Beim Frauenarzt nur bestimmte Untersuchungen wollen?
Ich frage mich, ob man sich beim Frauenarzt eine bestimmte Art der Untersuchung aussuchen kann. Normalerweise wird ja immer die Vorsorgeuntersuchung nach Standard gemacht, wozu ein Abstrich und ich glaube noch eine Tastuntersuchung gehören. Ich kenne mich damit nicht so gut aus. Das sind meines Wissens nach aber die Untersuchungen, die mach braucht, wenn man die Pille haben will.
Wie ist denn das aber, wenn man die Pille gar nicht verschrieben bekommen braucht und wenn man quasi nur zur reinen Vorsorge, ohne Ansinnen auf ein Pillen-Rezept, zum Frauenarzt geht? Kann man sich dann die Untersuchungen aussuchen? Kann man dann sagen, dass man beispielsweise nur einen Abdominal-Ultraschall will und keine Abstrich und keine Tastuntersuchung? Muss man das dann selbst bezahlen?
Ohne besonderen Grund muss man den Ultraschall selbst bezahlen. Hat bei mir letztes Jahr im Frühjahr 30 Euro gekostet. Der Abstrich und die Tastuntersuchung gehören halt zu den Leistungen, die die Krankenkasse bezahlt. Alles andere sind Leistungen, die man selbst zahlen muss. Es sei denn eben, dass ein Grund vorliegt, warum man eine Ultraschalluntersuchung machen muss.
Das hat mit dem Rezept für die Pille nicht direkt etwas zu tun. Die Pille wird halt nur weiterhin verschrieben, wenn körperlich alles in Ordnung ist. Und das wird mit diesen Untersuchungen festgestellt. Aber auch eine Frau, die nicht die Pille verschrieben bekommen will, geht ja zum Frauenarzt, um feststellen zu lassen, ob alles in Ordnung ist.
Wie Punktedieb schon sagte, sind der Abstrich und die Tastuntersuchung eben Krankenkassenleistungen und daher werden sie ungefragt gemacht. Deshalb ist man ja gekommen. Die Ultraschalluntersuchung muss man hingegen selber bezahlen. Du kannst deinen Frauenarzt ruhig mal fragen, ob die Ultraschalluntersuchung ausreichen würde. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie einen Abstrich ersetzt, weil dieser ja mikroskopisch untersucht wird und so ganz andere Dinge entdeckt werden können.
Das heißt, eine Ultraschalluntersuchung gehört nicht zur normalen Untersuchung dazu oder? Das ist extra? Ich könnte also nicht sagen, ich bin zur Vorsorge da, aber wir ersetzen jetzt Tastuntersuchung und Abstrich durch den Abdominalultraschall? Das kann der Arzt dann nicht als normale Vorsorge abrechnen?
Nein, das kann er nicht. Denn es ist ja eine ganz andere Untersuchung. Sie wird nur von der Kasse bezahlt, wenn es einen entsprechenden Grund gibt. Wird also bei der Tastuntersuchung etwas bemerkt, was den Ultraschall rechtfertigt, dann ist es wieder eine Kassenleistung. Aber eine Untersuchung zur Vorsorge ist auch kein Katalogangebot, wo man sich einfach etwas aussucht und das wird bezahlt, sofern es in einem gewissen Rahmen bleibt.
Der Ultraschall gehört nicht zur normalen Vorsorge und kann auch nicht einfach stattdessen gewählt werden. Was sollte das auch bringen? Die ersten Befunde liefert die Tastuntersuchung und Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen sind nur über den Abstrich zu diagnostizieren.
Wobei ich mich auch frage, warum man eine Ultraschall-Untersuchung bevorzugen sollte. Ob der Arzt nun mit seinem Finger in der Scheide ist und vorsichtig tastet oder mit Sonde "herumwühlt" das macht doch kaum einen Unterschied. Erst wenn er hier auffällig Befunde macht, steht der Ultraschall als Kassenleistung auf dem Programm. Wobei die manuelle und optische Inspektion einfach viel wichtiger ist.
Mit dem Ultraschall kann man kaum etwas feststellen. Die Dicke der Gebärmutterschleimhaut sagt nichts über Krebs oder keinen Krebs aus. Würde man sich allein auf diese Untersuchung verlassen, dann bekämen viele Frauen eine Verdachtsdiagnose und viele echte Krebsfälle würden übersehen.
Allerdings kann man den Ultraschall natürlich als iGeL Leistung haben. Das zahlt Frau dann aus eigener Tasche, der Nutzen ist definitiv nicht gegeben. Sicherlich kann man auch die Vorsorge ablehnen und stattdessen den kostenpflichtigen Ultraschall buchen. Aber was soll das genau bringen?
Wobei ich mich auch frage, warum man eine Ultraschall-Untersuchung bevorzugen sollte. Ob der Arzt nun mit seinem Finger in der Scheide ist und vorsichtig tastet oder mit Sonde "herumwühlt" das macht doch kaum einen Unterschied. Erst wenn er hier auffällig Befunde macht, steht der Ultraschall als Kassenleistung auf dem Programm. Wobei die manuelle und optische Inspektion einfach viel wichtiger ist.
