Nicht über Politik reden, weil man nicht gewählt hat?

vom 30.11.2015, 22:39 Uhr

Ein Kumpel von meinem Freund und mir war bei den letzten Wahlen nicht dabei. Auch die regionalen Wahlen hat er absichtlich verpasst. Dennoch zeigt er bei unseren Treffen immer großes Interesse an Politik und möchte sich darüber unterhalten.

Mein Freund ist ihm allerdings böse, weil er nicht gewählt hat. Wenn unser Bekannter dann wieder kritisch über Entscheidungen der derzeitigen Regierung redet und sich aufregt, möchte mein Freund manchmal nichts mehr davon hören, weil er nicht gewählt hat. Wer nicht gewählt hat, hat auch nicht verhindert das die derzeitige Regierung an der Macht ist und deswegen sollte man auch still sein.

Ich sehe das nicht so, denn ehrlich gesagt glaube ich einfach nicht, dass andere Parteien etwas besser gemacht hätten. Wie seht ihr das? Findet ihr auch, dass man nicht meckern und nicht kritisch über Politik reden sollte, wenn man nicht gewählt hat? Hätte man mit einer Wahl am Ende nicht wieder ein neues Problem gehabt, über das man meckern könnte?

» Crispin » Beiträge: 14936 » Talkpoints: 6,93 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich nerve mich auch immer, wenn sich die Leute, die nicht gewählt haben, sich über die Flüchtlingspolitik oder andere Probleme aufregen, die bei den letzten Wahlen in der Schweiz behandelt wurden. Mittlerweile wird einem das Wählen einfach gemacht und wer sich nicht die Zeit nimmt, der sollte sich dann auch nicht ständig über das Ergebnis aufregen.

» Bascolo » Beiträge: 3543 » Talkpoints: -0,16 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Es käme wohl darauf an, warum die entsprechende Person nicht gewählt hat. Also auch darauf, ob sie dafür einen guten Grund hatte oder einfach zu faul oder bequem war, schnell zum nächsten Wahlort zu fahren und dort den Stimmzettel in die Urne zu werfen. Oftmals sind es leider genau die Leute, die einfach zu faul waren, die vor und nach den Wahlen den Mund am weitesten aufreißen.

Das mag ich natürlich auch nicht, weil ich schon der Meinung bin, dass man nicht nur meckern sondern auch versuchen sollte, irgendwie zu der Lösung eines Problemes beizutragen. Natürlich entscheidet eine einzelne Stimme nicht über den Ausgang einer Wahl. Aber uns allen dürfte bewusst sein, dass ein solches Verhalten eben doch über den Ausgang einer Wahl entscheiden kann, wenn es nur von genügend Menschen an den Tag gelegt wird.

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» TamiBami » Beiträge: 2166 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich finde schon, dass man nicht über Politik schimpfen kann, wenn man nicht wählen geht und denke durchaus, dass dein Freund da recht hat. Gerade auch, wenn der Kumpel das ja mit Absicht gemacht hat und nicht hingegangen ist, obwohl er es konnte. Da darf man sich dann einfach nicht beschweren. Ob andere Parteien das nun anders machen würden, weiß ich nicht, aber ich denke, dass man wenigstens den Versuch starten sollte, das man seine Meinung vertreten zu sehen.

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» Ramones » Beiträge: 36209 » Talkpoints: 5,59 » Auszeichnung für 36000 Beiträge



Ich kann beide Sichtweisen verstehen und für mich ist es auch entscheidend, warum jemand nicht zur Wahl gegangen ist. Ich hatte auch schon Phasen, in denen ich mich gefragt habe, wen ich denn bloß wählen soll, weil alle Parteien nicht unbedingt meine Meinung widerspiegelten. So gab es auch schon eine Wahl, vor der ich überlegt habe, doch nicht daran teilzunehmen. Ich bin dann schlussendlich doch zur Wahl gegangen, aber ich hätte es auch verstanden, wenn dann einer nicht wählt.

