Blutverdünnende Mittel zeitlebens einnehmen?

vom 14.06.2018, 11:36 Uhr

Wie ich gelesen habe, bekommen in Deutschland nahezu jede(r) Vierte blutverdünnende Mittel von ihrem Arzt verschrieben. Das finde ich schon eine sehr beachtliche und nahezu schon besorgniserregende Zahl. Hierbei drängt sich mir auch die Frage auf, wenn man solche Mittel einmal einnimmt, diese man dann auch zeitlebens weiter einnehmen muss. Meint ihr man kann Blutverdünner auch irgendwann mal wieder absetzen oder wird man diese Medikamente nie los?

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» mikado* » Beiträge: 2494 » Talkpoints: 600,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Es kommt immer auf die Indikation für die Blutverdünnung an. Es gibt ja Ursachen, die bleiben das gesamte Leben über bestehen. Eine Herzrhythmusstörung zum Beispiel verschwindet in aller Regel nicht mehr, sofern sich nicht kardiovertierbar ist. Das heißt bei den meisten Menschen mit Vorhofflimmern zum Beispiel bleibt das immer so und dann sollte man auch immer das Blut verdünnen. Auch Gendefekte bleiben ja bestehen.

Anders sieht es zum Beispiel aus, wenn man eine Thrombose hatte. Gibt es für diese keinen dauerhaften Grund, muss man auch nicht dauerhaft Blut verdünnen. Bekommt also zum Beispiel ohne jeglichen weiteren Risikofaktor eine Thrombose, weil man zum Beispiel nach einem Unfall ein Bein nicht belasten durfte, dann kann man in aller Regel nach einem viertel bis halben Jahr auch die Blutverdünnung wieder beenden. Auch gibt es Dosierungen, die man nach bestimmten Zeiträumen deutlich zurückfahren kann.

Auch wer nach einer Operation an Hüfte oder Knie eine Thromboseprophylaxe bekommt mit einem blutverdünnenden Medikament muss das nur für einen bestimmten Zeitraum einnehmen, oftmals nur 2-4 Wochen und kann diese danach wieder absetzen.

Also pauschal sagen kann man das nicht, dass man sozusagen nie wieder von diesem Medikamenten wegkommt. Nur leider wird sowas manchmal vergessen nochmal zu überprüfen und die Mittel werden dann einfach weitergegeben, weil es schon immer so war.

» Klehmchen » Beiträge: 3877 » Talkpoints: 349,30 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Klehmchen hat das schon ganz gut beantwortet, daher finde ich pauschale Aussagen oder Ansichten in dieser Hinsicht ziemlich unklug. Das hängt immer vom Gesundheitszustand ab und von der Vorgeschichte. Ich würde mich bei so etwas immer auf den behandelnden Arzt verlassen und dessen Rat einholen. Gerade zum Arzt sollte so ein Vertrauensverhältnis bestehen, dass man sich auf seinen Rat verlässt, ansonsten sollte man den Arzt wechseln.

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» Täubchen » Beiträge: 26035 » Talkpoints: 0,17 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



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