Post will uns nicht mehr beliefern

vom 08.02.2019, 15:12 Uhr

Wir bestellen recht viel. Das hat damit zu tun, dass wir zum einen in einem kleinen Ort leben und bei weitem nicht alles in zumutbarer Umgebung bekommen. Zum anderen sitzt mein Freund im Rollstuhl und einkaufen im Geschäft ist einfach sehr mühselig. Daher bekommen wir dann auch sehr viele Pakete. Weil speziell Amazon auch gerne mal eine Gesamtlieferung in viele keine Pakete aufteilt, sind es mitunter auch mehrere am Tag.

Viele Pakete, insbesondere die, die über das Verteilzentrum in Köln gehen, kommen hier an, als hätte man damit Rugby gespielt. Eines der letzten Pakete ist von Köln gar nicht zu uns gekommen, weil sie es dort so sehr beschädigt haben, dass die Ware ausgelaufen ist. Mindestens die Hälfte der Pakete kommt schon in einer Umverpackung von der Post an. Wir hatten auch schon Pakete, die nur noch aus Fetzen bestanden. Zum Glück war der Inhalt häufig so gut verpackt, dass er keinen Schaden genommen hatte, aber es sah auch schon anders aus.

Dementsprechend häufig beschweren wir uns bei der Hotline der Post. Und weil man unsere Beschwerden dort so gut wie nicht zur Kenntnis nimmt, gehen die Beschwerden inzwischen auch zur Bundesnetzagentur. Heute kam dann ein Anruf von der Post. Wir sollten doch die Beschwerden sein lassen, das koste nur Zeit. Und insbesondere die Einschaltung der Bundesnetzagentur sei sehr lästig und nehme unverhältnismäßig viel Zeit in Anspruch.

Wegen der kaputten Pakete sollten wir uns beim Absender beschweren. Das Gespräch kochte etwas hoch. Das Ende vom Lied war, dass die Frau uns androhte, dass wir von der Post gar nicht mehr beliefert werden würden.

Nun meine Frage: Darf die Post das? Schließlich hat sie mehr oder weniger eine Monopolstellung in einigen Bereichen. Hermes etc. macht zwar viel, aber eben bei weitem noch nicht alles. Außerdem werden das viele Verkäufer wohl nicht mitmachen oder nur gegen Aufpreis. Die Post liefert also schlecht und wir sollen es hinnehmen oder ausbaden. Was würdet Ihr machen?

» SonjaB » Beiträge: 1637 » Talkpoints: 11,94 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Hast du schon mal geschaut wo in der Nähe die nächste Abholstation ist? Ich habe jetzt keine Probleme mit der Post, aber meine Hermes-Abholstation ist eine Tankstelle, die natürlich wesentlich arbeitnehmerfreundlichere Öffnungszeiten hat als die Postfiliale, deshalb lasse ich fast alles zu dieser Tankstelle schicken.

Ob die Post eine Lieferung wirklich verweigern kann weiß ich nicht. Eigentlich kann man ja keinen Vertrag erzwingen wenn ein Vertragspartner das ablehnt, aber der Vertrag ist ja eigentlich schon mit Amazon zustande gekommen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23482 » Talkpoints: 133,25 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Mal ehrlich, was will die Post denn machen, wenn ich dir beispielsweise ein Paket schicke, welches ich mit der Post versende? Wollen die dann sofort das Paket zurückschicken oder bekommst du dann eine Karte in den Briefkasten, dass du dein Paket abholen sollst? Ich denke, dass der Service am Telefon bestimmt einen schlechten Tag hatte und einfach nur genervt war und deswegen gesagt hat, dass sie dich nicht mehr beliefern wollen.

Wie es rechtlich aussieht, dass ein Paketunternehmen einfach sagen kann "den liefere ich nicht mehr an", kann ich auch nicht sagen und ist ja hier auch nicht der Sinn des Forums. Aber ich denke, dass es einfach auch logistisch gar nicht machbar ist, dass sie einem Kunden die Pakete vorenthalten. Sie müssen ja dann wirklich schon hingehen und die Lieferungen sofort wieder zurückschicken und das ist bestimmt nicht rechtens.

