Häufige Umzüge schädlich für Kinder?

vom 18.09.2018, 15:57 Uhr

Ich habe in meiner Kindheit einige Male den Wohnort wechseln müssen aus diversen Gründen. Inwiefern mir das geschadet hat kann ich allerdings nicht objektiv bewerten. Nun habe ich gelesen, dass häufige Wohnortwechsel bei Kindern und Jugendlichen das Psychoserisiko erhöhen soll. Könnt ihr das aus eurer Beobachtung und Erfahrung heraus bestätigen? Wie kann man den Schaden bei Kindern und Jugendlichen abmildern wenn ein Umzug bevor steht? Oder kommt es dabei in erster Linie auf den Charakter des Kindes an?

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,56 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich habe noch nicht gehört, dass Kinder durch häufige Umzüge irgendwann an einer Psychose erkrankt wären. Allerdings denke ich schon, dass sich häufige Umzüge schon negativ auf Kinder auswirken können. Je nachdem wohin sie dann ziehen, müssen sie ja auch ihre Freunde aufgeben und auf eine neue Schule oder in einen anderen Kindergarten gehen. Wenn die Kinder dann mehrfach aus dem gewohnten Umfeld gerissen werden, ist das sicherlich nicht so toll. Se müssen sich dann ja immer wieder neu gewöhnen und auch neue Freunde finden. Das stelle ich mir doch schon nicht so leicht vor, gerade wenn das mehrmals der Fall ist.

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» Nelchen » Beiträge: 32246 » Talkpoints: -0,17 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Es kommt sicherlich auch auf den Charakter und die Lebensphase des Kindes an. Ist das Kind schüchtern und traut sich nichts zu, dann macht man es mit dem Einfügen in ein immer wieder neu auftretendes Umfeld mit Sicherheit nicht besser. Allerdings dürfte das bei einem starken selbstbewussten Kind, was vielleicht auch noch im Sportverein ist eher weniger das Problem sein. Da weiß man wie eine Gruppe funktioniert und findet Anklang. Die psychische Stärke ist dabei vom Typ abhängig, was man erlebt hat und wie stark man ist.

Ständige Wohnortswechsel sind auch für Kinder keine leichte Sache. Je nachdem wie weit weg gezogen wird, verlieren sie ja jeden Rückhalt von Freunden, da sie mit denen nicht mehr befreundet sein können. Man muss gestärkt in der Familie sein um das gut zu überstehen und als Eltern sollte man mit dem Kind reden, vielleicht auch mal Kurse aufsuchen, damit das Kind selbstbewusster wird, es in einen Verein stecken, damit es Freunde finden kann, aber es nicht einfach abtun.

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» Ramones » Beiträge: 43577 » Talkpoints: 70,45 » Auszeichnung für 43000 Beiträge



Ich selbst bin als Kind nie umgezogen und kann deswegen nicht aus persönlichen Erfahrungen berichten. Meine Cousins dagegen mussten - aufgrund des Berufes meines Onkels - in ihrer Kindheit und Jugend sehr oft umziehen. Dem Einen der beiden hat das Umziehen sehr viel Spaß gemacht. Er hat immer noch sehr viele Kontakte in diverse Länder und erzählt ganz begeistert von seiner Kindheit während der andere gesagt hat, dass es ihm lieber gewesen wäre einen festen Wohnort zu haben. Mit 15 Jahren ist er dann auch zu seiner Oma nach Deutschland gezogen und hat dort den Rest seiner Jugend verbracht. .

Ich denke, ob einem Kind die Umzüge schaden oder nicht hängt auf jeden Fall ein Stück weit vom Charakter / Wesen des Kindes ab. Manche Kinder finden sehr schnell Freunde und finden auch die Veränderungen toll während Anderen eine stabile Basis mit gleichen Bezugspersonen und Umgebung um Einiges besser täte.

Mir persönlich hätten ständige Umzüge in andere Städte / Länder glaub ich auch nicht gefallen. Ich stelle mich nur sehr schwer auf Veränderungen ein und brauche auch einige Zeit bis ich mit Personen "warm" werde. Ich hatte als Kind zwei / drei beste Freundinnen - schon seit meiner Kindergartenzeit. Andere Freundschaften gab es natürlich auch, aber die waren dann nur sehr oberflächlich. Ob ich deswegen gleich eine Psychose entwickelt hätte vage ich zu bezweifeln, aber beurteilen kann ich das als Laie natürlich nur sehr schwer. Mag schon sein, dass solche "Kofferkinder" anfälliger dafür sind.

» EngelmitHerz » Beiträge: 2597 » Talkpoints: 31,26 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich vermute, dass die Menge immer ein gewisses Risiko birgt, dass Kinder einen Schaden davon tragen. Wir nehmen jetzt mal ständige Umzüge in gewissen Altersklassen an, wo Kinder schon soziale Kontakte in Schulen usw. gebildet haben. Das ist immer mit „Trauer“ für die Kinder sowie „Wut“ über den Umzug verbunden.

Immerhin werden Kinder aus einem gewohnten Umfeld mit ihren Freunden gerissen. Sie sind ja oft weiter weggezogen, sodass dann auch der Kontakt abreißt. Und für Kinder ist es nicht so leicht, wenn Mama/Papa sagen, du findest neue Freunde. Sie sind für die Kleinen das Ultimative und das sieht also kein Kind so gerne.

Auch der ständige Schulwechsel kann es erschweren, dass Kinder wieder Anschluss finden, da in den meisten Klassengemeinschaften eben schon eine feste soziale Bindung besteht und Neulinge nicht immer so leicht von außen dazukommen können. Das vergessen auch immer sehr viele Eltern.

Ich verstehe auch, wenn man aufgrund des Berufs umziehen muss. Selbstverständlich. Doch es gibt ja auch Eltern, die dann hier und dort die Miete nicht zahlen. Dann einfach durch Trennungen ständig ausziehen/umziehen wollen oder wiederum ständig mit jemanden zusammenziehen etc. Das tut mir für die Kinder auch immer riesig leid.

Kinder sind sehr häufig die Leidtragenden. Und wie soll ein Kind eigentlich dauerhaft heimisch werden, wenn keine Kontinuität im Umfeld herrscht? Immer neue Freunde, ständig neues Umfeld, ständig neue Schule usw. Das ist nie gut und das halte ich in der Tat für bedenklich.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5594 » Talkpoints: 0,12 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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