Essen jeden Tag genau abwiegen - schon mal gemacht?

vom 05.09.2021, 20:36 Uhr

Während einer Diät kann man sicherlich auf komische Ideen kommen und so habe ich mal eine Frau erlebt, die dann mit einer kleinen Waage alles abgewogen hat, was sie so gegessen hat. Normal finde ich das ehrlich gesagt nicht, weil es doch übertrieben ist. Wenn man sich gut bewegt und nicht den letzten Mist in sich hineinschaufelt, dann muss man doch nicht wissen wie viel Kalorien man da genau zu sich nimmt. Muss man es eurer Meinung nach wirklich so genau wissen? Setzt einen das nicht zu sehr unter Druck?

Habt ihr das vielleicht auch schon gemacht? Ich kann mir natürlich vorstellen, dass man dann noch mal ein ganz anderes Gefühl für die Dinge bekommt, die man so zu sich nimmt und die Kalorien, die da immer so nebenbei zu sich genommen werden, aber ich stelle es mir auch sehr stressig vor alles immer so zu wiegen.

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» Ramones » Beiträge: 45884 » Talkpoints: 12,33 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Machen würde ich das nur, wenn ich ein bestimmtes Ziel vor Augen habe, sprich abnehmen möchte. Es gibt ja durchaus Abnehmprogramme bzw. Ernährungspläne in denen das Kalorienzählen Sinn macht bzw. einfach dazu gehört. Der Ernährungsplan bzw. der Kalorienverbrauch wird dabei ganz konkret auf den eigenen Körper bzw. individuellen Energiebedarf abgestimmt. Um den bestmöglichen Erfolg zu erzielen, ist es dann schon sinnvoll, wenn man auch einen Überblick darüber behält wie viele Kalorien man so zu sich nimmt.

Alltagstauglich ist das ständige Abwiegen natürlich auf Dauer nicht, aber ich glaube schon, dass es nicht verkehrt ist, wenn man sich zu Beginn einer Ernährungsumstellung mal etwas intensiver mit den Kalorien beschäftigt. Mit der Zeit entwickelt man ja dann auch ein Gefühl dafür und kann das besser abschätzen, was und wieviel man essen kann. Ich selbst würde das vielleicht nicht grammgenau für jedes konsumierte Produkt umrechnen wollen, aber zumindest im Kopf schon meine Hochrechnung aufstellen.

Ich glaube, manchen Menschen ist auch anfangs gar nicht so richtig bewusst, was gewisse Lebensmittel an Tagesbedarf "verschlingen". Eine Kollegin hat zu mir mal gesagt, ihr war bewusst, dass Süßigkeiten und Süßgetränke nicht auf ihren Ernährungsplan gehören beim Abnehmen, aber an die Butterbreze hat sie dabei nicht so schnell gedacht. Dass zwei Butterbrezen genauso viel Kalorien haben wie eine Tüte ihrer Lieblingschips war ihr erstmal nicht klar.

» EngelmitHerz » Beiträge: 2725 » Talkpoints: 59,89 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich finde, dass so ein haarkleines Abwiegen aller Nahrungsmittel und die Berechnung der Kalorien darauf basierend eine total starre und auf Dauer ungesunde Fixierung auf Zahlen bedingt, die leider auch schnell in eine Essstörung ausufern kann. Zudem ist es - wie bereits gesagt wurde - nicht alltagstauglich und flexibel und somit eher eine Abkehr von einem gesunden, intuitiven Essverhalten hin in eine gewisse „Abhängigkeit“.

Daher finde ich so ein Vorgehen auch völlig überzogen bei einem Gewicht im annähernden Normbereich oder beim einfachen Wunsch nach einer Lebensstiländerung. Auch zur Gewichtsreduktion bei Übergewicht kann man meiner Meinung nach auf andere Hilfsmittel wie z. B. Mengenangaben in Löffel- oder Tassenform zurückgreifen, um zu vermeiden, dass man sich an irgendwelchen Zahlenwerten festbeißt.

Wirklich sinnvoll erachte ich das Abwiegen tatsächlich nur bei der Behandlung manifester Essstörungspatienten im kritischen Untergewicht, wo die exakte Kenntnis der Zufuhr und des Verbrauchs essentiell ist, um sowohl eine Über- als auch eine Unterernährung zu vermeiden. In solchen Fällen kann nämlich ein „zu viel“ an Kalorien tatsächlich bedrohlich werden, auch wenn es im ersten Moment paradox erscheint. Aber auch da würde ich strikt davon abraten, dem Patienten selber die Verantwortung und Steuerung zu übertragen, sondern das Abwiegen in die Hand von Fachpersonal geben.

» MaximumEntropy » Beiträge: 8225 » Talkpoints: 925,47 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



So "komisch" finde ich das gar nicht. Ich selber wiege bestimmte Lebensmittel fast immer ab weil ich mich da mit dem berühmten Augenmaß schwer tue. Das betrifft vor allem trockene Zutaten wie Nudeln. Im trockenen Zustand sieht eine Portion nach total wenig aus, wenn ich die nicht abwiegen würde, würde ich fast immer zu viel kochen.

Und jetzt nimm mal eine Person, die eine Ernährungsumstellung nötig hat, sich also sehr wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum hinweg nicht ausgewogen ernährt hat und auch kein Gefühl mehr für normale Portionsgrößen hat. Die kocht sich schnell mal nicht eine sondern zwei Portionen Nudeln und isst die dann auch auf.

Ich glaube als Übung ist das gar nicht schlecht, als Einstieg in die Ernährungsumstellung. Irgendwann wird man dann bei den meisten Lebensmitteln ein Gefühl für die richtige Menge haben und muss dann wirklich nur noch Nudeln, Reis oder Linsen abwiegen,

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» Cloudy24 » Beiträge: 26542 » Talkpoints: 80,83 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



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