Erschweren Eure Tierheime auch die Vermittlung?

vom 25.08.2019, 22:04 Uhr

Gerade unser Tierheim kommt eigentlich nie zu Ruhe. Es ist überfüllt, aber die Vermittlungen scheitern teilweise an einem wirklich unfreundlichem Personal, welches sich mehr Rechte herausnimmt, als sie meiner persönlichen Meinung nach haben. Zudem greifen sie teilweise sehr ins Privatleben ein oder wollen es, was natürlich potenzielle Tierbesitzer vollkommen abschreckt.

Zum Beispiel ist die Regelung, ein gewisses Einkommen für einen Hund oder eine Katze zu haben. Gleichzeitig aber bitte auch Zeit für das Tier zu haben, und nicht zu viel zu arbeiten. Bei zwei Hunden oder zwei Katzen wird dann direkt die Wohnungsgröße am besten von 70m² erwartet, viel Zeit, viel Kohle und Ähnliches.

Etliche Vollzeitbeschäftigte, die ihren Hund mit zur Arbeit hätten mitnehmen können, sind gescheitert. Auch ich hätte nicht einmal eine Katze bekommen, und ich habe mittlerweile 4 beziehungsweise nur noch 3.

Regelmäßige Besuche hat sich das Tierheim vorgestellt. Mein Einkommen wollten sie sehen, meine Schichten wissen und vieles mehr. Das geht für mich auf Dauer aber mal gar nicht und ich kenne auch Besitzer von Haustieren aus dem Tierheim, die wirklich penetrante Mitarbeiter für eine Weile am „Hintern“ hatten.

All das ist natürlich semi-produktiv um die Vermittlung anzukurbeln. Das macht sich auf Facebook, in Google+1 Bewertungen etc. auch bemerkbar.

Daher möchte ich einmal wissen, ob auch in Euren Tierheimen derartige Vorkommnisse bekannt sind, die dazu führen, dass man Überfüllungen gar nicht stoppen kann, weil die Mitarbeiter ihre Kompetenzen übertreiben und damit potenzielle Tierbesitzer abschrecken? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4990 » Talkpoints: 30,85 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Bei dem Tierheim in unserer Region kann ich das gar nicht sagen, aber in meiner Geburtsstadt ist es so, dass da schon viele Fragen gestellt werden, auch wenn man keinen Gehaltszettel zeigen muss oder nach den Schichten gefragt wird. Es kommt eben sehr darauf an, dass das Tier nicht wieder da landet und in gute Hände kommt und da finde ich solche Fragen auch vollkommen in Ordnung. Immerhin sind die Tierheime ja nun wirklich überfüllt. Gewisse Fragen finde ich also vollkommen okay und gut, aber wenn es zu sehr ins Detail geht und man dann niemanden für die Tiere findet finde ich, dass das zu weit geht.

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» Ramones » Beiträge: 40816 » Talkpoints: 28,85 » Auszeichnung für 40000 Beiträge


In unserem Tierheim geht es, meiner persönlichen Meinung nach, viel zu weit. Das fing aber auch schon vor Jahren an und ich kann sicherlich die Intention verstehen, dass man nicht mehr möchte, dass die Tiere zurück kommen, aber so werden sie eben auch kaum vermittelt. Das geht so weit, dass viele nicht einmal mehr vorbeischauen, sondern die Nachbarstadt aufsuchen, um dort Tiere problemlos aus dem Tierheim zu holen, weil man sich über das Personal derart aufregt. Auch, wenn Spenden erfragt werden, sind die Leute schon so drauf, dass die oft schreiben, „nein“, auch wenn darunter am Ende die Tiere leiden. Es hat sich bei vielen Bürgern eine Art Wut entwickelt.

Meine Nachbarin kann davon auch ein Lied singen. Sie hat zwei Freigänger aus dem Tierheim schon vor 30 Jahren geholt gehabt. Auch damals kamen Tierheimmitarbeiter teilweise unregelmäßig und nicht angemeldet zu ihr. Laut ihrer Aussage. Irgendwann hat sie gesagt, wenn das jetzt nicht endet, dann gibt sie die Katzen auch wirklich wieder ab. Danach hörte es auch auf und die Katzen lebten glücklich, hatten Babys und waren zufrieden.

