Neue Hartz IV Erhöhung ist doch ein Scherz, oder?

vom 30.08.2016, 19:26 Uhr

Du hast das bestimmt noch nie probiert. Da kann ich auch sagen, probiere es doch, bevor du behauptest, dass es nicht gänge. Das ist ein ganz dehnbares Material, wie Feinstrumpfhose nur dicker. Die Haltefunktion ergibt sich dann durch die Strickweise, weil manche Bereiche weniger und andere mehr elastisch genäht sind. Dadurch hat man nirgends Druckstellen. Denn es gibt ja nichts, was da einschneiden könnte, was auch die besagten "Höllenqualen" ausschließt. Man kann dieses Gewebe einen halben Meter weiter dehnen, man kann da sehr weit dran ziehen. Das ist nicht mit normalen Bodys zu vergleichen.

» Zitronengras » Beiträge: 8807 » Talkpoints: 27,48 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Zitronengras, ich habe es probiert. Nur sind deine Brüste eben wohl eher nicht so groß und so schwer, wie ein einjähriges Kind. Mehr als ein Drittel quillt oben heraus, es gibt ekelige Wülste an den Achseln. Das tut einfach nur weh, weil es da dann einschnürt. Dazu kann man so nicht auf die Straße gehen, weil man die Wülste sieht. Nimmt man die Wäsche passend zur Konfektionsgröße der Brust, dann fehlt der Halt, weil es darunter zu weit ist. 10 Kilogramm wollen gehalten werden.

Warum verzichten denn so viele Frauen auf eine Operation, wenn sie endlich einen guten BH haben? Eben weil dann die Schmerzen in der Brust, im Nacken, an den Schultern und im Rücken sowie die Taubheit in den Händen aufhören und die lästigen Pilzinfektionen und die Wunden endlich auf die Behandlung ansprechen. Solche Komplikationen vermeide ich mittlerweile lieber, denn eine Operation möchte ich nicht.

Außerdem würde mir auch mit Quetschen keine Oberbekleidung von der Stange passen. Wenn es an der Brust zugeht, ist die Schulter zu weit, die Ärmel sitzen nicht, es ist zu lang und im Rücken und an der Taille zu weit. Und mit Arbeitslosengeld würde sich daran auch nichts verändern. Ich kaufe selten neu, aber ewig hält Kleidung auch nicht.

» cooper75 » Beiträge: 11925 » Talkpoints: 581,11 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Zitronengras, ich habe es probiert. Nur sind deine Brüste eben wohl eher nicht so groß und so schwer, wie ein einjähriges Kind.

Nein, wenn das so wäre, hätte ich sie mir verkleinern lassen. Das müsste dann ja auch die Krankenkasse bezahlen, wenn medizinische Implikationen vorhanden sind. Denn selbst wenn man das mit BHs oder Bodys stützen kann, man läuft ja nicht den ganzen Tag mit BH herum. Ich wöllte schon ohne BH schlafen und wenn das nicht gänge, dann hätte ich da was machen lassen. Ich habe aber auch wunde Stellen unter der Brust, aber das liegt an einer chronischen Hauterkrankung, das habe ich auch am Bauch und am Nacken.

Außerdem würde mir auch mit Quetschen keine Oberbekleidung von der Stange passen. Wenn es an der Brust zugeht, ist die Schulter zu weit, die Ärmel sitzen nicht, es ist zu lang und im Rücken und an der Taille zu weit. Und mit Arbeitslosengeld würde sich daran auch nichts verändern. Ich kaufe selten neu, aber ewig hält Kleidung auch nicht.

Selbst wenn das so ist, dann muss man aber auch mal sagen, dass der Anteil von Frauen mit solchen Problemen in der Gesamtbevölkerung ja nun nicht wahnsinnig hoch sein wird. Und wenn es einen ALG-II-Empfänger geben sollte, der aufgrund von sehr großen Brüsten Sonder-BHs braucht, dann könnte der vielleicht einen Härtefall geltend machen und dafür etwas mehr Bekleidungspauschale bekommen oder er verzichtet dann eben auf etwas anderes, wie den teuren Smartphone-Vertrag. So schlimm finde ich das jetzt nicht.

