Etwas aus der Vergangenheit wieder gutmachen wollen?
Es soll wohl oft vorkommen, dass Eltern Fehler aus der Vergangenheit wieder gutmachen wollen, wenn das Kind dann erwachsen ist. Wenn sie sich nur wenig um das Kind gekümmert haben, als es klein war, kommt die Einsicht dann oft erst, wenn das Kind erwachsen ist. Das ist auch dann der Fall, wenn das Kind beispielsweise ohne Vater aufwächst. Oft bereut dieser es dann erst nach vielen Jahren, dass er sich nicht um das Kind gekümmert hat und möchte dann möglichst viel Kontakt mit dem Kind haben, wenn es erwachsen ist.
Wolltet ihr schon einmal Fehler aus der Vergangenheit nach vielen Jahren oder Jahrzehnten gutmachen? Wie würdet ihr darauf reagieren, wenn jemand nach so vielen Jahren bei euch ankommen würde, um dann irgendwelche Fehler wieder gutzumachen? Würdet ihr euch über die späte Einsicht freuen oder habt ihr dann in der Regel schon längst mit der Person abgeschlossen?
Ich finde, dass man zeitnah etwas ändern muss. Natürlich ist es schön, wenn man es einsieht, aber wenn meine Eltern beispielsweise nun eine Entschuldigung für meine Kindheit anbringen würden, würde ich das auch nicht Ernst nehmen, weil sie eben genügend Zeit für diese Erkenntnis hatten. Generell würde ich es von dem Menschen und der Situation abhängig machen, aber es müsste schon ein guter Grund vorliegen dass ich das so spät noch verzeihe.
Vielleicht lebe ich einfach noch nicht lange genug, oder ich bin zu abgestumpft, um mir ernsthaft Gedanken darüber zu machen, was ich vor 10 oder 20 Jahren vergeigt haben könnte. Jedenfalls gibt es in meiner Vergangenheit keine Dramen, welche mich über Jahrzehnte verfolgen, ohne dass ich mich aufraffen könnte, das Problem aus der Welt zu schaffen.
Natürlich habe ich auch keine fehlerfreie Biographie, aber so katastrophal daneben gelangt habe ich dann doch nicht, dass ich eine gefühlte Ewigkeit später immer noch versuchen müsste, es wieder gut zu machen. Die Fehler aus meiner Vergangenheit sind entweder bereinigt oder vergessen. Schließlich kommen täglich neue dazu.
Außerhalb von Trash-TV und billigen Romanen glaube ich sowieso nicht, dass es so häufig vorkommt, dass jemand nach Jahrzehnten angekrochen kommt und quasi auf dem Totenbett eine Versöhnung anstrebt oder versucht, eine Beziehung zu einem Menschen anzustreben, welchen er sein ganzes Leben lang ignoriert oder vernachlässigt hat. So sehr ändern sich die meisten Menschen meiner Erfahrung nach nicht.
Wer sich also beispielsweise nicht für seinen Sohn interessiert hat, als dieser 5 Jahre alt war, wird auch in der Realität wenig Glück damit haben, eine Beziehung zu ihm aufzubauen, wenn er 35 ist. Ganz davon abgesehen, dass ich nicht glaube, dass dies allzu viele Leute überhaupt wollen bzw. auf die Idee kommen, dass sie damit Erfolg haben könnten.
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