen? Juri 1877, ich muss mich immer wieder über dich wundern. Hier schimpfst du herum, weil alles was mit Migration zu tun hat ein Problemthema für die ist und die Angst vor der so genannten Überfremdung trieft bei dir aus vielen Beiträgen.

Man sollte die Beiträge von mir auch wirklich lesen, anstatt diesen Unsinn zu schreiben. Und meine Frage ist auch ganz legitim. Wie sollen sich die Bürger Taiwans entscheiden und wieso? Die Entscheidung liegt damit immer noch in deren Hand und dies will ich sicher nicht ändern!

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» Juri1877 » Beiträge: 6199 » Talkpoints: 20,91 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Wieso Quatsch? Du fragst gleich in der Überschrift, ob sich unserer Meinung nach Taiwan und China wieder vereinigen sollten. Das liegt aber meiner Ansicht nach nicht in unserem Ermessen, was da geschehen sollte oder nicht. Eine offene Frage wäre eher gewesen, ob wir meinen, dass sich China und Taiwan in nächster Zukunft wieder vereinen werden und welche politischen Kräfte dort in diese Richtung treiben. So finde ich deine Themengestaltung schon sehr suggestiv.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12294 » Talkpoints: 36,62 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Das müssen doch in erster Linie die Einwohner Taiwans entscheiden. Als Außenstehender würde ich jetzt aber nicht so richtig verstehen, warum sie das tun sollten. Zum einen würden sie sich einer Diktatur unterwerfen mit allen dazugehörigen Einschränkungen der Grundrecht. Zum anderen steht doch soweit ich das überblicken kann Taiwan wirtschaftlich recht gut da und kann seinen Einwohner mehr Wohlstand bieten als es die Volksrepublik China kann.

Auch wenn Werte wie den Human Development Index zu Rate zieht, steht China da bei 0,75. Für Taiwan werden Wert über 0,9 berechnet. Also China steht da auf einer Stufe mit Staaten wie Albanien oder Armenien, Taiwan dagegen auf dem Niveau von Frankreich. Irgendwas scheint man auf Taiwan mit der Loslösung von China ja doch richtig gemacht zu haben. Und auch in China sieht das ja nicht anders aus. Dort boomt der Wohlstand doch eher in den Provinzen, die mehr Freiheiten haben als andere oder irgendwelche Sonderwirtschaftszonen sind.

Und es ist ja nun nicht so, dass auf der Welt niemand etwas mit Taiwan zu tun haben will. Zwar mag es offiziell so sein, dass nur eine handvoll Länder Taiwan als eigenständiges Land anerkennen. Dennoch haben nahezu alle wichtigen Länder mehr oder weniger offizielle Vertretungen auf Taiwan und unterhalten Beziehungen zu dem Land.

» Klehmchen » Beiträge: 4511 » Talkpoints: 651,29 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Die Entscheidung liegt damit immer noch in deren Hand und dies will ich sicher nicht ändern!

Die Entscheidung liegt eben nicht in deren Hand, nachdem China Taiwan immer noch als abtrünnig sieht. Historisch ist das sogar richtig, wenn man sich die Ereignisse nach der Revolution in China vor Augen führt. Daher würde jeder in Taiwan einen Krieg mit China riskieren (und aktuell wäre ein Kriegt wirklich nicht mehr "unvorstellbar"), welcher die Abspaltung massiv forciert. Auch wäre ein solches Unterfangen schon deshalb aussichtslos, weil die UN Taiwan als Staat schon allein auf Grund der eines sicheren Vetos durch China nicht anerkennen könnte!

Es bleibt einzig und allein die Voraussetzung zur "Vereinigung" mit China zu verhandeln. Allein das ist schon ein schwieriges Unterfangen, wenn auch nicht aussichtslos. China ist ja schon zu vielen "Sonderzonen" im eigenen Land bereit. Was aber natürlich nicht heißt, dass diese "einverleibten" Staaten nicht noch den langen Arm der KP Chinas fürchten müssten.