Ich finde es Okay, nach Lohn zu fragen, um sicher zu stellen, dass jemand genug Geld für Futter, Spielzeug oder eventuell kleinere Besuche beim Tierarzt hat. Zu erwarten, dass man riesige Ops an Kohle weggelegt hat, ist lächerlich. Weder Geringverdiener noch teilweise der Mittelstand rechnet damit und auch Nottierärzte kann man nie richtig einplanen. Ich wurde auch nur für einen Besuch, Stabilisierung, Sauerstoff, eine Spritze Anfang des Jahres beim Nottierarzt schon 400,- Ocken los. Davon ab!

Das Tierheim ist schon mehr als nur dreist. Auch mit dem Wunsch, regelmäßig mal vorbeischauen zu können, haben mir einige schon echt den Deckel aufgesetzt, wo ich sofort dachte, ihr könnt mich am Arsch lecken. Zumal, dass man sich mal festhalten muss, Wohnung soll so und so groß sein, Freizeit sollte da sein, ein Job, aber bitte nicht zu viel arbeiten, um mehr Zeit für das Tier usw. Also da frisst sich einiges.

Ich weiß, die Angst ist groß, dass die Tiere wieder zurückkommen. Finanzielles zu erfragen, ein wenig Sicherheit dabei haben, ist klar. Doch ich denke auch ehrlich, dass man es übertreiben kann. Der O-Ton zu unserem Tierheim ist immer und immer derselbe. Das macht mich wütend, weil ich weiß, dass die Tiere leiden und da drin hocken, weil Mitarbeiter ihre Kompetenzen überschreiten und teilweise dazu noch unglaublich ekelhaft mit den „Kundinnen“ und „Kunden“ umgehen, die den Tieren helfen wollen.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4990 » Talkpoints: 30,85 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Bei uns ist es so, dass auf jeden Fall eine Vorkontrolle gemacht wird, wo ein Tierheimmitarbeiter sich anschaut, wo das Tier hinkommt. Zumindest bei Hund und Katze ist es so. Wenn man ein Kleintier haben will, muss man erst einmal per Foto zeigen, wo es einquartiert wird. Wenn Kapazitäten frei sind, kommt auch da eine Vorkontrolle, ob es wirklich so ist.

Bei Hund und Katze werden mehr Fragen gestellt als bei den meisten Kleintieren. Zumindest, was das alleinbleiben der Tiere angeht. Denn gerade Tierheimhunde oder Katzen, die eine schlimme Vorgeschichte haben, können oft nicht alleine bleiben. Da ist es wichtig, dass immer jemand zu hause ist oder der Hund mitgenommen werden kann. Bei Katzen ist das ja nicht möglich, dass man sie mitnimmt. Da sollte aber dann ein Artgenosse dabei sein und das wird kontrolliert.

Die Vorkontrolle finde ich gar nicht schlimm. Wer nichts zu verbergen hat, kann einen Mitarbeiter des Tierheims auch reinlassen. Und in bestimmten Abständen wird auch nachkontrolliert, was ich auch nicht schlimm finde. Warum auch nicht, die wollen doch nur wissen, dass es dem Tier gut geht und vor allem auch, dass es noch da ist. Denn es muss, wenn das Tier stirbt, auch ein Nachweis vom Tierarzt gegeben werden, dass das Tier wirklich gestorben ist. Wenn das Tier nicht mehr da ist und kein Nachweis vorhanden ist, dann ist es ein Verstoß gegen den Schutzvertrag.

Es muss ja gewährleistet werden, dass das Tier nicht einfach weitergegeben wurde. Das wird dann durch diesen Schutzvertrag geregelt. Denn das Tier bleibt Eigentum des Tierheims. Man ist nur der Besitzer des Tiers, der eben die Verpflichtung hat, das Tier artgerecht zu halten und für die Kosten aufzukommen. Wenn man es irgendwann wirklich nicht mehr halten kann, weil die Umstände sich ändern, darf es nur weitergegeben werden durch das Tierheim. Das ist nicht nur bei Hund und Katze so.

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» Diamante » Beiträge: 41860 » Talkpoints: 10,10 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


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