Dinge die einen stören, besser nicht zur Sprache bringen?

vom 23.05.2017, 11:02 Uhr

So einfach funktioniert es nun auch nicht. Wenn ich beispielsweise beim Ex nie etwas gesagt hätte, dann wäre das Haus im Chaos versunken, bis seine Mutter putzen kommt. Bis dahin wäre der Müll allerdings so weit entwickelt gewesen, dass er als organisierte Lebensform gilt. :lol:

Das hat jetzt aber gleich mehrere Nachteile. Denn nicht jeder möchte beim Hereinkommen von einem Joghurt in voller Evolution empfangen werden oder das Sofa mit schmutzigen Socken und getragenen Unterhosen teilen. Besuch macht sich da dann auch nicht wirklich gut und nicht jeder ist begeistert, wenn die künftige Schwiegermutter regelmäßig alle Schränke komplett durchgeht.

Da waren klare Worte nötig. Der junge Mann war weder faul, noch verfolgte er irgendwelche bösen Absichten. Er hatte sich bisher nur nie um etwas gekümmert, das ansatzweise mit dem Haushalt zu tun hatte. Das machte Mutti, die lieferte auch fein jeden Abend warmes Essen und wuselte schnell einmal durch die Hütte.

Für ihn war so etwas klar Frauensache und eben etwas, das sich von allein erledigt. Zumal er wirklich hart gearbeitet hat und deshalb zusätzlich betriebsblind war. Das war allerdings sehr schnell geklärt. Mutti hatte frei und der Mann hat Hausarbeit gesehen und mit erledigt. Perfektion erwartet man schließlich gar nicht. Aber Besuch reinzulassen, das sollte möglich sein.

Und natürlich sollte es nie um jede Kleinigkeit gehen, sondern man konzentriert sich auf das, was man wirklich nicht gut aushalten kann. Ich hasse auch offene Zahncreme und nur unten geleerte Tuben. Mann und Kinder sind da Experten und deshalb habe ich meine eigene Tube. :D

» cooper75 » Beiträge: 11550 » Talkpoints: 501,57 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



cooper75 hat geschrieben:So einfach funktioniert es nun auch nicht. Wenn ich beispielsweise beim Ex nie etwas gesagt hätte, dann wäre das Haus im Chaos versunken, bis seine Mutter putzen kommt. Bis dahin wäre der Müll allerdings so weit entwickelt gewesen, dass er als organisierte Lebensform gilt. :lol:

Wer hat denn davon gesprochen, dass nie ein Wort gesagt wird? Also wenn das mein Freund gewesen wäre, der so ein Verhalten an den Tag legt, hätte ich nicht nur eine klare Ansage gemacht, was mich stört und warum mich das stört. Ich hätte auch die Konsequenzen aufgezeigt und wenn das eben nichts bringt hätte ich entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Mir sind im Laufe des Tages noch ein paar kreative Ideen gekommen, wie ich - bei meinem Freund natürlich, ist nicht universell anwendbar - innerhalb von 1-2 Wochen dazu gebracht hätte, einen Putzfimmel zu entwickeln und zum Keimphobiker höchstpersönlich zu mutieren. Dazu müsste ich weder meckern, noch motzen noch schimpfen und ihm auch nicht hinterher putzen. Also bei uns käme es nie so weit, dass sich die Wohnung in ein Messi-Heim verwandelt und zu Schimmel oder krabbelnden Mitbewohnern käme es auch nicht.

Ich finde, wenn man seinen Partner genug kennt und weiß, wie er tickt, dann kann man auch problemlos entsprechende Maßnahmen ergreifen und einleiten (nach einer klaren Ansage und einem Gespräch natürlich), dass so ein Verhalten nicht mehr lange Bestand haben wird. Es ist mir ein Rätsel, dass man viele Jahre mit seinem Partner in einer Beziehung sein kann und immer noch keine Ahnung hat, wie der Partner tickt und was am besten bei ihm funktioniert um verhasstes Verhalten abzulegen. Offensichtlich hat die Freundin aus dem Beispiel so gar keine Ahnung, sonst würde sie nicht motzen und meckern ohne nachzudenken und kreativ denken und handeln. Welchen Sinn hat eine Beziehung, wenn man sich so schlecht kennt und nicht weiß, wie der Partner tickt?

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: 0,01 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Das klappt nun auch nicht bei jedem. Wie gesagt, die Brocken nach Ansage stehen lassen, löst nicht bei jedem rechtzeitig einen Putztrieb aus. Und auch sonst bewegt man so manches Gegenüber außer durch eigene Einsicht nicht zur Kooperation. Wobei ich auch überhaupt keinen Bock darauf hätte, mit etwas einfallen lassen zu müssen. Ich bin doch nicht die Erziehungsberechtigte des Partners.

