Freude haben etwas wegzuwerfen?

vom 19.09.2017, 07:33 Uhr

Bei der Sendung "Der Trödeltrupp" sieht man immer wieder Menschen, die Jahre lang irgendwelche Dinge gesammelt haben. Oftmals ist dann auch viel Müll dabei, der aussortiert werden muss und eben nicht mehr verkauft werden kann. Dafür bestellt der Trödeltrupp dann meistens einen Container.

Manchmal müssen die Sammler dann erst überzeugt werden, dass sie sich überwinden, den ersten Gegenstand in den Container zu werfen. Wenn sie das allerdings dann geschafft haben, haben sie teilweise sogar Freude daran etwas wegzuwerfen. Ich muss sagen, dass ich auch gerne mal etwas entsorge und mir das durchaus Spaß macht. Gerade, wenn ich dann sehe, dass wieder Ordnung herrscht und es Platz schafft.

Habt ihr Freude daran etwas wegzuwerfen? Oder tut ihr euch da auch zuerst schwer, bis ihr dann vielleicht doch Spaß daran habt und Erleichterung empfindet? Oder kennt ihr jemanden, der erst im Laufe der Zeit Freude daran gefunden hat, mal etwas zu entsorgen? Tut man sich da generell eher schwer?

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» Nelchen » Beiträge: 32054 » Talkpoints: 4,56 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Ich finde ausmisten ist tatsächlich immer irgendwie am Ende eine Befreiung. Ich kann mich aber trotzdem meist schwer überwinden, weil wir so ein Lumpensammler-Gen in der Familie haben. Gerade mein Vater hat alles immer in den Keller geschleppt und meine beiden Opas sollen auch sehr anhänglich gewesen sein. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich mich mittlerweile leichter trennen kann. Ich bin seit einigen Monaten sporadisch immer wieder dabei Dinge auszusortieren. Mir fällt es aber leichter Dinge weg zu geben, die ich verkaufen, verschenken oder spenden kann.

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» Bellikowski » Beiträge: 7689 » Talkpoints: 14,57 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Ich bin generell bemüht, mein Herz nicht zu sehr an materielle Besitztümer zu hängen, und das, obwohl ich auch einen ausgeprägten Sammeltrieb habe. Aber ich finde andererseits eben auch, dass zuviel Ramsch und Trödel einfach belastet. Man hat weniger Platz, Zeit und Nerven für die Dinge, Menschen und Erlebnisse, die einem wirklich etwas bedeuten, wenn die Wohnung und das Leben bis obenhin mit sinnlosem Zeug vollgestopft sind, nur weil man von allen Seiten eingeredet bekommt, man müsse ständig kaufen und konsumieren. Deswegen empfinde ich es durchaus auch als Erleichterung, immer mal wieder gründlich auszumisten.

Müll horte ich sowieso nicht, sodass ich zudem die Möglichkeit habe, abgelegte Dinge beispielsweise dem Sozialkaufhaus oder der Kleiderkammer zu spenden oder gegen Selbstabholung zu verschenken, um mir auch die Zeit und den Aufwand für den Abtransport zu sparen. So verschaffe ich mir zusätzlich zu dem Gefühl der Erleichterung, beispielsweise nur noch Kleidung im Schrank zu haben, die ich auch tragen kann, noch das gute Gefühl, dass jemand anders vielleicht davon profitiert oder sich darüber freut. Generell habe ich also kein Problem damit, mich von Sachen zu trennen, die ich nicht (mehr) gebrauchen kann. Allerdings achte ich hier schon darauf, in Übung zu bleiben, damit nicht auf lange Sicht doch der Hamster in mir gewinnt, der sinnlos Zeug anhäufen möchte.

» Gerbera » Beiträge: 7939 » Talkpoints: 5,18 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Bei mir ist es in solchen Momenten auch immer so, dass ich den Anfang nicht so leicht finde, wenn ich dann die ersten Dinge entsorge. Dann überlege ich auch immer erst noch, ob ich die Sachen nicht vielleicht doch behalten möchte. Aber im Laufe der Zeit wird es leichter und irgendwann kommt dann auch bei mir tatsächlich der Punkt, ab dem ich Freude daran habe, die Dinge wegzuwerfen, weil ich dann merke, dass es gut tut, sich davon zu trennen und Platz für neue Sachen zu schaffen.

