Immer auf richtige Benutzung des Tempus eines Verbs achten?

vom 28.03.2021, 08:12 Uhr

Wenn ich meine Texte nach einem schnellen Schreiben durchlese, fällt mir sehr oft unangenehm auf, dass ich überhaupt nicht auf die richtige Benutzung der Zeitformen achte. Meisten nehme ich wie beim Sprechen einfach immer den Perfekt her und die Konjunktive passen sowieso meistens nicht. Beim Sprechen ist das egal, aber wenn man etwas liest, fällt das zumindest mir unangenehm auf. Ich habe festgestellt, dass es regional unterschiedlich ist, ob die Leute im Perfekt von etwas Vergangenem erzählen oder im Imperfekt. Der Konjunktiv stimmt sowieso meistens nicht. Ich weiß noch nicht einmal, wie er genau richtig ist. Meistens nimmt man ja würde, obwohl es so schöne Wörter gibt wie zum Beispiel "ich schwämme" als Konjunktiv 2 Präsens von schwimmen oder "ich röche" als Konjunktiv 2 Präsens von riechen.

Wenn ich schnell etwas schreibe, korrigiere ich das nicht, weil es nicht so wichtig ist. Aber ansonsten achte ich schon darauf, etwa früher, wenn ich einen Brief schrieb. Beim Reden ist mir das nicht wichtig, ich bin eh kein guter Erzähler. Wann achtet ihr auf die richtige Benutzung der Zeitform beim Reden oder Schreiben? Ist das eine Sache der Geschwindigkeit oder Überlegung? Oder geht das bei euch ganz automatisch richtig, weil es eure Eltern und die Schule immer richtig beigebracht haben? Ich habe das zuhause leider nicht gelernt, weil meine Mutter einen extrem starken Dialekt geredet hat und mein Vater sehr schweigsam war und nie in ganzen Sätzen redete. Allein dieser gerade geschriebene Satz ist grammatikalisch von den Zeitformen her schon völlig falsch.

» blümchen » Beiträge: 2749 » Talkpoints: 75,04 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Die von dir genannten Beispiele sind zwar genau genommen wirklich richtig, aber so benutzt das kaum jemand. Da könnte ich mir gut vorstellen, dass man dann auch nicht verstanden wird. Der vorletzte Satz deines Beitrags, den du als grammatikalisch falsch bezeichnet hast, hätte ich anders formuliert, die Zeitform wäre bei mir erst "ich habe das nicht gelernt" und dann "weil er Dialekt sprach". Ich würde beispielsweise nicht sagen, dass jemand Dialekt redet, sondern Dialekt spricht, weil ich das Wort reden da irgendwie komisch finde. Ob das aber grammatikalisch wirklich korrekt ist, weiß ich nicht, es kommt mir nur vertrauter vor.

» Zitronengras » Beiträge: 9342 » Talkpoints: 93,11 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ich selbst habe das Große Latinum und dafür sehr viel über Grammatik und gerade auch die richtige Anwendung der Zeiten gelernt. Die lateinische Grammatik ist insofern genau deckungsgleich zu unserer deutschen und noch viel strenger, denn wir haben es über die Jahrhunderte wohl ein bisschen schleifen lassen. Beim Reden und Zuhören bin ich nicht so aufmerksam und mir fallen höchstens gravierende Fehler auf, die ich selber oder andere machen. Andererseits habe ich auch schon versucht, beim Reden darauf zu achten, aber es hört sich dann recht gestelzt an und gibt alleine dadurch dem Gesagten manchmal schon eine seltsame Wendung.

Beim Lesen und Schreiben achte ich dann aber einfach schon aus Gewohnheit darauf. Es ist gar keine Fehlersuche, sondern es fällt mir einfach auf, ohne dass ich mich anstrengen muss. Ich habe dabei auch keine Regeln etc. im Kopf, sondern es hört sich in meinen Ohren einfach falsch an bzw. es sieht für meine Augen falsch aus, und dann gucke ich noch mal. Ich achte also nicht unbedingt absichtlich drauf, sondern es fällt mir eben auf und wenn es mein eigener Text ist, mag ich es so auch nicht stehen lassen, je nachdem, wo er steht.

» SonjaB » Beiträge: 2098 » Talkpoints: 40,57 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



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