» Zitronengras » Beiträge: 8807 » Talkpoints: 27,48 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Dafür gibt es nicht mehr Geld. Und es gibt genügend andere Einzelfälle, die in der Masse dann eben trotz Sparsamkeit und Disziplin arm dran sind. Mittlerweile sehen doch schon die Behörden zu, dass Jobs zu einem Euro reihum vermittelt werden, weil das zusätzliche Geld gebraucht wird.

Es sind doch diese Kleinigkeiten, die es unter Umständen richtig hart machen. In manchen Regionen findest du keinen Zahnarzt, der eine Füllung ohne Zuzahlung macht. Zahnersatz kostet oft genug trotz einfacher Ausführung und doppeltem Festzuschuss einen nennenswerten Eigenanteil. Eine Gleitsichtbrille wird zum Problem.

Einen Zuschuss für Nachhilfe gibt es nur, wenn die Versetzung gefährdet ist. Ist die Gefahr gebannt, muss es so gehen. Damit sind Kinder aus solchen Haushalten stark benachteiligt, weil Förderung fehlt. Und ich meine nicht, dass man Kinder zum Abitur drillt, sondern dass man sie mit einer schwachen Vier in Mathe oder Englisch nicht hängen lässt.

Ich habe gerade die erst die Listen der Schule für die Jungs abgearbeitet. Ich habe nicht teuer gekauft, sondern die vorgegebenen Bücher und Materialien genommen, anders geht es ja nicht. Pro Kind habe ich zwischen 220 und 260 Euro bezahlt. Bei ALG 2 gäbe es aber pro Kind nur 100 Euro für Lehrmittel aus dem Bildungspaket. Da kommt immer etwas, das den Regelsatz deutlich sprengt. Mal sind es unzählige Bücher, mal der genau vorgeschriebene Taschenrechner für 120 Euro.

» cooper75 » Beiträge: 11925 » Talkpoints: 581,11 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Dafür gibt es nicht mehr Geld. Und es gibt genügend andere Einzelfälle, die in der Masse dann eben trotz Sparsamkeit und Disziplin arm dran sind. Mittlerweile sehen doch schon die Behörden zu, dass Jobs zu einem Euro reihum vermittelt werden, weil das zusätzliche Geld gebraucht wird.

Ein-Euro-Jobber werden halt auch gerne für Tätigkeiten eingesetzt, die sonst keiner machen will. Wer hat schon Lust, den Müll vom Straßengraben aufzusammeln oder die Gehwege zu fegen? Wenn die Stadt dafür Firmen kommen lassen würde, wäre das richtig teuer. Das finde ich jetzt gar nicht mal so schlimm, wenn man das an Ein-Euro-Jobber vergibt. Früher waren das die ABM-Maßnahmen.

Es sind doch diese Kleinigkeiten, die es unter Umständen richtig hart machen. In manchen Regionen findest du keinen Zahnarzt, der eine Füllung ohne Zuzahlung macht. Zahnersatz kostet oft genug trotz einfacher Ausführung und doppeltem Festzuschuss einen nennenswerten Eigenanteil. Eine Gleitsichtbrille wird zum Problem.

Braucht man unbedingt eine Gleitsichtbrille? Tut es nicht eine normale? Ich finde, das ist unnötig. Meine Mutter nutzt seit Jahren die Brillen, die man in vorgegebenen Stärken am Supermarkt an der Kasse findet. Sie gehen auch. Man muss keine Ete-Petete-Gleitsichtbrille kaufen. Und Zahnersatz im nicht sichtbaren Bereich muss auch nicht sein. Sowohl meine Eltern als auch mein Freund und ich haben Zahnlücken bei den Backenzähnen. Da passiert gar nichts.

Einen Zuschuss für Nachhilfe gibt es nur, wenn die Versetzung gefährdet ist. Ist die Gefahr gebannt, muss es so gehen. Damit sind Kinder aus solchen Haushalten stark benachteiligt, weil Förderung fehlt.

Oh wie schrecklich, das Kind kann nicht zur Nachhilfe. Es soll ja tatsächlich Kinder geben, die ganz ohne extra Nachhilfeunterricht ihren Schulabschluss geschafft haben. Zeiten waren das. Und wenn Kinder schlecht in der Schule sind, können sich ja auch die Eltern mit dem Kind mal hinsetzen. Man findet sicher alle Antworten zu den Hausaufgaben auch online und kann sich das als Erwachsener wieder aneignen, wenn die eigene Schulzeit zu lange her ist. Englisch ist ein Lernfach, da muss man die Vokabeln halt mal auswendig lernen und sich auf den Hosenboden setzen.