Ich meine einen Abdominalultraschall, keinen über die Sonde. Da fährt man mit dem Ultraschallkopf auf der Bauchdecke herum und das kann durchaus zur Betrachtung der Eierstöcke oder der Gebärmutter sinnvoll sein. Da wird nirgends gewühlt. Ich möchte gerne nur eine Untersuchung von außen. Mehr nicht.
Den abdominalen Ultraschall kannst du dir komplett sparen, wenn es um Gebärmutter und Eierstöcke geht. Der ist viel weniger genau und aussagekräftig als ein vaginaler Schall. Ohne Tastuntersuchung ergibt der genau, dass eine Gebärmutter und Eierstöcke da sind.Es reicht gerade mal zum Ausschluss größerer Zysten. Alles weitere bleibt auf diesem Weg im Dunkeln. Da kann man dann auch auf den Besuch beim Frauenarzt verzichten.
Wie wenig genau die Untersuchungen sind, zeigen die Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft. Im ersten Trimenon ist die Untersuchung über den Bauch völlig unsinnig. Und immerhin ist das Kind in der 12. Woche schon rund 5 Zentimeter groß. Aber die Entwicklung ist zu diesem Zeitpunkt nur vernünftig über den vaginalen Ultraschall zu verfolgen. Auffällige Veränderungen an der Gebärmutter und den Eierstöcken sind oft viel kleiner. Die werden dabei einfach übersehen.
Und die anfälligste Stelle überhaut, der Muttermund, ist gar nicht sichtbar. Da hilft nur der Abstrich für eine sichere Diagnose, weil keine Form des Ultraschalls hier aussagekräftige Ergebnisse liefert. Da nimmt man doch lieber die kurze Untersuchung und bei auffälligen Zellveränderungen eine ambulante Konisation in Kauf, als an dem Mist zu sterben. Mittlerweile tritt ein bösartiger Tumor am Gebärmutterhals öfter bei Frauen zwischen 25 und 35 Jahren auf als bei Frauen ab 65. Und selbst bemerkt man diese Erkrankung erst, wenn es nicht mehr wirklich viele Chancen gibt. 
Bei Frauen, die keinen Sex haben, macht man aber keinen Abstrich; zumindest habe ich das gelesen. Und da der Gebärmutterhalskrebs durch die HPV-Viren ausgelöst wird und de durch Sex übertragen werden, kann man sich das vielleicht sparen, wenn man ohnehin keinen hat. Und die Eierstöcke sowie die Gebärmutter an sich kann man auch via Ultraschall untersuchen.
Ich hätte dann doch gerne die Quelle dafür, dass bei Frauen, die keinen Geschlechtsverkehr haben, kein Abstrich gemacht wird. Nur mal als Randinformation, einen netten Pilz kannst du dir auch wo ganz anders holen. Dazu brauchst du keinen Geschlechtsverkehr haben!
Das eine Frau sich mindestens einmal im Jahr von einem Frauenarzt untersuchen lässt, auch wenn sie keine Verhütungsmittel benutzt oder weil sie keine Verhütungsmittel braucht, ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber mit Sicherheit sinnvoll. Die Krankenkassen bieten diese Vorsorgeuntersuchung nämlich nicht deshalb an, weil sie gerne ihr Geld in den Rachen von geldgierigen Gynäkologen werfen. Die werden angeboten, weil es einfach Sinn macht.
Die gesetzlichen Krankenkasse finanzieren wie gesagt diese Vorsorgeuntersuchungen, die je nach Lebensalter bestimmte Untersuchungen umfasst. Einmal eben der Tastbefund und dann eben den Abstrich. Bei Frauen ab 35 Jahren (könnten auch 30 Jahre sein), wird die Brust mit untersucht. Ebenfalls durch Abtasten. Ab ich glaube 60 Jahren kann man auf Kosten der Krankenkassen eine Mammographie der Brust machen lassen. Das machen aber, so weit ich das weiß, nur bestimmte Ärzte. An meinem Wohnort wird jede Frau ab dem Alter dazu eingeladen.
Scheinbar ist dir eine Vorsorgeuntersuchung ja wichtig, sonst würdest du sie nicht in Betracht ziehen. Da du mehrfach deutlich geschrieben hast, dass du gerne sparst, wo es nur geht, gehe ich davon aus, dass du auch nur eine Untersuchung in dem Rahmen willst, den die Krankenkassen übernehmen. Und da ist eben eine Ultraschalluntersuchung nicht einfach mit dabei. Diese kannst du aber gerne auf deine Kosten machen lassen.
Nimm das was du bekommen kannst oder lass es eben bleiben. Nur mal als Randgedanke, ich könnte mir vorstellen, dass die gesetzlichen Krankenkassen auch bei der gynäkologischen Untersuchung irgendwann so weit sind, dass sie im Fall der Fälle, wie eben Krebs oder ähnliches, nur Leistungen im vollen Umfang übernehmen, wenn man regelmäßig bei den Vorsorgeuntersuchungen war.
Und was mir noch einfällt, weil ich mich doch sehr wundere, dass du scheinbar freiwillig zum Arzt gehst. Einige Krankenkassen zahlen einen Bonus, wenn man diverse Vorsorgeuntersuchungen machen lässt. Ich vermute mal stark, dass du deshalb diese Vorsorgeuntersuchung machen lassen willst. Nun ja dann wirst du dich auch an die Vorgaben halten müssen und nicht noch nach einer Wunschbehandlung plärren.
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