Futter auf Vorrat gekauft und Tier frisst es nicht mehr

vom 14.11.2021, 11:13 Uhr

Eine Bekannte von mir hat folgendes Problem. Sie hat einen Welpen bekommen und dementsprechend das Futter vor gekauft, was er wohl fressen soll. Da sie nun auch nicht ständig in den Laden wollte hat sie da wohl nicht wenig gekauft und nun kommt ihr Problem, der Hund frisst das gar nicht gerne. Anfangs ging das wohl noch, aber nun nicht mehr. Sie fragt sich nun, was sie machen soll.

Es würde ja die Möglichkeit geben, dass man das Futter einfach weiter gibt und der Hund das dann entweder frisst oder eben nicht, irgendwann wird er schon fressen. Allerdings gibt es da das Problem, dass man dann ja auch damit üben müsste, da man sich das Ganze sonst mit Leckerlie versaut. Eine andere Möglichkeit wäre wohl eine Spende für das Tierheim, aber geht das aktuell so einfach? Ich könnte mir vorstellen, dass das auch ein bisschen schwierig bei Corona ist, da man das ja anfassen muss. Was würdet ihr raten? Wie habt ihr solche Situationen gelöst?

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 45872 » Talkpoints: 4,32 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Wenn der Hund gesund ist und das Futter verträgt, dann gibt es hier nichts anderes. Ich ziehe mir definitiv keinen Mäkler heran. Der Halt wird je nach Alter des Tierchens ein- bis dreimal täglich für fünf Minuten hingestellt und dann wieder abgeräumt. Kein gesunder Hund verhungert vor einem vollen Napf. Und beim Training ist Futter du ungünstig, weil die Wertigkeit mit steigendem Sättigungsgrad sinkt. Ein Ball oder eine Beißwurst funktionieren eh erheblich besser.

Einer unserer früheren Nothunde ist ein gutes Beispiel, warum ich da hart bleibe. Das gute Tier hat seinen Besitzer voll im Griff gehabt. Die Futterkammer beinhaltete acht Trockenfuttersorten, unzählige Nassfutterdosen, Thunfisch, Hüttenkäse, Leberwurst und was nicht noch alles. Als ich den Hund abgeholt habe, war der Hundeanhänger mit sechs Boxen voll Futter. Der bekam bis zu sechs verschiedene Kombinationen von mit Leckerbissen verfeinertem Futter vorgesetzt und verweigerte fast jeden Tag das Meiste. Der war übrigens dabei top in Schuss und mit wahnsinnig gutem Fell gesegnet. Die erste Ausstellung mit dem "verhungernden" Tier brachte direkt ein V1.

Bei uns hat der zwei Wochen durchgehalten. Dann wurde gefressen und es gab nie wieder Probleme. Und bei meinen Hunden nehme ich generell schon Rücksicht auf deren Vorlieben. Sachen, die offensichtlich mit langen Zähnen genommen werden, werden nicht noch einmal eingekauft oder denen gegeben, die es mögen. Bei fünf Experten geht das meist. Aber Mäkeln? Das mache ich nicht mit.

Tierheime nehmen meist nur ungeöffnete Säcke. Die allerdings gern und auch während Corona. Man kann doch Abstand halten und die Übergabe im Freien erledigen.

» cooper75 » Beiträge: 12355 » Talkpoints: 518,73 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Prinzipiell kann ich dir schon mal sagen, dass Tierheime nur geschlossene Säcke von Futter annehmen. Das hängt damit zusammen, dass sie nicht riskieren können, dass das Futter verunreinigt oder sogar vergiftet wurde und dass sie nicht genau bestimmen können, wie lange das Futter bereits geöffnet ist. Wenn eine Tüte Trockenfutter zum Beispiel schon über ein Jahr lang offen ist, dann ist es für die Gesundheit und die Verdauung des Hundes auch alles andere als förderlich. Deswegen lohnt es sich nur geschlossene Tüten zum Tierheim zu bringen, alle anderen Tüten muss man dann leider entsorgen.

Meine geschlossenen Säcke an Hundefutter habe ich zum Tierheim gebracht, was aber daran lag, dass mein Hund das Futter nicht vertragen hat. Wenn er es lediglich nicht gerne gefressen hätte, dann hätte ich es behalten und definitiv weiter gefüttert, sofern gesundheitliche Probleme ausgeschlossen sind. Wie mein Tierarzt immer so schön meinte “Drei Tage nichts, dann frisst er es wieder.”. Ganz so dramatisch sollte man es dann nicht machen, aber da ist schon viel wahres dran.

Mein Hund hatte auch so eine Phase, wo er sein Futter nicht fressen wollte. Zu dem Zeitpunkt hatte er es aber rund um die Uhr zur Verfügung und konnte fressen, wann er wollte. Das hat er dann jedoch nicht wirklich getan und hat am Ende des Tages immer noch etwas von seiner Tagesration im Napf gehabt. Aber seitdem wir ihm das Essen nur noch einmal am Tag geben, frisst er anstandslos alles auf (ohne zu schlingen). Wenn er nicht innerhalb von fünfzehn Minuten anfängt zu essen, dann wird es noch mal für ein paar Stunden weggestellt und spätestens dann hat er es gefressen.

Wichtig war bei meinem Hund vor allem der Umgang mit den Leckerchen. Wenn mein Hund nämlich vor seinem Essen immer mal ein Schweineohr oder andere Sachen bekommen hat, dann konnte ich beobachten, dass er sein Futter tatsächlich ignoriert hat, weil er mehr oder weniger gehofft hat, dass es noch ein paar Leckerchen gibt. Deshalb gibt es seine Snacks inzwischen nur noch, wenn er sein normales Futter bereits gefressen hat. So frisst er sein Trockenfutter und wartet nicht ab, ob es nicht doch noch “etwas Besseres” geben könnte.

Wenn gesundheitliche Probleme ausgeschlossen sind, dann würde ich deiner Bekannten also weiterhin empfehlen, dass sie “ihr Ding durchzieht”. Wenn der Hund nicht innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten anfängt zu essen, dann wird sein Futter für ein paar Stunden weggestellt, bevor man es ihm erneut anbietet. Das muss man maximal ein paar Tage durchziehen und dann wird der Hund schon von alleine fressen. Glaub mir: Es ist noch nie ein Hund vor einem vollen Napf verhungert. :lol:

» Hufeisen » Beiträge: 5959 » Talkpoints: 9,14 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^