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» Diamante » Beiträge: 41866 » Talkpoints: 10,22 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich denke, dass die Dame einfach tierisch genervt war und würde das nicht wirklich ernst nehmen, was sie da von sich gegeben hat. Wenn man sauer ist, dann sagt man manchmal Dinge, die man nicht so meint. Ich halte so ein "Belieferungsverbot" für ziemlich unrealistisch in der Umsetzung. Muss die Post nicht alles liefern, wofür der Kunde in Form von Porto bezahlt hat?

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: 0,01 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich sehe es schon kritisch, wenn sich jemand andauernd beschwert. Klar ist es nicht schön, wenn das Paket beschädigt ist, aber sich dann immer wieder zu beschweren bringt doch auch nichts und wenn man dann schon ermahnt wird, das sein zu lassen, da würde ich mir mal Gedanken machen. Es kann ja auch genau das Gegenteil bewirken, nämlich dass man sich über die ständigen Beschwerden so sehr ärgert, dass man denkt "jetzt erst recht".

Denk mal an die armen Postboten. Die schleppen den ganzen Tag die schweren Pakete hin und her, stehen unter großem zeitlichen Druck und arbeiten um die 10 Stunden am Tag. Wenn dann noch jemand andauernd nervt und sich beschwert, macht es das ja auch nicht gerade besser.

Vielleicht wäre es hilfreich, wenn man die Pakete an eine Packstation schicken lässt oder an eine andere Adresse, bei der der Lieferbote ein anderer ist. Aber ich kann schon nachvollziehen, dass der Postbote sauer ist, wenn man sich immer wieder über den beschwert.

» Zitronengras » Beiträge: 8713 » Talkpoints: 95,90 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ich würde auch meinen, dass die Frau am Telefon einfach nicht besonders Kundenfreundlich war und deswegen angedroht hat, dass die Post euch nicht mehr beliefert. Ich denke, dass das kaum machbar wäre und wenn dann auch nur mit viel Aufwand. Mir ist auch kein Fall bekannt, bei dem sich die Post wirklich geweigert hat noch auszuliefern. Das wird sicherlich nicht ohne weiteres möglich sein.

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» Nelchen » Beiträge: 32251 » Talkpoints: -0,17 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Diamante hat geschrieben:Mal ehrlich, was will die Post denn machen, wenn ich dir beispielsweise ein Paket schicke, welches ich mit der Post versende? Wollen die dann sofort das Paket zurückschicken oder bekommst du dann eine Karte in den Briefkasten, dass du dein Paket abholen sollst?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie das dann ablaufen sollte, wenn es wirklich eintreten sollte. Und wie ich die Pakete dann abholen sollte, weiß ich auch nicht. Das sind teils recht große Pakete, größer als Umzugskartongröße. Und die haben mitunter auch schon ihre 25 kg. Wie soll ich die transportieren, wenn ich nicht einmal mit dem Auto bei der Postfiliale vorfahren kann?

@Zitronengras: Mit unseren beiden Postbotinnen haben wir ein super Verhältnis. Denen nehmen wir an Arbeit ab, was uns möglich ist. Und den beiden ist es auch schon peinlich, was sie für verbeulte Fetzen manchmal an uns ausliefern müssen. Letztes Mal hat sie uns gefragt, ob wir das wirklich allen Ernstes annehmen wollen. Da wir aber wussten, was drin ist, und schon von außen in das Paket gucken konnten, sahen wir, dass zumindest die Ware nicht beschädigt war.

Packstation haben wir zum einen nicht im Dorf. Und zum anderen liegt das Problem der beschädigten Post nicht an unseren ausliefernden Postbotinnen. Sie bekommen die beschädigten und zerfetzten Pakete schon so aus Köln geliefert! Auf unsere Postbotinnen lassen wir nichts kommen, die beiden sind einsame Spitzenklasse! Wir beschweren uns also nicht über eine bestimmte Person, sondern darüber, dass wohl im Verteilzentrum Köln aktuell etwas schief läuft, eventuell es auch ein beschädigtes Förderband ist, dass Pakete auseinander reißt.

Und wir beschweren uns ja nicht, weil wir Spaß daran haben und sonst den lieben langen Tag nichts anderes zu tun haben. Uns sind schon eine Reihe von Waren beschädigt geliefert worden. Wir hatten uns letztens 250 Bögen Tonpapier im Format 50x70 cm liefern lassen. Das Paket war gut verpackt, es hatte eine dreifache Verpackung aus dicker Wellpappe, jede Lage stabiler als ein Umzugskarton!

