Briefe an das jüngere oder zukünftige Ich schreiben?

vom 04.09.2016, 10:48 Uhr

Ich habe vor kurzem gelesen, dass Victoria Beckham wohl einen Brief an ihr jüngeres Ich geschrieben haben soll mit irgendwelchen Tipps fürs Leben. Sie hat den Brief an ihr Ich aus einer Zeit adressiert, als sie ihren jetzigen Ehemann noch nicht kannte und dass das PR ist, sollte ja wohl klar sein.

Abgesehen davon habe ich schon häufiger gehört, dass manche Menschen Briefe an sich selbst schreiben. Zum Beispiel Ted Mosby aus der Serie How I Met Your Mother. Dort schreibt er seinem zukünftigen Ich manchmal Tipps, was er bei zukünftigen Partnerinnen zu beachten habe und erinnert sich an wichtige Fehler, um diese nicht noch einmal zu wiederholen und sich so eventuell Kummer und Sorgen zu ersparen.

Ich habe noch nie einen Brief an mich selbst geschrieben, aber wenn überhaupt, würde ich so einen Brief an das zukünftige Ich eher sinnvoller finden, weil man sich so an Fehler erinnern könnte in der Hoffnung, diese nicht zu wiederholen. So einen Brief an das frühere Ich finde ich total sinnlos ehrlich gesagt. Wie seht ihr das? Findet ihr es sinnvoller, Briefe an das jüngere oder das zukünftige Ich zu schreiben? Was würdet ihr in so einen Brief reinschreiben und warum?

Benutzeravatar

» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,26 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich sehe auch keinen psychologischen Hintergrund, warum man einen Brief an sein jüngeres und vergangenes Ich schreiben sollte. Immerhin hat man da schon seine Erfahrungen und auch Fehler gemacht und kann nichts mehr verändern.

Es macht da sicherlich mehr Sinn, wenn man einen Brief in die Zukunft schreibt, eben wie es in 10 Jahren ist. Was man bis dahin erreicht hat und ähnliches. Nach dem Ablauf der Zeit, kann man dann ja nachlesen, was man von diesen gesetzten Zielen alles erreicht hat.

Benutzeravatar

» Nelchen » Beiträge: 32246 » Talkpoints: -0,17 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Ich habe so etwas auch noch nicht gemacht und könnte es mir für mich eigentlich auch nicht recht vorstellen, dass ich Briefe an ein jüngeres oder älteres Ich schreibe. Aber wenn ich so etwas machen würde, dann würde ich auch lieber an ein zukünftiges Ich schreiben, weil ich es auch ziemlich sinnlos finde, einem vergangenen Ich etwas zu schreiben. Die Vergangenheit ist doch vorbei und daran kann auch so ein Brief nichts ändern.

» Barbara Ann » Beiträge: 28261 » Talkpoints: 38,16 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Ich habe so etwas noch nicht gemacht, aber ich denke, dass es aus psychologischen Gründen schon Sinn machen sollte sich mit seinen Problemen, bisher gemachten Fehlern und auch positiven Erlebnissen auseinanderzusetzen. So ein Brief ist da sicherlich einfacher, weil man ihn immer noch mal ansehen kann, lesen kann und sich dann dazu Gedanken machen kann. Aber es kann auch durchaus Sinn machen wirklich alles festzuhalten und dann nochmal zu lesen. An das jüngere Ich würde ich nicht schreiben, weil ich dafür den Grund nicht sehe und auch keinen Mehrwert dadurch erkennen kann.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 40958 » Talkpoints: 56,83 » Auszeichnung für 40000 Beiträge



Ich kann mir keinen einzigen Reim darauf bilden, wieso ich mir damals für heute einen Brief hätte schreiben sollen oder wieso ich mir jetzt für später einen schreiben soll. Klar würde man auf den Brief schauen nach dem Motto, was ich damals alles geschafft, nicht geschafft habe oder guck mal, was sich seither verändert hat. Doch normalerweise weiß ich das ja auch so. Ich sehe da also persönlich für mich keinen Nutzen drin.