Das bedeutet dann aber nicht, dass sich derjenige nicht mit Politik beschäftigt und nichts davon versteht. Das wäre nur der Fall, wenn man nicht zur Wahl geht, weil man kein Interesse daran hat, aber dann möchte man sich ja auch sicher nicht mit Freunden darüber unterhalten. Auch deinen Freund verstehe ich aber, denn wenn man nicht zur Wahl geht, dann hat man auch nicht die Möglichkeit genutzt, etwas an der Situation zu ändern und das sollte dann der erste Schritt sein.

» Barbara Ann » Beiträge: 25060 » Talkpoints: 35,79 » Auszeichnung für 25000 Beiträge


Selbst wenn man nicht gewählt hat, kann man doch theoretisch was mitzureden haben. Man bekommt ja trotzdem mit, was in den Nachrichten über die Politik gesagt wird, welche Ideen vorgeschlagen und Gesetze umgesetzt werden Man weiß ja auch nicht, warum der Mensch nicht wählen gegangen ist. Da finde ich es dann interessant, die Motivation zu erfahren, die Gründe hierfür sind teilweise sehr spannend.

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» Täubchen » Beiträge: 24943 » Talkpoints: 2,39 » Auszeichnung für 24000 Beiträge


Es kommt doch immer auf den Grund an, warum man nicht gewählt hat. Ich darf zum Beispiel nicht wählen, unterhalte mich aber ab und an gerne über politische Geschehen. Aber nur damit ich wählen war, ändere ich meine Staatsangehörigkeit garantiert nicht und ich lasse mir grundsätzlich auch nicht den Mund verbieten.

Meiner Meinung nach darf jeder eine eigene Sichtweise und Meinung haben, sogar die Menschen die resigniert haben und die Wahlen dadurch boykottieren. Jeder hat ein Recht auf eine eigene Meinung und in Deutschland besteht keine Wahlpflicht. Ich fände es sehr unverschämt, wenn man ständig vorgekaut bekommt, dass man keine politische Meinung haben darf, weil man ja eh nicht wählen war. Ich würde diese Leute irgendwann konsequent meiden und nichts mehr mit ihnen unternehmen wollen.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 10289 » Talkpoints: 5,52 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Dann hätten aber sicherlich das eine oder andere Mal einige nichts zu sagen. Das wäre ja so, als wenn ich sagen würde, wer nie verheiratet war, darf bitte nicht mitreden, weil er oder sie die Probleme einer Ehe nicht kennen. Ich denke, dass man zu allem eine Meinung haben kann und sie sagen kann. Auch politischer Natur und nur weil man nicht wählen war, verhindert dies keine Meinung.

Die einen wählen nicht, weil sie an das Konzept nicht glauben und nicht glauben, dass ihre Stimme eine gewichtige Rolle einnehmen kann. Andere wählen nicht, weil sie allen Parteien misstrauen und andere aus Faulheit nicht. So wird es wohl immer sein, aber deswegen ihnen eine politische Meinung absprechen? Kommt für mich jedenfalls nicht infrage und finde ich auch nicht richtig.

Zumal niemand den Leuten darüber über den Mund fahren kann. Wer was sagen will, der tut es und wenn es politisch ist, auch gut. Ich unterscheide da nicht, ob der jenige gewählt hat oder nicht. In den meisten Fällen kriegt man das schließlich auch nicht gesagt, ob die Person wählen war. Nicht jeder geht damit eben hausieren und ich wüsste z.B nicht, wer in meiner Familie nicht wählen war. Nur die, die gewählt haben, kenne ich jetzt aus dem FF.

Für mich hat jeder seinen Grund, wieso er nicht wählen geht. Daran allerdings eine Meinungsfreiheit zu bemesse, finde ich falsch. Jeder hat sie. Es sind ja auch Politiker aktiv, die keine Ahnung vom realen Leben haben und entscheiden über uns, ist genau dasselbe und muss ich auch mit leben.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 3937 » Talkpoints: 27,05 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


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