Und ich meine nicht, dass man Kinder zum Abitur drillt, sondern dass man sie mit einer schwachen Vier in Mathe oder Englisch nicht hängen lässt.

Vielleicht sollte man auch mal akzeptieren, dass das Kind dann offenbar keine Leuchte ist. Das soll es geben. Es kann nicht jedes Kind ein Genie werden und manche schaffen eben nur den Hauptschulabschluss.

Ich habe gerade die erst die Listen der Schule für die Jungs abgearbeitet. Ich habe nicht teuer gekauft, sondern die vorgegebenen Bücher und Materialien genommen, anders geht es ja nicht. Pro Kind habe ich zwischen 220 und 260 Euro bezahlt. Bei ALG 2 gäbe es aber pro Kind nur 100 Euro für Lehrmittel aus dem Bildungspaket. Da kommt immer etwas, das den Regelsatz deutlich sprengt. Mal sind es unzählige Bücher, mal der genau vorgeschriebene Taschenrechner für 120 Euro.

In meiner Schulzeit haben wir die Bücher ausgeliehen. Die bekam man vom Lehrer, jeder hat eines aus dem Karton erhalten, gut drauf ausgepasst und das nach dem Schuljahr wieder abgegeben für die nächsten. Und ich denke, wenn es die Möglichkeit des Ausleihens nicht gibt, dann kann man die Bücher auch gebraucht kaufen - genauso wie den Taschenrechner von ebay.

» Zitronengras » Beiträge: 8807 » Talkpoints: 27,48 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Man soll also akzeptieren, dass das Kind keine Leuchte ist? Okay, würde ich ja normalerweise unter gewissen Umständen akzeptieren, wenn das Kind zu faul für alles ist. Doch wenn es Lerndefizite hat, hat es diese nun einmal und man kann es erlernen, wenn die Nachhilfe für all jene bezahlt werden würde, die eben entsprechend auf staatliche Hilfe angewiesen sind.

Wenn das nun akzeptiert werden soll, dann ist die Chance größer, als sowieso schon, dass ein H4-Kind weiter in die Spirale der Job Centern rutscht und nie ein Teil der Gesellschaft wird. Denn auch hier im Forum ist das Hartz-IV Empfänger Bashing sehr weit verbreitet.

Das leidige Thema der 1-Euro Jobs ist schön Malerei der Job Centern. Unterm Vorwand der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zur Wiedereingliederung für Langzeitarbeitslose gedacht, aber die Umsetzung läuft gegen 0. Seien wir doch mal ehrlich und realistisch.

Hartz 4 Empfänger stockt mit 1,-Euro Job auf. Dieser kann bis zu 2 Jahre den Job machen. Die einen müssen häkeln, strickeln, töpfern, malen usw. Das ist kein dummer Kindergartenwitz, denn auch ich musste diesen Rotz machen und nun erkläre mir den Effekt von Häkeln und Stricken in einem 1 Euro Job zur Wiedereingliederung in ein Arbeitsverhältnis?

Da gibt es keinen. Dasselbe ist, wenn ich alkoholkranke zum Müll aufsammeln schicken gehe, die dann mit 1,-Euro oder 1,25 Euro ihr Gehalt vom Amt bessern. Die werden auch nicht Müllmann und die Lücke im Lebenslauf bleibt. Einen geregelten Tagesablauf haben auch ohne diese "Beschäftigungsmaßnahmen" genug.

Ich habe viele Menschen kennengelernt die H4 bekommen. Mir kann niemand den Sinn erklären, wieso ein H4-Empfänger mit Meisterbrief in einem 1-Euro Job, weil seine Firma pleite ging nun Hundescheiße aufsammeln sollte.

Eine Bekannte von mir arbeitet in einem Einzelhandel und verdient gut 1400,-netto. Sie muss für circa 100,- Euro ( durch Kinder ) aufstocken. Letztens war ein Termin, wo man ihr nahe gelegt hat, den Job zu wechseln oder sich einen zweiten Job zu suchen, damit die 100,- Euro wegfallen. Mal im ernst, Vollzeitjob 160 Stunden in Monat und aufstocken, aber bitte einen neuen Job suchen, wie soll sie das machen?

