Kann Restemitgabepflicht in Gastro Bereitschaft erhöhen?

vom 10.06.2022, 21:58 Uhr

@cooper75: Es ist immer wieder schön zu lesen, wie maßlos du übertreiben kannst. Aber man auch alles kaputt regeln. Und ja, wenn der Gesetzgeber etwas aufzwingt, muss er es auch kontrollieren können. Da fände ich es besser, wenn zum Beispiel bei der Lebensmittelkontrolle versucht würde, dass man in den Restaurants, wo viel auf den Tellern bleibt, die Portionsgröße überdenken sollte. Das fände ich besser, als wenn über Zwänge etwas regulieren will.

Und mal ehrlich, wenn ich essen gehe, möchte ich nicht unbedingt meine Reste danach durch die Gegend tragen. Wie das hier schon mehrfach zur Sprache kam, will man danach noch woanders hin. Sieht bestimmt toll aus, wenn im Theater der größte Teil der Besucher noch die Reste vom Essen mitbringt.

Aber nur weil es das große Amerika so toll macht, muss man es ja nicht unbedingt in Europa auch umsetzen. Kleinere Portionen wären das der bessere Schritt. Denn nicht jeder Restaurantbesucher hat zu Hause einen Hund, der dann die Reste bekommen kann. Und viele der mitgenommenen Speisen, werden dann eben über den privaten Müll entsorgt, weil man eben am nächsten und übernächsten Tag keine Lust drauf hat, das noch zu essen. Der Müll bleibt also, wurde aber nur verlagert.

» Punktedieb » Beiträge: 17273 » Talkpoints: 85,15 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Übrigens sind es in den USA meiner Erfahrung nach freiwillige Angebote, die Essensreste aus dem Restaurant mitnehmen zu können. Eine Verpflichtung dazu besteht nicht, zumindest nicht in den Bundesstaaten, die ich kürzlich besucht habe (z.B. Kalifornien). Man kann natürlich die Reste einpacken lassen und mitnehmen, aber es gibt keine Pflicht dazu. Insofern weiß ich nicht genau, worin die Fortschrittlichkeit gegenüber Europa besteht, denn meiner Erfahrung nach ist es hier meistens genauso.

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» lascar » Beiträge: 3693 » Talkpoints: 675,17 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Irgendwie ist das mal wieder eine typisch deutsche Diskussion. Erst mal nach tausend Gründen suchen warum das auf gar keinen Fall geht, statt einfach mal die Chancen zu sehen und zu schauen ob das klappen könnte.

Im Grunde genommen ist das doch total simpel. Das Restaurant schafft sich ein paar Pappboxen an, fragt die Gäste ob sie die Reste eingepackt bekommen wollen und die sagen dann entweder "ja" oder "nein". Es wird niemand gezwungen irgendwas mitzunehmen und die Pappboxen sind nun auch nicht extrem teuer, nehmen nicht extrem viel Platz weg und schlecht werden sie auch nicht.

Bei uns gibt es Restaurants, die das schon lange so handhaben. Manchmal habe ich schon etwas mitgenommen und manchmal nicht. Ich kann das selber sehr gut einschätzen. Ich will keine alten Pommes essen, also nehme ich die nicht mit, während man die übrig gebliebenen Maultaschen problemlos am nächsten Tag in einer Brühe aufwärmen kann.

Und zum Thema Portionsgrößen - wie wäre es einfach mit fragen, wenn man eine kleinere oder größere Portion will? Ich habe das schon öfter gemacht und ich habe es noch nie erlebt, dass jemand es abgelehnt hat mir eine kleinere Portion zu machen oder eine Vorspeise in Hauptspeisengröße zu servieren.

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» Cloudy24 » Beiträge: 26837 » Talkpoints: 153,40 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Cloudy24 hat geschrieben:Irgendwie ist das mal wieder eine typisch deutsche Diskussion. Erst mal nach tausend Gründen suchen warum das auf gar keinen Fall geht, statt einfach mal die Chancen zu sehen und zu schauen ob das klappen könnte.

Naja, wobei es hier ja hauptsächlich darum ging, dass es unpraktisch wäre, wenn eine Restemitnahme verpflichtend wäre. Dass das in anderen Ländern anscheinend nicht der Fall ist und auch in Spanien nicht geplant ist, wurde meinem Eindruck nach ja durchaus bereits thematisiert. Und Mitnahmeboxen auf freiwilliger Basis sind doch auch in Deutschland keine Innovation, die nur zögerlich Verbreitung finden würde, das gibt es doch auch bei uns schon lange.

Was an der Diskussion besonders typisch deutsch ist, ist mir noch nicht ganz klar. Vielleicht magst Du noch einmal bei Gelegenheit herausarbeiten, welche Aspekte der Diskussion exemplarisch für das "typisch deutsche" sind, und in wieweit das Thema in anderen Ländern anders diskutiert werden würde? Also zum Beispiel "In Deutschland diskutiert man nach folgendem Muster, während man in UK / Frankreich / USA / Schweden / Italien so und so diskutieren würde."

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» lascar » Beiträge: 3693 » Talkpoints: 675,17 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



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