Kind weint bei jeder Kleinigkeit, was tun?

vom 24.05.2020, 22:08 Uhr

Derzeit macht unser Jüngster eine sehr komische Phase durch. Er ist fünf Jahre alt und weint bei fast jeder Gelegenheit. Egal ob er hinfällt, sich etwas nicht traut, etwas nicht schafft oder einfach nur nicht seinen Willen nicht kommt.

Heute hat eine Situation den Höhepunkt erreicht. Wir waren auf dem Spielplatz und er hat sich kaum auf eine der Plattformen, Seile, Brücken oder Rutschen getraut. Wenn er oben war hat er geschrien wie am Spieß wenn sich etwas bewegt hat oder jemand an ihm vorbei wollte. Hat man versucht ihn runter zu holen, hat er weiter geschrien und sich an einem festgekrallt.

Er ist seit einiger Zeit sehr ängstlich ohne für uns ersichtlichen Grund. Die Situation macht uns langsam ein wenig Sorgen und wir können uns nicht erklären woran es liegt. Habt ihr Tipps wie man damit umgeht? Schenkt ihr euren Kindern Beachtung wenn Sie wegen Kleinigkeiten weinen? Mach dir einfach weiter und ignoriert ihr das?

» timbo007 » Beiträge: 841 » Talkpoints: 0,80 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich würde versuchen Verständnis zu zeigen. Er ist ja nicht mehr so klein und sollte daher verstehen, wenn du ihm Dinge erklärst. Hat er also Angst, dann erzählst du ihm, dass es ganz normal ist auch mal Angst zu haben und das man das selbst als Erwachsener mal hat. Beim Willen durchsetzen erkläre ihm, was deine Gründe sind, warum du so handelst und warum sein Willen nicht durchgesetzt werden kann. Wenn er hinfällt, dann nehme ihn einfach kurz in den Arm, sage ihm, dass das besser wird und du seinen Schmerz verstehst.

Manchmal hilft auch eine kleine Bestechung, wenn man sich Sachen nicht traut. Ich stand als Kind beispielsweise mal auf einer großen Rutsche, wollte das auch ausprobieren und meine Mutter wollte sogar mit mir rutschen, aber ich fing einfach nur an zu weinen und habe mich nicht getraut. Sie hat es mir erklärt, aber ich bin nicht darauf eingegangen und dann hat sie mich bestochen, der Anreiz war für mich so groß, dass ich mich überwunden habe und letztendlich gar nicht mehr weg wollte von der Rutsche. Immer kann das natürlich auch nicht die Lösung sein, aber das weiß das Kind meistens auch schon.

Wenn er sich also nicht traut darüber zu gehen kann er sich vielleicht ein Vorlesen verdienen oder was er auch immer gerne mag. Meine Tochter hatte neulich so eine Situation mit mir. Sie saß ganz oben auf der Rutsche, die wirklich sehr groß ist und auf die man vorher klettern muss, das hat sie aber wirklich gut hinbekommen auch schon länger. Nun saß sie da oben an der Rutsche und traute sich nicht mehr. Sie fing dann an zu schreien und weinte. Alles zureden brachte nichts mehr, sie beruhigte sich auch nicht und für mich wäre es mehr als schwer gewesen sie da nun herunterzubekommen, selbst ihr Bruder bekam sie nicht dazu einfach zu rutschen. Ich habe ihr also ein Luftballon versprochen, wenn sie sich traut und das hat sie dann auch gemacht und ich habe sie so wieder nach unten bekommen. Zu Hause gab es dann den versprochenen Luftballon.

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» Ramones » Beiträge: 42074 » Talkpoints: 19,04 » Auszeichnung für 42000 Beiträge


Es gibt Kinder, die aus wahrscheinlich genetischen Gründen sehr sensibel sind und bei jeder Gelegenheit, die ihnen irgendwie Probleme bereiten, anfangen zu weinen. Ich war selber so eine Heulsuse. Wenn ich Probleme hatte, habe ich sehr schnell geweint und wurde dann getröstet. Das hat mir allerdings im Nachhinein geschadet, denn dieses Verhalten hat sich zu einer Strategie entwickelt, die dann später, zum Beispiel in der Schule und erst recht im Erwachsenenleben nicht mehr sozial adäquat ist. Es ist sehr schwierig, sich ein solches verinnerlichtes, fast schon instinktiv gewordenes Verhalten abzugewöhnen.

Ich bin kein Erziehungsberater, kann also nur von mir persönlich erzählen, was für mich wahrscheinlich besser gewesen wäre als Trost und Aufmerksamkeit. Für mich wäre es gut gewesen, wenn das Weinen einfach ignoriert worden wäre. Dann hätte es wahrscheinlich schnell aufgehört, hätte keine positiven Folgen ausgelöst und hätte sich dadurch nicht manifestiert. Also ich würde dazu raten, es einfach zu ignorieren, außer wenn es etwas Schlimmes war, wie beispielsweise ein aufgeschürftes Knie oder ein wirklicher Schock, wie ein auf dem Kind hochspringender Hund oder so was.

» blümchen » Beiträge: 1017 » Talkpoints: 7,72 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



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