Es gibt viele solcher Beispiele, die zeigen das Hartz IV von Merkel einfach ungerechtfertigt aufgeführt wurde, obwohl damals noch gar nicht alles so ausgereift geplant wurde, wie es eigentlich sollte. Der Gewinner war der Staat, weil durch den Wegfall der Sozialämter nun kein Bekleidungsgeld & Co mehr zu verschenken gibt.

1-Euro Jobs sind keine Eingliederung und nicht einmal 15 Prozent bekommen so eine Arbeit. Deutschkurse für nicht integrationswillige, die beim Job Center reihenweise stehen, gibt es auch nicht. So kann sich nichts ändern. Wenn dann die Diätpauschale aber mal eben um satte 1000,- Euro hoch ist, dann kann man schon sagen, wo ist Euer Problem?

Ihr beschwert euch, das Hartz IV Empfänger über 4,-Euro lachen? Selbst all jene, die diszipliniert sind usw? Während ihr lieber Steuern dafür zahlt, dass jemand auf Eure/Meine Kosten Mont Blanc Kugelschreiber kauft? Sich die Diätpauschale hochschrauben? Business-Class auf unsere Kosten fliegen uvm... Nun ja, jedem das seine. Mir unbegreiflich.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5379 » Talkpoints: 25,21 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Man soll also akzeptieren, dass das Kind keine Leuchte ist? Okay, würde ich ja normalerweise unter gewissen Umständen akzeptieren, wenn das Kind zu faul für alles ist. Doch wenn es Lerndefizite hat, hat es diese nun einmal und man kann es erlernen, wenn die Nachhilfe für all jene bezahlt werden würde, die eben entsprechend auf staatliche Hilfe angewiesen sind.

Nein. Es gibt auch einfach mal dumme Kinder. Intelligenz ist eben unterschiedlich verteilt. Manche sind intelligent und haben gute Noten. Manche sind mäßig intelligent und liegen im Dreierbereich und manche Kinder sind halt keine Leuchte und da kann man auch nicht viel machen. Intelligenz und Schulnoten korrelieren in hohem Maße miteinander. Wer nur in einem Fach hinkt, der kann mit der Nachhilfe ja vielleicht noch einen Ausgleich schaffen, aber nicht in mehreren Fächern. Würde man ein dummes Kind durch zig Stunden Nachhilfe dazu bringen, dass es noch halbwegs gute Noten bekommt und einen höheren Abschluss schafft, dann hätte es in der nachfolgenden Schule (z.B. Theorieuntericht in der Ausbildung) wieder das gleiche Problem - ist ist einfach intelligenzmäßig schlechter als andere. Und dann hätte es auch keine schöne Kindheit, weil es dann andauernd in der Nachhilfe hockt. Dann lieber eine Schulform drunter nehmen.

Wenn das nun akzeptiert werden soll, dann ist die Chance größer, als sowieso schon, dass ein H4-Kind weiter in die Spirale der Job Centren rutscht und nie ein Teil der Gesellschaft wird. Denn auch hier im Forum ist das Hartz-IV Empfänger Bashing sehr weit verbreitet.

Intelligenz vererbt sich aber auch. So kann man es ebenso sehen. Wer selbst nicht helle ist, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch keine hellen Kinder haben und dass die dann keine Professoren werden, darüber muss man sich nicht wundern. Und Menschen mit weniger kognitiven Fähigkeiten bekommen eben tendenziell schlechtere Jobs ab und haben ein höheres Risiko für den sozialen Abstieg. Das liegt dann aber nicht an der bösen Gesellschaft, sondern am Mangel an Fähigkeiten. Klar gibt es auch sehr intelligente Menschen, die durch blöde Zufälle mal arbeitslos wurden. Aber die berappeln sich meistens wieder von alleine.
Hartz 4 Empfänger stockt mit 1,-Euro Job auf. Dieser kann bis zu 2 Jahre den Job machen. Die einen müssen hekeln, strickeln, töpfern, malen usw. Das ist kein dummer Kindergartenwitz, denn auch ich musste diesen Rotz machen und nun erkläre mir den Effekt von Hekeln und Strickeln in einem 1Euro Job zur Wiedereingliederung in ein Arbeitsverhältnis?

