Ist inkonsequentes Verhalten für euch unsympathisch?

vom 06.05.2018, 22:00 Uhr

Manche Leute behaupten, es gäbe nichts Unsympathischeres an einem anderen Menschen als inkonsequentes Verhalten. Mich hat diese Aussage überrascht und ich fand es schon etwas hart, mir fielen da wesentlich schlimmere Dinge ein, die unerträglich sind, aber nicht unbedingt ein inkonsistentes Verhalten. Es ist natürlich teilweise auch für das Umfeld etwas bis sehr anstrengend, wenn jemand ständig seine Meinung ändert, sich heute so und morgen anders verhält, aber ich würde das nicht unbedingt als unsympathisch definieren.

Der einzige Punkt, wo ich der Aussage zustimmen würde, wäre ein extrem launisches und ungerechtes Verhalten, wo man nicht weiß, ob man in der einen Minute angeschrien und in der nächsten zuckersüß angelächelt wird, das ist auch eine Art, mit der ich nicht gut umzugehen weiß. Das ist für mich aber nicht zwangsläufig Inkonsequenz, sondern eher Launenhaftigkeit.

Findet ihr inkonsequentes Verhalten unsympathisch? Sind wir nicht letztlich alle mal etwas inkonsequent und strafen unsere eigenen Aussagen und Überzeugungen Lügen? Nehmt ihr anderen Inkonsequenz übel?

» Verbena » Beiträge: 2969 » Talkpoints: 6,34 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Bis zu einem gewissen Level ist es natürlich verständlich, wenn jemand seine Handlungen und Eigenheiten nicht bis zur letzten Konsequenz durchzieht. Ich finde auch, dass Menschen, die nie "Fünfe grade sein lassen" schnell in unflexibles und selbstgerechtes Verhalten verfallen, und das macht sie mir auch nicht gerade sympathischer.

Andererseits bin ich selber auch nicht die flexibelste Person und sehe es daher schon ganz gerne, wenn ich bei einem Mitmenschen zumindest grob weiß, woran ich bin und wenn die Leute auch das meinen, was sie sagen. Wenn sich mir beispielsweise jemand als strikter Vegetarier vorstellt und dann doch ein Schnitzel bestellt, irritiert mich das schon, weil ich mich frage, wieso die Person Wasser predigt und Wein trinkt. Auch was die Ansprüche anderer an meine Person angeht, finde ich es hilfreich, wenn ich von einem Treffen zum anderen damit rechnen kann, dass sich nicht allzu viel ändert, weil es sonst irgendwann anstrengend wird.

» Gerbera » Beiträge: 6802 » Talkpoints: 7,19 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Ich ziehe da schon eine Grenze, was die Inkonsequenz angeht. Im Allgemeinen habe ich mit Inkonsequenz kein Problem, solange das nicht großartig thematisiert und darüber gejammert wird. Wenn X also Diät machen will, aber trotzdem die verbotene Schokolade nascht, habe ich damit kein Problem. Aber wenn hinterher darüber gejammert wird, dass X dicker geworden ist (durch die vielen Ausnahmen beim Naschen) dann finde ich das schon unsympathisch und auch nervtötend, gerade wenn ich das Gejammer direkt abbekomme.

Abgesehen davon finde ich es auch unsympathisch, wenn sich diese Inkonsequenz auf Mitmenschen direkt bezieht - in diesem Fall auf mich. Soll heißen, wenn jemand nicht weiß, ob er etwas mit mir zu tun haben möchte oder nicht. Ich hatte mal den Fall, da kam Y um die Ecke und wollte erst Freundschaft, dann wollte sie gar keinen Kontakt und dann spamte sie mich aber mit Nachrichten voll und suchte chronische Bestätigung, um ihre Minderwertigkeitskomplexe zu minimieren. Bei so etwas werde ich auch rasend.

Ich brauche klare Ansagen, wenn es direkt um meine Person geht und nicht so eine extreme Launenhaftigkeit. Ich kann mich nicht auf eine Person einstellen und meine Schlüsse daraus ziehen, wenn die Person alle zwei Stunden ihre Meinung und damit ihr Verhalten mir gegenüber verändert. So ein Verhalten ist einfach nur kindisch und unreif und alles andere als nachvollziehbar.

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» Täubchen » Beiträge: 25864 » Talkpoints: 1,32 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



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