Pures Renditedenken bei Pflegeheimen legitim?

vom 15.06.2019, 16:36 Uhr

In einem Artikel der Hans Böckler Stiftung wird bemängelt, dass immer mehr ausländische Großinvestoren reihenweise Pflegeheime in Deutschland aufkaufen, diese gar nicht wirklich weiterbetreiben möchten, sondern diese zu „Gesundheitsketten“ oder so genannten „Private-Equity-Gesellschaften“ ausbauen und dann wieder gewinnbringend verkaufen.

Ein dementsprechender Handlungsbedarf seitens der Politik, solche Machenschaften zu unterbinden, wurde schon mehrfach angemahnt, aber all diese Rufe blieben bisher ungehört. Was meint ihr denn zu solchen Geschäftspraktiken auf dem deutschen Gesundheitsmarkt? Sollte man diese verbieten oder würdet ihr solches Renditedenken im Pflegebereich der freien Marktwirtschaft zuordnen?

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» mikado* » Beiträge: 2922 » Talkpoints: 905,63 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



mikado* hat geschrieben:Sollte man diese verbieten oder würdet ihr solches Renditedenken im Pflegebereich der freien Marktwirtschaft zuordnen?

Das zeigt doch eigentlich nur dass unsere Politiker, was Gesundheitsfragen angeht, nur vom Kopf bis zur Wand denken. Ja natürlich wird so etwas passieren und im Grunde kann man das doch auch nicht verbieten. Was hat man sich denn gedacht, dass Aktienunternehmen alles dafür tun um am Ende des Tages kein Geld zu verdienen? Meine Güte diese Konzerne sind doch in erster Linie ihren Aktionären verpflichtet und die wollen Gewinne sehen.

Bei privat geführten Krankenhäusern ist das doch nicht anders. Erst werden diese reihenweise aus öffentlicher Trägerschaft an Privatkonzerne verkauft, weil die Kommunen die Verluste nicht mehr tragen wollen und dann wundert man sich, warum diese dann auf Profit getrimmt werden. Und natürlich geht das in erster Linie, in dem man an Personalkosten und Ausstattung spart und damit an der Qualität. Aber kann man das denn jetzt wirklich einem privaten Konzern oder Investor vorwerfen? Bei Technik ist es doch auch ok, wenn die Chinesen unsere Smartphones bauen, weil die dann billiger werden. Da guckt doch auch kein Verbraucher darauf, dass es in Deutschland zusammengeschraubt wird.

Wenn man solche Zustände beheben will, dann gehört Gesundheitseinrichtungen ganz einfach wieder in öffentliche Trägerschaft und man muss sich endlich mal eingestehen, dass dazu dann eben auch Verluste gehören, die die Gesellschaft ausgleichen muss. Hier gehören eigentlich diejenigen an den Pranger, die ihre Krankenhäuser und Pflegeheime an Investoren verschachert haben und nicht die Investoren an sich.

» Klehmchen » Beiträge: 4675 » Talkpoints: 704,97 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


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