Buch unlesbar nachdem man den Film schon gesehen hat?

vom 28.03.2017, 17:33 Uhr

Vielleicht kennt ihr die Situation, wenn man auf ein gutes Buch erst aufmerksam wird, wenn der Film dazu schon längst in den Kinos läuft.

Ich habe diese Situation zum Beispiel bei mir festgestellt, als die ersten Harry Potter Filme in die Kinos kamen. Ich habe sie mir mit Freunden angesehen und nachdem der Film vorbei war, verglichen meine Freunde den Film immer mit dem Buch. Ich war der einzige, der die Büche vorher nicht gelesen hatte, wohingegen alle anderen schon längst mindestens bei dem Band danach waren. Mal abgesehen davon, das mich das störte, stelle ich fest, dass ich nun kein Interesse mehr daran hatte, das Buch zu lesen.

Das Problem war folgendes: Dadurch, dass der Film schon alle Geschehnisse bunt dargestellt hatte, fühlte es sich wie Arbeit an, nun eine Geschichte, die ich schon kannte, erneut zu erleben. Aber nun viel langsamer, weil man sie ja lesen musste.

Kennt ihr dieses Problem? Habt ihr schon mal einen Film gesehen und dann keine Lust mehr gehabt, die Story nochmal zu durchleben, wenn ihr dann auf das Buch gestoßen seid? Oder findet ihr es gar spannend, die Unterschiede zwischen Film und Buch herauszufinden?

» Mr. Law » Beiträge: 365 » Talkpoints: 25,54 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich habe es generell auch lieber, wenn ich zuerst das Buch und anschließend dann den Film sehe. Wenn das möglich ist, mache ich das auch immer in dieser Reihenfolge. Denn oftmals gefallen mir die Bücher doch besser und ich finde es schön, wenn man sich das Geschehene eben selbst vorstellen kann.

Allerdings hatte ich bei Twilight zuerst den ersten Film gesehen und dann anschließend die Bücher gelesen. So hatte ich dann auch immer die Schauspieler vor Augen, als ich die anderen Bücher gelesen habe. Schlimm fand ich das jedoch dann auch nicht. Ich würde auch nicht sagen, dass für mich Bücher gleich unlesbar sind, wenn ich den Film dazu schon gesehen habe oder sich andere über das Buch unterhalten haben. Ich bilde mir trotzdem gerne eine eigenen Meinung und lese sie dann trotzdem.

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» Nelchen » Beiträge: 28395 » Talkpoints: 5,26 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ich sehe lieber erst den Film und dann lese ich das Buch. Ansonsten ist mir ein Film einfach zu langweilig und sehe dann auch, dass in einem 90-100 Minuten Film sehr viele Szenen, die im Buch beschrieben sind nicht gezeigt werden.

Deswegen ist es für mich interessanter, dass ich erst den Film lese und dann eben das ausführlichere Buch. Deswegen ist es bei mir genau das Gegenteil von der hier im Thread verfassten Überschrift. Für mich ist eher der Film unschaubar, wenn man das Buch schon gelesen hat, weil es einfach dann viel zu langweilig ist.

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» Diamante » Beiträge: 40308 » Talkpoints: 123,61 » Auszeichnung für 40000 Beiträge



Ich mache durchaus beides gerne. Man muss so ein Buch ja nicht lesen, wenn man gerade aus dem Kino kommt, sondern kann noch ein bisschen warten und sich dann nochmal seine Meinung dazu bilden. Ich lese aber generell lieber eher das Buch und gehe dann ins Kino für den Film andersherum mache ich es eher selten. Ich finde aber nicht, dass man sich das Buch versaut, wenn man den Film schon gesehen hat, immerhin hat man durch ein Buch immer noch mal eine ganz andere Sicht.

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» Ramones » Beiträge: 36210 » Talkpoints: 5,87 » Auszeichnung für 36000 Beiträge



Ich habe festgestellt, dass es trotzdem nützlich sein kann, das Buch zu lesen, obwohl man den Film schon gesehen hat. Ich zumindest kann dann mit den Informationen, die im Buch gegeben sind, die Handlungen im Film und vor allem die Motive der Handlungen der Charaktere viel besser nachempfinden.

Ich lese aber auch erst dann das Buch, wenn ich wirklich Interesse daran habe, die Handlungen zu verstehen und dort nochmal tiefer zu gehen. Es gab auch schon mal die Situation, dass ich den Film schon so langweilig fand, dass ich das Buch schon gar nicht mehr lesen wollte.

Andersherum finde ich es auch spannend, wenn ich ein Buch lese, was dann verfilmt wird. Teilweise finde ich es brillant, wie einige Situationen im Film dargestellt werden, wobei es natürlich auch Negativbeispiele gibt.

» Aguti » Beiträge: 782 » Talkpoints: 1,85 » Auszeichnung für 500 Beiträge


An sich finde ich es auch besser, wenn man das Buch vorher schon gelesen hat, zumal man dann im Film schon darauf achten kann, was es vielleicht nicht in den Film geschafft hat und wo man sich eventuell etwas dazu gedacht hat, was im Buch nicht so vorkommt.

Aber bei Harry Potter war es bei mir ähnlich. Film zuerst gesehen, dann Buch bekommen. Aber ich habe das Buch angefangen und festgestellt, dass da so viele Unterschiede waren, das es mir fast wie eine ganz andere Geschichte vor kam. Und weil mir das erste Buch dann so gefallen hatte, hab ich die anderen noch vor erscheinen der Filme gelesen, den siebten Band sogar auf Englisch, weil ich nicht abwarten konnte, dass der auf Deutsch erscheint. Leider war dann der Spaß an den Filmen ein wenig kaputt, weil ich manche Schauspieler dann nicht mehr passend fand oder mir halt auffiel, was alles weg gelassen wurde.