» cooper75 » Beiträge: 11550 » Talkpoints: 501,57 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



cooper75 hat geschrieben:Das klappt nun auch nicht bei jedem. Wie gesagt, die Brocken nach Ansage stehen lassen, löst nicht bei jedem rechtzeitig einen Putztrieb aus. Und auch sonst bewegt man so manches Gegenüber außer durch eigene Einsicht nicht zur Kooperation.

Was würdest du denn in diesem konkreten Fall als Lösung vorschlagen, liebe cooper? Reden? Diskutieren? Trennung? Meckern bringt ja offensichtlich überhaupt nichts, wie der Partner sich bereits geäußert hat. Ich finde man sollte die Handlung an die Person anpassen, mit der man es zu tun hat, sonst bringt das nichts und man hat keinen Erfolg. Hier scheint aber meiner Meinung nach nicht der Wille zu einer Lösung vorhanden zu sein, sondern da meckert nur gerne jemand und spielt gerne die Opferrolle.

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: 0,01 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich würde gehen. Nicht weil Geschirr nicht weggeräumt wird oder Wäsche nicht ordentlich weggepackt wird, sondern weil mir nicht passt, dass die Kommunikation so gar nicht funktioniert und Augenhöhe, Respekt und Wertschätzung fehlen.

Ich erwarte nicht, dass ein Partner sofort springt, wenn ich etwas sage. Er darf das komplett anders sehen. Kein Problem. Aber er sollte verstehen können und wollen, wo mein Problem liegt. Dann darf er gerne seine Sichtweise erklären und dann sieht man gemeinsam, wo es hinführen wird. Vielleicht gibt einer nach, weil sich die Sache klärt, vielleicht gibt es einen Kompromiss. Das Ergebnis ist für mich offen.

Was ich dagegen etwas sage und der andere ignoriert das. Es gibt weder ein Gespräch noch eine Veränderung im Verhalten, dann nehme ich das übel. Wenn der andere das aussitzt und mich sozusagen zum Meckern oder Aushalten zwingt, dann fehlt Gleichgewicht in der Beziehung.

Es ist doch egal, wie unerheblich eine Sache ist: Wenn sie einen Partner wirklich nervt oder verletzt, muss eine Lösung her, sonst geht die Beziehung langfristig in die Hose. Und so lange beide lösungsorientiert, offen und ansprechbar bleiben, klappt das in der Regel auch.

» cooper75 » Beiträge: 11550 » Talkpoints: 501,57 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Ich kenne nun natürlich nur die beschriebene Geschichte, aber dabei muss ich schon sagen, dass ich beide Seiten verstehen kann. Auf jeden Fall muss ich sagen, dass ich es schon wichtig finde, dass man es sagt, wenn einen etwas stört. Sonst kann sich ja nichts ändern und man frisst den Ärger nur in sich hinein. Darum kann ich deine Freundin schon verstehen, dass sie die Dinge anspricht, die sie stören.

Aber ich muss sagen, dass es auch komisch ist, dass sie jahrelang geschwiegen hat und nun alles anspricht, was sie stört. Dahingehend kann ich den Partner auch verstehen, dass er genervt von dieser Situation ist. Er war es eben gewohnt, dass deine Freundin nie etwas gesagt hat. Somit ist er sicher auch davon ausgegangen, dass alles in Ordnung ist. Die aktuelle Situation wird daher auch für ihn nicht leicht sein.

Also muss ich sagen, dass ich es wichtig finde, dass man Dinge, die einen stören, sofort anspricht oder eben zeitnah. Je länger man wartet, umso schwieriger wird es. Diese Erfahrung habe ich jedenfalls gemacht und ich denke, dass das auch bei deiner Freundin und ihrem Partner das Problem ist, dass er darum so genervt ist, weil sie nun alles anspricht, seit sie einmal angefangen hat.

» Barbara Ann » Beiträge: 28036 » Talkpoints: 85,26 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


cooper75 hat geschrieben:So einfach funktioniert es nun auch nicht. Wenn ich beispielsweise beim Ex nie etwas gesagt hätte, dann wäre das Haus im Chaos versunken, bis seine Mutter putzen kommt. Bis dahin wäre der Müll allerdings so weit entwickelt gewesen, dass er als organisierte Lebensform gilt. :lol:

Solch ein Exemplar hatte ich auch und ganz ehrlich, ich habe es dennoch nicht eingesehen hinterher die Putze zu machen und es hat sich von alleine gegeben. Als der Joghurt ihn nachts im Bett angefallen hat mit seinen Schimmeligen Auswüchsen war er ganz schnell auf und hat sich um 1 Uhr am Freitag nachts hingestellt und alles geschrubbt und geputzt, dass es dann Samstag Abend war als er fertig war. Ohne Pause und alles und hinterher hast du aus der Wohnung vom Boden essen können und es sah danach nie wieder so aus.

