Fleischthermometer in einer guten Küche zwingend notwendig?

vom 22.03.2016, 10:17 Uhr

Ich habe kein Fleischthermometer und koche auch noch nicht so lange, dass ich alles kochen kann. Aber ich kenne viele, die viel kochen, die haben ein Fleischthermometer und meinen auch, dass man ohne dieses Teil nicht vernünftig einen Braten machen kann.

Ist so ein Fleischthermometer wirklich zwingend notwendig, wenn man einen Braten machen will? Habt ihr ein so ein Gerät und wie setzt man es genau ein? Könnt ihr ohne dieses Thermometer nicht mehr vernünftig einen Braten machen? Kann man so ein Thermometer auch noch anderweitig einsetzen? Lohnt es sich eins zu kaufen, wenn man 2-3 mal im Jahr einen Braten macht?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Die Generation unserer Mütter hat es auch irgendwie geschafft, dass sie leckere Braten gezaubert haben, ohne ein Thermometer im Fleisch zu benutzen. Vieles basiert da halt auch auf Erfahrung, wie lange ein Stück Fleisch im eigenen Ofen braucht, bis es perfekt ist. Aber in der Generation hat man ja oft noch jeden Sonntag einen Braten gemacht und da war dann auch dementsprechend viel Übung da, dass man sich aufs Gefühl verlassen konnte. Zudem ging damals auch nicht die Welt unter, wenn der Braten durch war und nicht einen bestimmten Garpunkt hatte.

Was man in der Küche braucht, das ist relativ. Ich bräuchte zum Beispiel kein Bratenthermometer, weil ich so gut wie nie Braten mache. Bei Fleisch im Portionsstück kann ich erfühlen, welchen Garpunkt das Fleisch hat. Aber wenn man das nicht kann, dann kann man so ein Thermometer auch dazu benutzen, dass das Grillsteak perfekt wird.

Das gute an solchen Thermometern ist ja, dass sie nicht allzu groß sind. Es gibt also schlimmere Gegenstände, die über das Jahr mehr herum liegen, als ein solches Kleinteil. Wenn es jetzt keine Unsummen kostet, würde ich es mir vermutlich holen, wenn ich Braten machen würde. Es gibt sinnlosere Arten, Geld auszugeben als für Küchenwerkzeug. Denn wenn man erst mal so ein Thermometer hat, traut man sich letztlich vielleicht öfter als 2 bis 3 Mal pro Jahr an den Braten? Das kann ja auch passieren, dass gutes Werkzeug die Gewohnheiten verändert oder verbessert.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12454 » Talkpoints: 5,55 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Als meine Mama mal über Weihnachten leider ins Krankenhaus musste, war ich in der Situation, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Braten zubereiten musste, welcher bei uns an Weihnachten Tradition ist.

Meine Brüder waren zu faul und der Ansicht, dass so ein Essen kochen ja "Mädchensache" wäre, außerdem waren plötzlich Ausreden da von wegen keine Zeit, sodass es an mir hängen geblieben ist. Leider war meine Mutter nicht unbedingt ansprechbar die ganze Zeit über, sodass ich mir eben selbst helfen musste.

Ich hatte vor lauter Panik so ein Fleischthermometer gekauft und es auch benutzt, weil ich den Braten nicht versauen wollte. Hat soweit auch geklappt, aber mittlerweile brauche ich so etwas einfach nicht mehr, weil ich genug Übung und Erfahrung habe um das so zu sehen ob der Braten fertig ist oder nicht.

» Capri » Beiträge: 658 » Talkpoints: 8,00 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Mein Partner kocht viel und gerne mit Fleisch. Und er hat auch ein Fleischthermometer mit in unsere Küche gebracht. Er hat zwar viel Erfahrung mit Gargraden oder wie Fleisch sich anfühlt, wenn es gar ist, aber es gibt zum Beispiel Speisen, die sehr lange auf einer gewissen Temperatur gegart werden müssen und diese Temperatur auch im Innern halten müssen, so dass ein solches Thermometer Sinn macht.

Ich bin nicht der Fleischspezialist in unserem Haushalt, ich habe dieses Thermometer auch nur einmal verwendet und ansonsten benötige ich es an sich nicht. Ich bereite aber auch ehrlich gesagt keinen Braten, kein Pulled Pork und auch keine Langzeitgar-Gerichte zu. Dafür ist er zuständig.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 11379 » Talkpoints: 23,85 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Ich bereite so selten einen klassischen Braten oder ein wirklich hochwertiges und großes Steak zu, dass sich die Anschaffung eines Fleischthermometers für mich vermutlich nicht lohnen würde. Ich bin da bisher immer nach Gefühl vorgegangen und habe meine Fleischstücke vor dem Servieren an einer unauffälligen Stelle eingeschnitten, um zu überprüfen, ob sie richtig gar waren. Mit dieser Methode kam ich auch gut zurecht und hatte bis jetzt nie das Bedürfnis, eine höhere Wissenschaft aus der Fleischzubereitung zu machen.

Natürlich zweifle ich nicht daran, dass ein Thermometer eine gute Hilfe in der Küche sein kann und vielleicht zu optimaleren Ergebnissen beim Kochen führt, aber im Alltag benötige ich kein Chefkoch-Niveau. Wenn wir besonders gut gebratenes Fleisch essen wollen, gehen wir eben einmal im Vierteljahr ins Steakhaus, denn da bekommen wir nicht nur die Expertise der ausgebildeten Köche, sondern normalerweise auch eine höhere Qualität an Grundzutaten als im Supermarkt. Zum Sattwerden aus der eigenen Küche tut es dann auch das Dilettanten-Steak.

» MaximumEntropy » Beiträge: 7628 » Talkpoints: 977,87 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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