Sexuelle Orientierung im Job relevant?

vom 28.01.2019, 05:11 Uhr

Och, man kann es sicher umgehen und muss auch nicht zwangsläufig so tun, als wäre man Single. Dann redet man eben nur " wir haben", "wir waren" oder wir wollen. Wer wir ist, das müssen sich die anderen dann eben denken. Und da der Mensch in Schubladen denkt, wird das dann einfach ein gegengeschlechtlicher Partner. Aber Spaß macht das sicher nicht, weil sich zwar einerseits am normalen Gespräch unter Kollegen beteiligt, aber eben immer auf der Hut sein muss.

Der Haken ist einfach, dass ein nicht unerheblicher Teil der Menschen sofort merkwürdige Ideen bekommt, wenn jemand eine von der Mehrheit abweichende sexuelle Orientierung hat. Ein gutes Beispiel ist der Kollege, der mal Banker war. Wir waren über ein Jahrzehnt mit ganz vielen anderen Menschen an einem Stall. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, an welchem Geschlecht der junge Mann interessiert sein könnte. Warum auch? Ich wollte nie etwas von ihm, also spielten ganz andere Dinge eine Rolle.

Jetzt müsste man doch denken, wenn man über Jahre ganz viel mit einem Teenager und später eben Mann zu tun hatte, und den sehr geschätzt hat, dann ist es doch egal, wenn der irgendwann sagt, er sei homosexuell. Das war aber nicht so. Etwa ein Drittel lehnte ihn danach massiv ab! :wall: Dabei hat sich doch rein gar nichts geändert. Und wer solche Erfahrungen in einem eher geschützten privaten Umfeld macht, der riskiert bestimmt nicht seinen Job!

» cooper75 » Beiträge: 10919 » Talkpoints: 297,99 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



cooper75 hat geschrieben:Aber Spaß macht das sicher nicht, weil sich zwar einerseits am normalen Gespräch unter Kollegen beteiligt, aber eben immer auf der Hut sein muss.

Ja eben, das ist nicht einfach. Man muss ständig aufpassen, dass man nicht versehentlich von "ihm" statt "ihr" redet. Und auch wenn man gegebenenfalls mal Fotos von zuhause oder aus dem Urlaub zeigen will, muss man penibel darauf achten, nur unverdächtige Fotos möglichst nur mit sich selbst oder mit unverdächtigen Landschaften zu zeigen.

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» lascar » Beiträge: 926 » Talkpoints: 212,51 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Es sollte nicht relevant sein, aber trotzdem ist es das noch und wenn es im besten Fall nur im Kopf der Betroffenen so ist. Ich kenne auch so einen Mann, der ziemlich sicher homosexuell ist, aber versuchte das über Jahre auf einer Arbeitsstelle zu verschleiern. Soweit ich weiß, hat er es niemandem erzählt, obwohl alle eigentlich immer ahnten, was Sache ist.

Da wurde dann zum Beispiel sehr verklausuliert gesprochen, es ging nicht um "meinen" Freund, sondern immer nur um jemanden, den er kannte. Wenn man genau hingehört hat und auch sonst hat man es natürlich gemerkt, aber trotzdem er Akademiker und auch sonst extrem fähig war, hat er versucht diesen Aspekt seines Lebens konsequent außen vor zu lassen. Das macht zu einem gewissen Grad natürlich schon einsam, wenn man immer nur durch die Blume spricht und nicht wirklich etwas aus seinem privaten Leben im Job erzählen kann.

Aber er wird ja sicher seine Gründe gehabt haben, sich in der Sache komplett bedeckt zu halten und nicht offen zu seiner Präferenz zu stehen. Möglicherweise hat aber auch das Alter eine Rolle gespielt und jüngere Leute heute müssten nicht mehr so leben.

» Verbena » Beiträge: 3302 » Talkpoints: 5,36 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



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