Rock und Pop auf der Kirchenorgel vertretbar?
Ich war vor ein paar Monaten mit meinem Freund auf einem Orgelkonzert in der Kirche. Dabei handelte es sich nicht um ein klassisches Orgelkonzert, denn der Organist hat nicht nur die gewöhnlichen Lieder von Bach und Co. gespielt, sondern auch rockige Lieder und ganz aktuelle Charts. Die Lieder hat er sich teilweise selbst ausgesucht, teilweise waren aber auch Wünsche und Empfehlungen von seinen Freunden dabei.
Ich bin ja nicht der allergrößte Fan dieses Instruments, aber es war mal ganz interessant, Lieder, die man sonst nur in der Studioversion aus dem Radio kennt, auf der Orgel zu hören. Es war immer ganz spannend, wenn ein Lied angefangen hat und man sich dann gefragt hat, welches das denn nun ist, denn irgendwie kam einem die Melodie bekannt vor, aber auf der Orgel erkennt man das Lied dann doch nicht sofort.
Nach dem Konzert hat sich eine Bekannte von mir aber nicht so positiv über das Konzert geäußert. Sie meinte, dass solche Lieder einfach nicht in die Kirche gehören, immerhin ist es ein Gotteshaus und dort sollten ihrer Ansicht nach nur Lieder gespielt werden, die in Bezug zu Gott stehen.
Ich kann ihren Gedankengang nachvollziehen, finde ihre Ansicht aber schade, denn der Organist macht einfach mal etwas anderes als das, was gewöhnlich ist, deswegen sollte man ihn nicht verurteilen. Ganz im Gegenteil, wegen ihm kommen dann Leute wie ich, die sonst nichts mit der Kirche zu tun haben, in die Kirche. Außerdem hat er auch mit einem christlichen Lied das Konzert beendet und eben noch einmal betont, dass man sich daran erinnern sollten, in was für einem Gebäude wir uns befinden.
Was denkt ihr zu Rock und Pop auf der Kirchenorgel? Findet ihr das vertretbar oder denkt ihr, dass solche Musik nicht in eine Kirche gehört?
Ich finde es immer sehr schade und unverständlich, wenn gefordert wird, das alltägliche Leben aus der Kirche rauszuhalten. Denn sie soll doch ein Teil des Lebens der Gläubigen sein. Und auch wenn Gott schon ziemlich alt sein dürfte, muss doch nicht alles im Gestern steckenbleiben.
Der Logik dieser Dame zufolge dürfte man dann auch über nichts Unreligiöses sprechen, wenn man sich in der Kirche aufhält. Das dürfte bei der Beichte oder auch einfach in einem hilfesuchenden Gespräch mit einem Geistlichen sehr schwierig werden.
Außerdem bezweifel ich, dass alle klassischen Musiker immer so viel an Gott gedacht haben beim Komponieren. Wie kam es eigentlich dazu, dass Bach und all die anderen als kirchengeeignet eingestuft wurden? Hat das eine tiefere Bedeutung oder liegt das einfach nur am Alter der Musik?
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