Ich habe davon mal im TV einiges gesehen, dass dort Leute sich früher etwas als Kind geschrieben haben und später gerne darauf zurück geschaut haben. Doch als Kinder etwas zu schreiben, ist dann auch noch mal etwas ganz anderes, wenn man das dann in Zukunft mal liest. Heute? Heute würde ich mir natürlich nicht schreiben, weil ich jetzt sowieso alles besser beeinflussen kann, mein Leben wirken lassen kann usw. Als Kind wäre das vielleicht noch psychologisch echt nachvollziehbar, aber als Erwachsene? Ne, da fällt mir nichts ein.

Das darf aber wirklich gerne jeder halten, wie er will und ich habe da überhaupt kein Problem mit. Ich kann das nur für mich nicht wirklich nachvollziehen und für ich selbst nicht verbinden. Ich würde es also nicht tun.

Benutzeravatar

» Kätzchen14 » Beiträge: 5095 » Talkpoints: 16,59 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Wenn ich ehrlich bin, finde ich es ebenfalls, wie meine Vorredner, ziemlich sinnfrei einen Brief an sein früheres "Ich" zu schreiben. Um so nützlicher ist es vielleicht einen Brief an sein zukünftiges "Ich" zu senden. Ein Dozent in einer meiner beruflichen Weiterbildungen gab uns vor einer Schulung den Tipp uns einen Brief in das zukünftige "Ich" in zwei Wochen zu senden, wenn der Kurs vorbei ist.

Er gab uns bestimmte Themen vor: Es war eine Projektleiterschulung und es war schon wirklich interessant, welche Ansichten man vor so einer Schulung hat, man liest seine eigenen Worte und denkt sich: "Wie komme ich eigentlich auf sowas?" :lol:

Durch diese persönlichen Ansichten, die sich im Laufe einer kurzen Zeit komplett ändern können, finde ich es durchaus interessant so etwas zumindest mal auszuprobieren, auch wenn ich es persönlich noch nicht gemacht habe. Probiere es doch einfach mal aus. :think:

» spaxl » Beiträge: 1053 » Talkpoints: 11,35 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Grundsätzlich finde ich es immer gut wenn man sich selbst reflektiert und man sich in einer gewissen Form auch mit sich selbst und seinen Erinnerungen und Erfahrungen beschäftigt - egal ob diese positiver oder negativer Natur sind.

Einen Brief an sein jüngeres ICH zu schreiben kann ich mir eigentlich nur vorstellen wenn man mit einem gewissen Lebensereignis oder einer Entscheidung aus der Vergangenheit nicht klar kommt, diese bereut und in gewisser Weise eine Entschuldigung an sich selbst schreiben möchte um damit abzuschließen. Denn ändern kann man Vergangenes ja nicht mehr. Oder man möchte eine Entscheidung der Vergangenheit noch einmal als besonders positive lebensentscheidende Wegentscheidung des Lebens hervorheben und sich bei seinem vergangenen ICH bedanken, dass man nicht den einfachen Weg gewählt hat.

Einen Brief an sein Zukünftiges ICH finde ich schöner und sinnvoller. In einem "Zukunftsbrief" kann man seine Fantasie spielen lassen und sich seine Zukunft schön malen. Man beschäftigt sich dabei sozusagen mit seinen Vorstellungen und Zukunftsplänen und im Endeffekt kann man in 5 oder 10 Jahren den Brief dann noch mal rausholen und schauen was man tatsächlich verwirklicht hat oder welche Ansichten sich einfach generell mit dem "Alter" verändert haben. Das kann unter Umständen recht interessant und ggf. auch amüsant sein.

So etwas ähnliches haben wir mal in der Schule gemacht. Wir haben damals auch einen Brief an uns selbst mit einer Zukunftsvision geschrieben. Wenn sich mein Leben daran orientieren würde dann hätte ich jetzt 11 Kinder, eine Villa und wäre Floristin für das englische Königshaus. So ziemlich alles davon ist fernab der Realität. :lol:

» EngelmitHerz » Beiträge: 1180 » Talkpoints: 110,64 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^