Ich würde gerne töpfern und malen. Was ist daran so schlimm? Meine Tante hat auch durch so eine Maßnahme Häkeln gelernt und das macht sie heute sehr gerne, sie verkauft auch manche gehäkelten Sachen. Und von einer anderen Frau, die so Häkeln gelernt hat, hab ich auch mal Taschen und Tücher gekauft, die hat da ein kleines Unternehmen daraus gemacht. Ist das alles ein Witz?

Kann sein, dass es nicht jedem Spaß macht und es wird sicherlich in vielen Fällen auch nicht zu einem Job führen. Aber ich finde es nicht schlimm, mal so etwas mitzumachen, mal kreativ zu sein. Das hat ja auch was von Gemeinschaft und Beschäftigung, wenn man solche künstlerischen Dinge ausprobiert. Ich würde da einfach mitwirken und nicht so viel herummeckern.
Ich habe viele Menschen kennengelernt die H4 bekommen. Mir kann niemand den Sinn erklären, wieso ein H4-Empfänger mit Meisterbrief in einem 1-Euro Job, weil seine Firma pleite ging nun Hundescheiße aufsammeln sollte.

Weil es halt so ist. Es gibt viele Regeln, die man im Alltag hinterfragen kann. Es gibt Verkehrsregeln, die ich nicht einsehe, es gibt steuerliche Regeln, die ich nicht einsehe, es gibt sicher auch beim Arbeitsamt Dinge, die man hinterfragen kann. Aber es ist einfacher, wenn man halt mitmacht und dann nicht den großen Aufstand probt. Wenn man diese Aufgabe nicht machen will, kann man sich ja ein Attest vom Arzt holen.
Ihr beschwer Euch, das Hartz IV Empfänger über 4,-Euro lachen? Selbst all jene, die diszipliniert sind usw? Während ihr lieber Steuern dafür zahlt, dass jemand auf Eure/Meine Kosten Mont Blanc Kugelschreiber kauft? Sich die Diätpauschale hochschrauben? Business-Class auf unsere Kosten fliegen uvm... Nun ja, jedem das seine. Mir unbegreiflich.

Du immer mit deinen Kugelschreibern, was soll denn dieses Beispiel? Du tust so, als könnte man das beeinflussen, was mit den Steuern passiert. Niemand findet es toll, wenn sich da einige solche Kugelschreiber für dermaßen viel Geld kaufen. Aber dagegen machen kann man auch nichts. Du tust nun so, als würde man den Abgeordneten das Geld gerne dafür geben und es den ALG-II-Beziehern neiden. Dazwischen besteht aber gar kein Zusammenhang und man hat als normaler Bürger auch keinen Einfluss darauf.

Man kann es aber sowohl unangemessen finden, dass manche Abgeordnete da zugreifen, was aber auch daran liegt, dass es Regelungen gibt, die ihnen das erlauben, als auch dass immer gejammert wird, der ALG-II-Bezieher könne sich keine teure Gleitsichtbrille oder den Super-Size-BH kaufen.

Eine Bekannte von mir arbeitet in einem Einzelhandel und verdient gut 1400,-netto. Sie muss für circa 100,- Euro ( durch Kinder ) aufstocken. Letztens war ein Termin, wo man ihr nahe gelegt hat, den Job zu wechseln oder sich einen zweiten Job zu suchen, damit die 100,- Euro wegfallen. Mal im ernst, Vollzeitjob 160 Stunden in Monat und aufstocken, aber bitte einen neuen Job suchen, wie soll sie das machen?

Das Jobcenter will sie halt aus der Statistik haben. Und es wäre ja für die Frau wirklich besser, wenn sie einen anderen Job hätte, bei dem sie mehr verdient. Oder etwa nicht? Würde sie dann sagen "Nein, ich möchte keinen anderen Job mit mehr Gehalt, ich bleibe lieber Aufstocker!"? Nein, würde sie sicherlich nicht.

» Zitronengras » Beiträge: 8807 » Talkpoints: 27,48 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Zitronengras, du bist wirklich witzig. Wenn ein Kind keine Leuchte ist. Aber sonst geht es noch? Ich habe die Mittelstufe in Mathe nur mit Nachhilfe überlebt, dann hat es Klick gemacht und mir wurde das Fach zum Studium empfohlen. Mein zweites Studium war extrem mathelastig. Es ging problemlos, aber ohne Nachhilfe wären die Lücken zu riesig geworden.