» Barbara Ann » Beiträge: 27543 » Talkpoints: 75,99 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Ich hänge generell nicht so sehr an materiellen Besitztümern und bin da ziemlich schmerzfrei. Ich habe vor Jahren die Erfahrung gemacht, dass ich Dinge verloren habe, an denen ich sehr gehangen habe und die mir sehr schade waren. Wenn man durch so eine Erfahrung durch musste, dann merkt man, dass der Verlust gar nicht so schwer ist und dass man theoretisch alles verlieren und trotzdem gut leben kann. Etwas wegzuwerfen oder zu verlieren hat für mich keinen Einfluss auf die Lebensqualität oder die Erinnerungen. Dementsprechend juckt es mich nicht, wenn sich mein Eigentum dezimiert, egal ob ich gezielt ausmiste oder nicht.

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» Täubchen » Beiträge: 32656 » Talkpoints: 1,45 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Ich kenne es auch so, dass ich manchmal Freude empfinde, wenn ich etwas wegwerfe. Wenn ich beispielsweise schon seit langer Zeit dabei bin, irgendein Produkt aufzubrauchen, bin ich auch froh, wenn es dann leer ist und ich es endlich wegschmeißen kann - sofern ich das Produkt nicht sonderlich gut fand. Solche Produkte möchte ich einfach nicht wegschmeißen, wenn sie nicht leer sind, wenn sie nicht grottenschlecht sind und man sie gut benutzen kann. Trotzdem bin ich dann natürlich froh, wenn sie leer sind und ich mir etwas Besseres kaufen kann.

Ich finde es auch schön, alle paar Monate mal durch meine ganzen Sachen zu gehen und ordentlich auszumisten. Es ist ja nun einmal so, dass man sich immer wieder etwas Neues kauft und daher auch immer mehr Sachen hat. Da ist es dann schön, wenn man wieder etwas Platz schaffen kann, indem man alte Sachen, die man nicht mehr braucht wegschmeißt.

Ich finde, dass es sich auch immer sehr befreiend anfühlt, alte Unterlagen und Rechnungen wegzuschmeißen. Besonders dann, wenn man direkt optisch sieht, dass man dann viel weniger Zeug hat, fühlt sich das gut an. Ich mag es einfach, wenn es dann dadurch ordentlicher aussieht und man im Endeffekt einen besseren Überblick über seine ganzen Sachen hat.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 31514 » Talkpoints: 62,31 » Auszeichnung für 31000 Beiträge


Ich habe diese Sendung auch mal gesehen und hatte den Eindruck, dass die Weigerung irgendeinen Schrott wegzuwerfen und die anschließende Freude beim Entrümpeln für die Kamera gespielt waren und nicht echt wirkten. Und da wir wahrscheinlich nicht die selbe Folge gesehen habe und du das ja anscheinend eh regelmäßig anschaust scheint das wohl das Drehbuch zu sein, das bei jeder Folge durchgespielt wird.

Ich selber komme gar nicht in so eine Situation, da ich keine unnützen Dinge horte. Wenn ich beim Aufräumen etwas unnützes identifiziere kommt das direkt weg und wenn ich etwas Neues bei mir einziehen lasse ersetzt das in der Regel etwas Altes.

Freude habe ich aber dann, wenn ich Dinge weggebe, mit denen andere Leute noch etwas anfangen können. Wenn ich zum Beispiel sehe, dass das Kleid, das bei mir als Schrankleiche vor sich hin vegetierte weil es mir ein bisschen zu kurz war, meiner Freundin perfekt passt. Oder wenn jemand ein Buch entdeckt hat, das ich ins öffentliche Bücherregal gestellt habe, und es freudestrahlend mit nach Hause nimmt.

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» Cloudy24 » Beiträge: 22981 » Talkpoints: 156,39 » Auszeichnung für 22000 Beiträge



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