Über kurz oder lang wird es aber dazu kommen, dass Taiwan wieder Teil Chinas wird. Es ist eben nur die Frage zu stellen, wer sich mit welchen Bedingungen am Ende durchsetzen kann. Und das kommt natürlich sehr darauf an, wie sich die Wirtschaft der beiden "Länder" entwickelt und wer eher aus der Position der Stärke agieren kann.

» derpunkt » Beiträge: 9888 » Talkpoints: 85,70 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Angesichts der aktuellen Ereignisse in Hongkong dürfte eine Wiedervereinigung in weite Entfernung gerückt sein. Die chinesische Seite hat gezeigt, dass es nicht klappen kann. Die Bevölkerung in Taiwan wird nun sicher keine Verhandlungen mehr wünschen und sie haben recht.

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» Juri1877 » Beiträge: 6199 » Talkpoints: 20,91 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Bis zur Eingliederung von Hongkong hat es auch über 150 Jahre gedauert. Was also verstehst du - historisch gesehen - unter "in weite Ferne gerückt"? Es mag sein, dass es noch einmal 50 Jahre dauert (zumal keine Kolonialmacht beteiligt ist). Aber das wird den Herrschenden in Peking am Ende egal sein. Und wir dürfen nicht glauben, dass aktuelle Ereignisse nicht binnen kurzer Zeit wieder über den Haufen geworfen werden können.

Man stelle sich eine militärische Eskalation in der Region vor - ich denke, Taiwan wäre mit das erste Ziel Chinas. Oder aber die wirtschaftliche Entwicklung änderst sich so, dass Taiwan plötzlich eben nicht mehr die Werkbank der Welt sein kann und seine Exporte einbrechen, so dass die ökonomischen Probleme praktisch zum Anschluss zwingen. Oder aber die Verhältnisse auf Taiwan ändern sich so, dass der Wunsch dort obsiegt, wieder offiziell zu China zu gehören. Alles Dinge, welche die aktuelle Lage überholen können.

Ganz nebenbei ist es ja auch nicht so, dass die Bevölkerung vorher wirklich gefragt wurde, ob man sich nach der Revolution (also nach dem Bürgerkrieg) auf dem Festland wirklich abspalten möchte. Aber das eben nur am Rande bzgl. der Bevölkerung und deren Willen.

» derpunkt » Beiträge: 9888 » Talkpoints: 85,70 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


derpunkt hat geschrieben:Bis zur Eingliederung von Hongkong hat es auch über 150 Jahre gedauert.

Ich denke die Wortwahl sollte man noch einmal überdenken. Eingliederung dürfte in dem Kontext China und Hong-Kong ja eigentlich völlig an der Realität vorbeigehen. Hong-Kong ist doch eine Sonderverwatungszone mit mehr oder weniger eigener Wirtschaft und eigenem Gesellschaftssystem. In Hong-Kong herrscht weitestgehend eine freie Marktwirtschaft. Die Einwohner Hong-Kongs sind mehrheitlich Gegner des chinesischen Führungsstil und teilweise Flüchtlinge aus China, die vor dem Bürgerkrieg getürmt sind.

Hier hat einfach eine Annektion stattgefunden und China hat sich Hong-Kong territorial einverleibt. Mit Sicherheit entsprach das geltendem Recht, da der Pachtvertrag auslief. Also von Eingliederung kann man da wohl kaum sprechen. Das hätte ja vorausgesetzt, dass irgendwie eine Integration stattgefunden hätte und das ist ja bis heute kaum passiert.

Von daher denke ich, dass es schwierig werden dürfte Taiwan ohne militärische Auseinandersetzung einzuverleiben oder allenfalls unter Gewährung ähnlich hoher Autonomierechte wie es Hong-Kong auch hat. Für eine echte Integration dürften die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Taiwan und der chinesischen Führung und ihren Ideen einfach zu hoch sein, dass sich da in Taiwan eine Mehrzahl der Bürger wünschen würde zu China zurückzukehren. Das wäre ja so, als wäre die BRD 1990 der DDR beigetreten ohne dass sich an allen anderen Umständen etwas geändert hätte.

» Klehmchen » Beiträge: 4511 » Talkpoints: 651,29 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


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