Manchmal muss man solche Dinge auch einfach aussitzen anstatt dann anfangen mit hinterher räumen oder gar Mutti zu rufen die das dann erledigt. Mein Exemplar hatte zwar eine Mutti, der ihre Bude sieht ebenfalls so aus und sie würde ihm etwas husten mit putzen bei ihm. Aber woher er das hat mit dem Chaos ist auch eindeutig zu ersehen, denn sie schwingt auch nicht ihren Hintern und in ihrer Wohnung willst du gar nicht erst bleiben weil dich dort alles schon anspricht beim betreten der Wohnung.

Aber ich kann den Herren hier schon verstehen, Jahrelang wurde alles hingenommen und nicht der Mund aufgemacht. Auf einmal wird alles zum Drama gemacht und mit dem Finger drauf gezeigt, ganz unabhängig davon ob es ein Weltuntergang ist oder nicht. Ein schmutziger Teller auf der Ablage rennt nicht weg binnen 2 Tagen und irgendwann wird auch dieser seinen Weg in den Abwasch finden oder Geschirrspüler, spätestens wenn kein sauberer mehr vorhanden ist. Da muss man nicht noch Meckern und maulen sondern kann es aussitzen.

Gleiches auch wie cooper es gesagt hat. Es gibt Dinge, für die kann man nichts. Da muss man aber nicht noch vom Partner und anderen Mitgliedern des Haushaltes drauf hingewiesen werden was man zu machen hat. Ich kann mir auch tolleres Vorstellen, als nach einer 48 Stunden Schicht angemeckert zu werden, dass der Teller nicht in den Geschirrspüler gewandert ist direkt nach dem Benutzen sondern mal stehen bleibt bis zum nächsten Tag, da ich nur noch ins Bett will. Da kann man dann auch ein wenig Unterstützung und Nachsicht erwarten.

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» Sorae » Beiträge: 19472 » Talkpoints: 9,68 » Auszeichnung für 19000 Beiträge



Sorae hat geschrieben:Solch ein Exemplar hatte ich auch und ganz ehrlich, ich habe es dennoch nicht eingesehen hinterher die Putze zu machen und es hat sich von alleine gegeben. Als der Joghurt ihn nachts im Bett angefallen hat mit seinen Schimmeligen Auswüchsen war er ganz schnell auf und hat sich um 1 Uhr am Freitag nachts hingestellt und alles geschrubbt und geputzt, dass es dann Samstag Abend war als er fertig war. Ohne Pause und alles und hinterher hast du aus der Wohnung vom Boden essen können und es sah danach nie wieder so aus.

Diese Strategie hatte ich von Anfang an auch im Sinn. Ich hätte so einem Partner erst einmal eine Ansage gemacht, dass ich nur die Wäsche wasche, die sich im Wäschekorb befindet. Spätestens wenn der Herr keine sauberen Socken oder Unterwäsche mehr gehabt hätte, hätte er sein Verhalten schleunigst geändert, wenn er nicht jedes Mal selbst seine Wäsche waschen möchte oder Mutti um Hilfe bitten möchte.

Ansonsten hätte ich dem auch nicht hinterher geputzt. Dann schimmelt es eben ein bisschen. Das würde aber exakt diesen Effekt bringen, den du eben beschrieben hast. Damit würde man auch zum Ziel kommen ohne großartig zu meckern, zu drohen, zu heulen oder was auch immer. Man muss manchmal nur sein Verhalten ein wenig anpassen, sonst nichts. Zur Putze würde ich mich nie degradieren lassen. In dem Eingangsthread wird aber nur gemeckert und gemotzt, man will nicht nachdenken und auch nicht sein Verhalten entsprechend verändern. Dafür habe ich kein Verständnis. Es stimmt schon, dass man den Mund aufmachen muss. Aber das heißt nicht, dass man dabei das Hirn ausschalten und ansonsten gar nichts tun muss.

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: 0,01 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Täubchen, du hattest noch keinen Partner, dem das schlichtweg egal ist. :lol: Ich habe dem Ex auch nicht hinterher geputzt. Aber wenn sich jemand einfach neue Kleidung und neues Geschirr kaufen kann oder bei Bedarf die Wohnung wechselt, dann nützt das nichts. Der hält das für den Job des anderen und sitzt das ebenso aus. Reden hilft da wirklich mehr. :D

» cooper75 » Beiträge: 11550 » Talkpoints: 501,57 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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