Nervig wenn Partner sich in Beziehung nach einem richtet?

vom 15.01.2016, 20:32 Uhr

Eine Bekannte von mir war vor einiger Zeit in einer Beziehung mit einem Mann, der sie nun aber verlassen hat. Im Bekanntenkreis wird nun spekuliert warum die Beziehung keine Zukunft hatte, wo die beiden sich doch so gut verstanden haben.

Einige haben dann direkt kritisiert, dass unsere Bekannte sich zu sehr nach dem neuen Partner gerichtet hat. So hat sie sich beispielsweise vor 2 Jahren neue Sitzmöbel für das Wohnzimmer gekauft und letztes Jahr wieder neue, weil der Mann meinte, dass doch eine Liegecouch ganz praktisch wäre. Sie dachte über die Anschaffung eines neuen Bettes nach, da ihm das alte zu schmal war und richtet sich auch sonst häufig nach ihm.

Ich denke schon, dass so ein Verhalten auch schnell zum Ende einer Beziehung führen kann. Ich selbst hätte keine Lust auf einen Partner, der immer alles macht was ich ihm sage. Das würde mich langweilen und ich hätte den Eindruck, dass mein Gegenüber keine Persönlichkeit hat. Wie seht ihr das? Mögt ihr es wenn euer Partner sich in der Beziehung dauernd nur nach euch richtet oder nervt es euch eher?

» Crispin » Beiträge: 14933 » Talkpoints: 5,72 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich finde es kommt eher darauf an, worum es geht. Ich richte mich beispielsweise auch gerne nach meinem Partner, wenn es eher um belanglose Kleinigkeiten geht. Wenn er beispielsweise Fisch möchte, dann gibt es Fisch zum Essen. Ich finde nicht, dass davon die Welt untergeht.

Bei anderen Sachen wie beispielsweise den Kauf von Möbeln, da entscheiden wir immer gemeinsam und haben beide ein Mitspracherecht, aber da ist auch jeder anders. Schließlich gibt es Beziehungen, da hat jeder "sein" Gebiet. Meine Schwiegermutter entscheidet beispielsweise alles, was mit der Küche und dem Haushalt zu tun hat, während ihr Mann alles entscheidet was mit dem Auto und Handwerk zu tun hat.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ich denke durchaus, dass man gewisse Dinge in einer Beziehung auch ansprechen kann und es nicht schlimm ist, wenn man auch mal Dinge macht, an die man so nicht sofort gedacht hat. Es ist doch auch nicht schlimm, wenn man mal einen Kompromiss eingeht. Natürlich sollte man aber über alles reden und dann auch seine eigene Meinung haben dürfen.

Meiner Meinung nach muss man in einer Beziehung gleichgestellt sein und auf einer Ebene stehen. Wenn da ein Ungleichgewicht ist, ist es für beide Partner nicht schön und man wird über kurz oder lang ständig miteinander streiten.

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» Ramones » Beiträge: 42410 » Talkpoints: 2,89 » Auszeichnung für 42000 Beiträge



Ich würde nun auch keinen Partner an meiner Seite wollen, der quasi keine eigene Meinung hätte und mir immer bei allem zustimmen würde. Wenn immer ich die Vorschläge machen müsste und mein Freund mir immer nur zustimmen würde, dann fände ich das auch merkwürdig. Ich würde mich fragen, ob er denn wirklich zu nichts eine Meinung hätte oder ob er allgemein so lustlos wäre, dass er eben zu allem immer nur "ja" sagen würde, weil das eben der einfachste Weg wäre. Glücklich wäre ich damit aber natürlich nicht. Ich will ja auch nichts alleine entscheiden, sondern gemeinsam Entscheidungen treffen.

Mein Freund ist wirklich auch sehr lieb und zuvorkommend und lässt mich wirklich oft entscheiden. Das liegt aber daran, dass er sehr unkompliziert ist und dass ihm quasi alle Gerichte schmecken, dass es viele Filme gibt, die ihn interessieren, dass er mit vielen Menschen klar kommt und so weiter. Dennoch habe ich nie das Gefühl, dass mein Freund sich irgendwie nach mir richtet. Er begründet seine Entscheidungen ja und es kommt dennoch oft vor, dass wir Kompromisse schließen.

Ich denke, dass da ein Mittelweg einfach ganz wichtig ist. Man sollte sich niemals fast komplett nach dem Partner richten und der Partner sollte sich nie komplett nach einem richten. Stattdessen sollte das Ganze einfach auf Gegenseitigkeit beruhen und man muss eben immer schauen, dass beide in einer Beziehung genügend entscheiden können und dass niemand die ganze Zeit nur deshalb etwas macht, um den Partner damit glücklich zu machen.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34162 » Talkpoints: 150,09 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Ich denke, dass jeder Mensch Aspekte hat, die ihm wichtig sind und Aspekte kennt, die weniger wichtig sind. Bei Dingen, die mir gar nicht wichtig sind, bin ich durchaus zu Kompromissen bereit oder passe mich an. Nehmen wir das Kino als Beispiel. Mein Partner geht nur in "besondere" Kinofilme, die sich seiner Ansicht nach viel besser auf einer Leinwand machen würden als zu Hause auf der Mattscheibe. Mir ist das jedoch egal. Wenn ich ins Kino gehe, geht es mir in erster Linie darum, mit Freunden oder meinem Partner Zeit zu verbringen. Der Film selbst spielt für mich eine eher untergeordnete Rolle, da man sich ja davor und danach ja noch trifft und sich darüber unterhält. Daher passe ich mich bei Kinofilmen durchaus an, bei anderen Sachen aber eher weniger.

Ich finde, dass man authentisch bleiben sollte und seine eigenen Bedürfnisse und Prinzipien dabei nicht vernachlässigen sollte. Wenn man sich zu sehr anpasst, dann schlägt die Liebe irgendwann in Groll um und man streitet nur noch. Das kann nicht wirklich Sinn der Sache sein. Daher verstehe ich Menschen nicht, die so überangepasst sind und das in jeder Hinsicht.

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,47 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Es klingt zwar oberflächlich zuvorkommend und rücksichtsvoll, wenn es immer nur heißt: Mach du, Schatz, ich richte mich nach dir! aber langfristig täuscht das ganz gewaltig, wie ich auch selber lernen musste. Wenn eine Hälfte dauerhaft keine Meinung hat und nur hinterhertrottet, bleibt an der anderen nämlich eine ganze Menge Arbeit hängen.

Selbst wenn es um an sich angenehme Dinge wie Anschaffungen oder Freizeit geht, so ist mit jeder Entscheidung Arbeit, Zeit und Energie verbunden, die sich der passiv-nachgiebige Partner schlicht spart und dem anderen aufbürdet. Und sich dabei oft noch als die "bessere Hälfte" fühlt, weil es ja immer nach dem Willen des anderen geht.

Ich selber habe aufgrund eines latenten Kontrollzwangs auch an sich kein Problem damit, in der Beziehung öfter mal zu entscheiden, wo es lang geht, aber nicht einmal ich möchte bei jedem Furz von der Wohnzimmercouch bis zur Frage: Essen gehen oder Takeaway? Meinungen einholen, recherchieren, auswählen und die Umsetzung in die Wege leiten, sodass sich der gute Herr nur noch ins Auto zu setzen braucht.

» Gerbera » Beiträge: 9102 » Talkpoints: 1,48 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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