Und es ist ja schön, dass du deine Bücher von der Schule bekommen hast. Das war bei mir schon nicht immer so, mittlerweile ist es aus Geldmangel hier nur in wenigen Fächern so. Dank der Umstellung auf G8 sind die Bücher neu und gebraucht nicht zu haben. Und ich muss den Taschenrechner kaufen, den die Fachkonferenz erlaubt und nicht den, den ich gerade bei eBay bekomme.

Einer der Jungs braucht eine Zahnspange, die zahlt die Kasse komplett. Leider werden bis zum Abschluss der Behandlung in einigen Jahren nur 80 Prozent erstattet, den Rest muss man selbst tragen, den gibt es in ein paar Jahren zurück. Es kommen mehrere Ausflüge, die Fahrkarten kosten monatlich 24 Euro, es mussten für zwei der Jungs neue Hallenschuhe her. Badminton und Tischtennis kommen dieses Jahr, also müssen Schläger und Bälle gekauft werden, 30 Euro gehen für Kopiergeld weg. Mit Hartz wird das extrem schwer.

» cooper75 » Beiträge: 11925 » Talkpoints: 581,11 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Ich deute Coopers Beispiel mit dem BH als das, was es eben auch ist: Eines von ganz vielen Beispielen, warum das Leben nicht nach einem soziologischen und idealen Muster-Modell verläuft. Manchmal scheint es mir, dass es zuweilen an Empathie mangelt sich in völlig unterschiedliche Lebensverläufe hineinzuversetzen. Es ist nun mal nicht jeder Empfänger von Hartz IV jung, physisch und psychisch gesund sowie mit einem guten und gebenden Umfeld gesegnet.

Ich könnte jetzt Hunderte von Beispielen, sowohl reale als auch fiktive bringen, wann und warum das Geld nicht reichen könnte. Das mit dem BH wäre nur eines, was Cooper aus ihrer Lebensrealität angebracht hat, Wibbeldribbel hat das Beispiel mit den Schuhen angeführt, ich selbst habe gestern mal eben 25 Euro in der Apotheke lassen müssen für nicht verschreibungspflichtige, aber notwendige Medikamente und wenn das nicht so klappt, dann werde ich nächste Woche das doppelte dort lassen müssen.

Mir fielen ad hoc noch Dutzende mir bekannte Beispiele ein, wo Leute unverschuldet in Hartz 4 gerutscht sind, ohne dass es sich um die Riege der Kachel-Tisch-Besitzer und Unterschichten-TV Konsumenten handelt, auf die hier nicht wörtlich, aber implizit Bezug genommen wird, wie es mir scheint. Und bei diesen Leuten ist die Lebensrealität zum Beispiel, dass man sich als kranker Mensch nicht leisten kann zur Beerdigung der eigenen Mutter zu fahren, weil die Fahrt durch die Republik mal eben mehrere Hundert Euro kosten würde. Und von den angeblich einfach zu sparenden Rücklagen muss dann aber demnächst die Waschmaschine oder die Wohnungsrenovierung bezahlt werden.

Ich möchte jetzt auch keine Diskussion darüber führen, womit oder wie man explizit jene Beispiele "lösen" könnte, da könnte man über jedes einzelne jetzt seitenweise diskutieren oder die genauen Hintergründe erläutern, damit es verständlicher wird, denn das einzelne Beispiel ist nicht der Punkt. Dieser besteht einfach darin, dass im Satz ein gewisser Betrag für die echten Unwägbarkeiten des realistischen Lebens zu fehlen scheint. Wobei ich natürlich auch denke, dass Markenkleidung und teure Handy-Verträge denkbar ungünstige Beispiele für eine angebliche Gleichstellung oder Notlage sind.

» Verbena » Beiträge: 4067 » Talkpoints: 4,18 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Ja du bist immer irgendwie anders, das ist mir schon klar. Badminton und Tischtennis hat man in normalen Schulen nicht. Wenn du deine Kinder zu irgendwelchen "besseren" Schulen schickst, wo sie solche Extrasachen lernen, dann musst du das halt auch bezahlen. Aber notwendig ist das ja nicht.

» Zitronengras » Beiträge: 8807 » Talkpoints: 27,48 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


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