Der äußerste Karton existierte nur noch in Fetzen und die Postbotin hat ihn schon ab gemacht, weil sie den so nicht mehr ins Auto bekam und er auch nicht mehr am Paket hielt. Der zweite Karton existierte nur noch zur Hälfte, war bereits mit Postklebeband geklebt. Und auch der dritte war noch kaputt, vom Tonpapier waren die äußersten Blätter zerknittert und die Ecken waren was alle verknickt. Und da sollen wir uns beim Absender über schlechte Verpackung beschweren und nicht bei der Post?

» SonjaB » Beiträge: 1637 » Talkpoints: 11,94 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Der äußerste Karton existierte nur noch in Fetzen und die Postbotin hat ihn schon ab gemacht, weil sie den so nicht mehr ins Auto bekam und er auch nicht mehr am Paket hielt. Der zweite Karton existierte nur noch zur Hälfte, war bereits mit Postklebeband geklebt. Und auch der dritte war noch kaputt, vom Tonpapier waren die äußersten Blätter zerknittert und die Ecken waren was alle verknickt. Und da sollen wir uns beim Absender über schlechte Verpackung beschweren und nicht bei der Post?

Vielleicht gar nicht beschweren, nicht bei der Post, nicht bei der Bundesnetzagentur, nicht bei dem Absender, sondern lassen? Wenn man sich 1-2 mal beschwert und es bringt nichts, dann würde ich es einfach sein lassen, erst recht, wenn ich schon dazu aufgefordert werde, die Beschwerden zu unterlassen. Die arme Person, die da die Beschwerden entgegennimmt, kann vermutlich gar nichts ausrichten, muss aber wegen dir einigen Aufwand auf sich nehmen.

Klar ist es blöd, wenn die Pakete beschädigt sind. Aber ich finde auch, dass man dann lieber andere Wege suchen sollte, als sich immer und immer wieder zu beschweren. Du schreibst ja, dass du sehr viel und auch noch große Sachen bestellst. Vielleicht sind diese daher häufiger beschädigt, weil sie breiter sind als die Förderbänder oder was auch immer. Aber egal, was die Ursache ist, deine Beschwerden haben dich doch nicht weiter gebracht.

Musst du denn so viel bestellen? Tonpapier kann man doch auch im Bastelladen kaufen. Ich wohne auch in einem Dorf, aber dass man hier nicht alles vor der Nase hat, weiß man ja bevor man da hin zieht. Man kann aber durchaus einmal die Woche in die Stadt fahren und das, was man da braucht, kaufen, anstatt das alles online zu bestellen. Du bist doch offenbar mobil?

» Zitronengras » Beiträge: 8713 » Talkpoints: 95,90 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ich hätte die Dame am Telefon gefragt, wie sie sich das vorstellt, wenn ich nicht mehr beliefert werden soll. Denn das ist logistisch gar nicht möglich eine Person nicht zu beliefern, obwohl ihr ein Paket geschickt wurde. Das hätte sie mir mal erklären sollen.

@Zitronengras, ich denke, dass jeder ein Recht dazu hat etwas und auch viel zu bestellen. Ich bekomme auch sehr viele Pakete und wenn hier ständig kaputte Pakete ankommen würden, würde ich sie so wie sie sind zurückschicken bzw. die Annahme verweigern und mich mit dem Shop in Verbindung setzen, dass ich es zurückschicke, wenn es nicht vernünftig ankommt. Dann hat die Post doppelt so viel Arbeit. Selbst Schuld, wenn sie die Beschwerden nicht ernst nehmen. Denn ich bin der Meinung, dass man sich durchaus beschweren kann, wenn ständig was schief läuft.

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» Diamante » Beiträge: 41866 » Talkpoints: 10,22 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Es gibt seit einiger Zeit glücklicherweise kein Monopol der Post mehr für Paketzustellung. Vielleicht gibt es hier eine Alternativlösung für Euer Zustellproblem. Gebt einfach bei der Bestellung an, dass Ihr diesen oder einen vergleichbaren Carrier wünscht. Wahllos herausgegriffen: hier

» Gorgen_ » Beiträge: 379 » Talkpoints: 167,90 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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