Besonders intensiv war dieses Erlebnis bei dem Film "Eragon" und bei "Tintenherz". Beide Bücher hatte ich (zum Glück) bereits gelesen, bevor ich den Film gesehen habe und ich war enttäuscht. Die Umsetzung war bei diesen Filmen meines Erachtens nach so misslungen, dass ich die Filme nur einmal gesehen und danach nie wieder auch nur daran gedacht habe, sie erneut zu sehen. Hätte ich die Filme gesehen, bevor ich das Buch gelesen hätte, ich hätte das Buch wahrscheinlich nicht einmal angesehen, außer vielleicht mit der Intention, dass es eben vielleicht besser sein könnte, als der Film.

Im Grunde ist es aber dann doch egal, denn Buch und Film sind beides irgendwie eigenständige Dinge und auch, wenn man den Film schon gesehen hat, kann ein Blick ins Buch noch lohnen.

» Plaudertasche² » Beiträge: 29 » Talkpoints: 19,18 »


Dieses Problem kenne ich sehr gut und genauso empfinde ich es auch, dass ich ein Buch nicht mehr lesen kann, wenn ich den Film schon gesehen habe. Nachdem ich das bei mir festgestellt habe, sehe ich mir einen Film immer erst an, wenn ich das Buch schon gelesen habe, wenn es denn eine Buchverfilmung ist.

Wenn ich erst den Film sehen würde, dann würde ich mir das Buch dazu sicher nicht mehr zulegen, weil ich es nach wenigen gelesenen Seiten nicht weiterlesen könnte. Beim Lesen mache ich mir gerne selber vor meinem inneren Auge ein Bild der Protagonisten, der Städte und der Landschaft. Das ist mir aber einfach nicht mehr möglich, wenn ich den Film kenne und eben weiß, wie die Menschen und Orte dort aussehen.

» Barbara Ann » Beiträge: 25073 » Talkpoints: 34,86 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



Ich verstehe, was du meinst, aber vielleicht ist Harry Potter da auch insofern ein schlechtes Beispiel, als dass es eben ein Kinderbuch ist. Bei anderen Werken kann das nämlich insofern wunderbar funktionieren, weil man durch die neue Erzählperspektive aus Sicht eines Erwachsenen einen anderen oder viel tieferen Einblick in die Geschehnisse bekommen kann. Wenn einem die Serie oder der Film schon wirklich richtig gut gefallen haben, kann das Lesen eines solchen Buchs Spaß machen.

So habe ich zum Beispiel die erste Staffel von Game of thrones zuerst im Fernsehen gesehen und war so angetan davon, dass ich mir das erste Buch dazu holte. Damals waren die Bücher und die Staffeln noch sehr nah beieinander, von daher gab es da keine großen Unterschiede. Es hatte für mich aber eine besondere Faszination jetzt auch in die Gedankenwelt der Protagonisten eintauchen zu können, denn das ist etwas, was das gedrehte Werk einem weitgehend vorenthält.

Danach habe ich in einem Rutsch alle zehn Bände gelesen und auch trotzdem immer noch total gerne die Serie gesehen, es hat meinem Spaß keinen Abbruch getan, die meisten Geschehnisse schon zu kennen. Einzig etwas nervig fand ich meine Angewohnheit immer alles mit den Sachen aus den Büchern zu vergleichen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich zu meinem Freund sagte, dass dies oder jenes im Buch aber anders gewesen sei oder nicht vorkam. Von daher genieße ich die nächsten Staffeln dann noch viel mehr, denn mittlerweile hat die Serie die Bücher schon längst überholt.

Auch die Dexter-Bücher habe ich erst gekauft, nachdem ich die Serie schon längst kannte und ich habe sie trotzdem gerne gelesen. Früher hat so etwas für mich auch nicht gut funktioniert, aber mittlerweile bin ich da einfach offener geworden und sehe die Bücher als eine Erweiterung eines bestimmten Universums an oder eben als einen anderen Punkt der Erzählung.

» Verbena » Beiträge: 2914 » Talkpoints: 1,12 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich finde es immer viel besser, zuerst das Buch zu lesen und dann den Film zu sehen. Ich lese sehr viel lieber, als dass ich Filme sehe, so dass mir Filme einfach sehr schnell langweilig werden. Ich habe oft Probleme, mich zu konzentrieren und schweife oft gedanklich ab. Wenn ich das Buch allerdings schon gelesen habe, ist das nicht so.

Dann macht es mir Spaß, den Film mit dem Buch zu vergleichen und zu schauen, ob eben alles so dargestellt wird, wie im Buch. Außerdem freue ich mich auch auf bestimmte Szenen, weil ich neugierig bin, wie sie umgesetzt wurden

Umgekehrt habe ich keine große Lust, ein Buch zu lesen, wenn ich den Film dazu schon gesehen habe. Ich habe das zwar schon einige Male probiert, es dann aber nie geschafft, das Buch auch wirklich fertig zu lesen. Der Reiz war für mich dann weg und ich hatte da keinen Spaß mehr dran.

Mir ist es bei Büchern immer wichtig, dass ich mich da hineinversetzen kann, indem ich mir alles bildlich vorstelle. Ich will mir meine eigenen Vorstellungen bilden können und mir selbst ausmalen, wie wohl die Figuren aussehen mögen und wie auch die Umgebung aussieht. Das geht dann ja alles aber nicht mehr, wenn man den Film schon gesehen hat. Da weiß man ja dann quasi schon, wie alles aussieht und muss sich das nicht mehr selbst gedanklich zurechtspinnen. Dadurch geht der Reiz für mich verloren.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 29659 » Talkpoints: 59,69 » Auszeichnung für 29000 Beiträge


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