Besteht das ganze Leben aus Geschmacksentscheidungen?

vom 11.10.2016, 19:30 Uhr

Ich kann mir vorstellen, dass der Titel euch etwas verwirrt, aber der ist so ernst gemeint. Ich habe heute mit meinen Freunden und Bekannten so eine Art Diskussionsrunde gehabt. Wir philosophieren hier des Öfteren und versuchen uns damit natürlich auch immer angenehme Themengebiete zu verschaffen.

Doch irgendwie ist es doch wirklich so, dass im Leben irgendwie alles aus einer Geschmacksentscheidung stattfindet oder nicht? Natürlich beim Essen und Trinken ist der Geschmackssinn eine wichtige Entscheidung, ob uns etwas mundet oder nicht. Hier ist der Sinn sogar wirklich maßgeblich für die Entscheidung der Lebensmittelwahl zuständig.

Doch im Alltag ist es doch im Grunde genauso. Nur das hier kein Sinn vorzufinden ist, sondern ein eigener geprägter Geschmack. Sei es bei der Partnerwahl - wo das Schema eine wichtige Rolle spielt und damit verbunden eben auch der Geschmack eines Menschen. Bei etwaigen Liebesstellungen spielt der Geschmack oder eher die Vorliebe eine Rolle.

Bei der Wahl der Wohnung spielen Geschmäcker eine Rolle usw. Im Grunde ist es überall eine Prägung oder Auslegung des Geschmacks. Diesen kann man natürlich beliebig verändern oder beliebig verankern. Doch "Geschmack" ist eben das übliche Thema, um im Alltag Entscheidungen vereinfachen zu können.

Seht Ihr das auch so, dass Geschmack im Grunde uns das gesamte Leben lang begleitet? Überall ist er in einer Form zu finden. Kann es sogar sein, dass Ihr der Meinung seid, dass "Geschmack" auch hinderlich für uns sein kann, um uns gute Dinge, die wir aber noch nicht kennen, weil wir das gewohnte Bevorzugen, kennenzulernen? Was denkt Ihr?

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4412 » Talkpoints: 20,54 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Natürlich begleitet uns der Geschmack ein komplettes Leben lang, aber was nicht heißt, dass sich dieser im laufe der Zeit nicht ändern kann oder gar erweitert. Das ganze kommt daher, dass wir inzwischen die Auswahl haben bei allem. Wir können es uns nun aussuchen ob wir Pizza essen, Nudeln, Gemüse oder auch sonstiges. Nahezu alles was existiert, gibt es von verschiedenen Anbietern mit unterschiedlichen Funktionen die einem eher zusagen oder auch nicht.

Würde die Auswahl nicht bestehen, es hier nur Kartoffeln zum Essen gehen, nur Apple Elektroartikel vertrieben werden und auch nur Seife von einem Hersteller geben, dann stellt sich die Frage vom Geschmack her gar nicht. Man nimmt dann das, was gerade da ist zum Überleben und um sich ein paar Annehmlichkeiten zu machen. Sobald aber Auswahl mit im Spiel ist und man wählen kann, ist der Geschmack auch mit dabei und spielt eine nicht unerhebliche Rolle.

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» Sorae » Beiträge: 19465 » Talkpoints: 5,84 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Ich stimme dem nur bedingt zu. Sicherlich ist man frei in seinen Entscheidungen bis zu einem gewissen Grad, allerdings werden Entscheidungen oft ja auch bedingt durch die Prioritäten getroffen, was mit Geschmack nicht immer was zu tun hat.

Es gibt zum Beispiel Menschen, die im Essen nur eine reine Kalorienaufnahme sehen und das Essen nur schnell und einfach zuzubereiten sein muss und nicht unbedingt besonders schmackhaft sein muss. Solche Exemplare kenne ich auch, das ist gar nicht so ungewöhnlich.

Was die Wohnung angeht, stimme ich dir bedingt zu. Denn wenn der bezahlbare Wohnraum sehr knapp ist und man froh ist, dass man überhaupt ein Dach über dem Kopf hat, dann nimmt man auch mal eine Wohnung, die bezahlbar ist und die nicht unbedingt dem eigenen Geschmack entspricht, weil man Angst hat, sonst auf der Straße zu sitzen. Viele Menschen müssen ja auch wegen finanziellen Gründen in Brennpunktviertel ziehen. Wenn sie sich das aussuchen und leisten könnten, würden sie bestimmt bessere Gegenden bevorzugen, die eher dem eigenen Geschmack entsprechen.

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» Täubchen » Beiträge: 32689 » Talkpoints: 0,74 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Geschmack würde ja bedeuten, dass A genauso gut ist wie B, aber A hat zum Beispiel eine andere Farbe oder einen anderen Duft als B und wird nur aus diesem Grund von mir bevorzugt. Das trifft bei so etwas wie Wohnungen aber in den seltensten Fällen zu. Ich nehme nicht die Wohnung für 800 Euro weil sie meinen Geschmack besser trifft, ich nehme die Wohnung, weil die Alternative 300 Euro mehr kostet und schlecht in mein Budget passt. Und die Wohnung, die wirklich nach meinem Geschmack wäre kann ich mir eh nicht leisten.

Ich denke tatsächlich, dass nur die eher kleinen, banalen Entscheidungen reine Geschmacksentscheidungen sind. "Schokoladeneis oder Erdbeereis?" wäre dafür ein Beispiel. Denn schon bei der Frage, ob ich eine weiße Hose oder eine Jeans anziehen soll spielt der Geschmack nicht mehr die Hauptrolle. Weiße Hose im Winter finde ich eigentlich ganz geil, passt auch toll zu meinem neuen Pullover, aber ich gehe heute Abend auf den Weihnachtsmarkt, da ist eine weniger empfindliche Hose praktischer.

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» Cloudy24 » Beiträge: 22999 » Talkpoints: 163,81 » Auszeichnung für 22000 Beiträge



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