Arztserien als Beruhigung und Ablenkung
In einem anderen Thread hatte ich ja erwähnt, dass ich die Arztserie "Dr. Frank - der Arzt, dem die Frauen vertrauen", schon schätzungsweise dreißig oder vierzig Male gesehen haben muss, denn ich habe mir im Jahr 2016 die DVD´s bestellt und seitdem immer wieder von vorne angefangen. Ähnlich ist es bei der "Schwarzwaldklinik", die habe ich bis vor zwei Jahren immer im Fernsehen geschaut und mir dann auch die DVD´s bestellt, um nicht von den Sendezeiten abhängig zu sein.
Als ich 2016 angefangen habe, die Serie "Dr. Frank" zu schauen, ging es mir mental nicht so gut, ich hatte mich in dem Job, in dem ich zu dem damaligen Zeitpunkt gearbeitet hatte, nicht mehr wohlgefühlt, aber auch mit mir gehadert, denn ein Wechsel nach fünfzehn Jahren wäre ja auch heftig gewesen. Immer, wenn ich dann zu Hause war und alles Wichtige erledigt hatte, habe ich mich auf die Couch gelegt und mir die Serie angeguckt. Das hat mich beruhigt und von meinen trüben Gedanken abgelenkt.
Klar, wer diese Serie kennt, weiß, dass sie sehr unrealistisch ist, denn welcher Arzt würde so viel private Zeit für seine Patienten aufbringen? Es wird einem schon ein Heile-Welt-Idyll vorgegaukelt, das es so im realen Leben niemals geben würde. Und doch braucht man so etwas ab und zu, zumindest hat mir das damals sehr geholfen.
Gleiches gilt auch für die "Schwarzwaldklinik", da verhält es sich ähnlich, auch hier hat man das Gefühl, in eine heile Welt einzutauchen und am Ende wird alles gut. Diese Serie schaue ich allerdings "nur" einmal im Jahr, meistens im Winter, über Weihnachten und Neujahr, wenn ich Urlaub habe und es draußen schon so früh dunkel wird. Mich beruhigt das immer und es erinnert mich an meine Kindheit, als die Welt quasi noch in Ordnung war.
Es wurde keine Frage gestellt, also nehme ich mir auch die Freiheit raus, sinnfrei Gedanken runterzuschreiben. Im Ernst, mich würden besagte Serien nun alles andere als beruhigen, in meiner Wahrnehmung sind die doch eher Zielgruppe alte Frauen über 60 oder 70, aber Geschmäcker sind verschieden.
Die letzte Arztserie, die ich gesehen habe, war Dr. House, davor Emergency Room, der Klassiker aus den Neunziger und Nuller Jahren. Beruhigend haben die auf mich nicht gewirkt, allerdings ist unrealistische Feel-Good-Atmosphäre oder Heile Welt Sugar Coating nicht deren Kernkompetenz. Ich müsste jetzt auch mal tief in mich gehen, welche Sendungen diese Form des Eskapismus aus meinem Empfinden heraus für sich in Anspruch nehmen. Vermutlich funktioniert starke Ablenkung mit allen Serien, die sehr spannend oder tiefgründig sind und den Geist ordentlich beschäftigen. Ich hatte mal eine Bekannte, die hat immer, wenn es ihr schlecht ging, Zombie- und andere Gruselfilme gesehen und eine Freundin von mir hat das als Teenager auch getan.
Grundsätzlich kann ich das Setzen starker Impulse zur Ablenkung auch eher verstehen als eine Sendung aus Gründen eines Trostempfindens zu gucken. Müsste ich mich für so eine Trostserie entscheiden, wäre es eher etwas aus dem Bereich Comedy oder aber Mystery, wo das Erschaffen von alternativen Welten alles ganz anders erscheinen lässt und alleine deswegen einen gewissen Eskapismus verspricht. Vorstellen könnte ich mir zum Trost auch eine Show, die man als Kind oder Jugendlicher gerne gesehen hat und die man mit besseren Zeiten verknüpft, so wie es anscheinend ja hier auch praktiziert wird.
Es gibt grundsätzlich nicht allzu viele Serien, die ich regelmäßig schaue. Die einzige, von der überhaupt noch neue Folgen produziert werden, fällt dabei auch ins Genre Arztserie (nämlich "In aller Freundschaft) die jungen Ärzte". Die Serie schaue ich schon seit dem Sendestart vor 10 Jahren und habe tatsächlich keine einzige Folge verpasst, bzw. schaue ich die neuen Folgen immer in der Mediathek. Natürlich ist auch diese Serie nicht mit der Realität in Krankenhäusern vergleichbar, aber trotzdem (oder gerade deswegen) mag ich die Serie so. Einfach mal für 45 Minuten in eine heile Welt abtauchen und dem Alltag entfliehen.
Dann kommt noch dazu, dass ich nicht weit entfernt von Erfurt wohne, wo die Serie gedreht wird, und auch oft dort bin. So kann ich mir nicht nur das "Klinikum" so oft wie ich möchte anschauen, sondern habe auch schon einen der Hauptdarsteller mehrfach in der Stadt bzw. am Bahnhof getroffen und sogar ein Foto mit ihm. Ja, ich bin tatsächlich ein kleines Fangirl dieser Serie.
Tatsächlich kommt es bei mir auch oft vor, gerade wenn es mir nicht so gut geht, dass ich mir abends zum Einschlafen ein paar Folgen dieser Serie drauf mache, einfach weil sie einen gewissen beruhigenden Effekt auf mich hat. Es gibt noch 2-3 andere Serien auf die das zutrifft und die ich im Wechsel schaue, diese fallen jedoch nicht unter die Kategorie "Arztserie".
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