Rücksicht auf Ahnen nehmen?

vom 10.11.2018, 09:54 Uhr

Der würde sich Grabe umdrehen. Diesen Ausspruch habt ihr vielleicht auch schon einmal gehört, wenn ihr etwas tut, was einem Vorfahr nicht gefallen hätte. Eine gute Bekannte im Ort, die ein Geschäft geerbt hat, hörte dies kürzlich von ihrer Tante, als sie das Sortiment radikal änderte. Ihr Großvater, der den Laden aufgebaut hatte, würde sich im Grab umdrehen, wenn er das sähe. Nehmt ihr in irgendeiner Hinsicht Rücksicht auf eure Ahnen?

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Mod am 10.11.2018, 11:44, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


Ich denke, dass man nur bedingt Rücksicht auf Ahnen nehmen kann. Wenn man das Sortiment wechselt, weil etwas anderes gefragt ist und der Laden ansonsten nicht mehr laufen würde, ist das ja nun mal nötig. Bei modernen Veränderungen kann ja man ja teilweise nicht anders, als da eben mitzuziehen. Auch was die Wohnsituation angeht, kann man sicherlich nicht immer Rücksicht nehmen. Es ist ja schon gut und schön, wenn man daran denkt, was die Ahnen für gut befunden hätten, aber man lebt ja trotzdem sein eigenen Leben.

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» Nelchen » Beiträge: 32251 » Talkpoints: -0,17 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Mal ganz ehrlich, wenn man nur etwas macht um weiterhin Geld zu verdienen oder etwas anders macht, schadet das sicherlich nicht. Für mich wäre das eher etwas in der Richtung, dass man einen Toten nach dem Ableben schlecht redet oder ihm Sachen andichtet, die er nicht gemacht hat und so etwas mache ich nicht. Letztendlich ist die Person aber tot und ist sicherlich auch nicht komplett perfekt gewesen, weswegen man das schon nach eigenem Gewissen machen muss, was man so macht.

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» Ramones » Beiträge: 40395 » Talkpoints: 16,47 » Auszeichnung für 40000 Beiträge



Aus meiner Sicht hätte sich die Tante den Spruch in der geschilderten Situation auch sparen können, jetzt ist es sowieso zu spät, noch etwas zu ändern und warum sollte man der Frau dann ein schlechtes Gewissen machen, weil sie eine Entscheidung für ihr aktuelles und weiteres Leben getroffen hat? Sie muss ja mit dem Geschäft auskommen und davon leben, nicht der Opa auf dem Friedhof. Unter der Prämisse finde ich solche Moralkeulen unnötig.

Verstehen könnte ich es maximal, wenn der Opa und die Frau sich schon zu Lebzeiten immer über dieses Thema gestritten hätten und die Frau, kaum, dass der Großvater tot ist, alles raus wirft und die Gelegenheit nutzt. Sowas hat dann schon ein Geschmäckle. Ich kenne zwei Leute, die auch immer wieder über ein bestimmtes Thema diskutierten und kaum war die eine Person tot, hat die andere sofort drei Wochen später die Gelegenheit genutzt und Nägel mit Köpfen gemacht, weil ihr niemand mehr im Weg stand. Das fand ich dann etwas pietätlos, aber da ging es auch nicht um eine sinnvolle Sache, sondern um Geld und Bequemlichkeit.

Nach dem Tod meines Vaters hat meine Mutter nach und nach zusammen mit mir und unserer Hilfe auch einiges in der Wohnung verändert und auch vieles raus geworfen, was schwerpunktmäßig meinem Vater zugehörig war. Wir sind uns ziemlich sicher, dass ihm dieser neue und andere Look sicher zum Teil nicht gefallen hätte, aber schließlich kann man auch nicht für den Rest seines Lebens in einem Mausoleum der Vergangenheit leben und Veränderungen gehören zum Leben dazu.

» Verbena » Beiträge: 3963 » Talkpoints: 1,15 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Warum sollte ich Rücksicht auf Menschen nehmen, die gar nicht mehr leben? Das macht nur Sinn wenn man an irgendeine Art von Existenz nach dem Tod glaubt und das tue ich nicht.

Außerdem wird dieser Spruch ganz oft verwendet wenn es um irgendwelche Veränderungen geht, wie auch in deinem Beispiel. Damit wird dann aber gleichzeitig auch suggeriert, dass die verstorbene Person nicht fähig gewesen wäre sich zu verändern und neuen Umständen anzupassen.

Ich fände es nicht wirklich nett wenn man über meinen Großvater sagen würde, dass er es nicht gesehen hätte wenn sein Geschäft einen Sortimentwechsel braucht um weiterhin am Markt bestehen zu können. Deine Bekannte wird schließlich einen guten Grund für ihre Entscheidung gehabt haben und wenn der Großvater ein guter Geschäftsmann war hätte er das sicher verstanden.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23693 » Talkpoints: 31,98 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


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