Bei Verzicht auf Fleisch leichter Gewicht verlieren?

vom 04.06.2018, 04:23 Uhr

Laut einer Studie sollen Veganer und Vegetarier es leichter haben, Gewicht zu verlieren. Daher wird empfohlen, dass die Menschen der Gesundheit zu Liebe auf pflanzliche Kost umsteigen. Was haltet ihr davon? Meint ihr, dass da was dran ist oder zweifelt ihr die Studie (möglicherweise wegen der Finanzierung) an? Kann man eurer Ansicht nach auch die Gesundheit erhalten, wenn man ab und an Fleisch isst?

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» Täubchen » Beiträge: 31828 » Talkpoints: 3,24 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Es kommt immer darauf an, wie ausgewogen und gut informiert man eine fleischlose Ernährung plant und umsetzt. Wer aus reiner Trendanhänglichkeit von heute auf morgen beschließt, Vegetarier zu werden, und die ersten Wochen danach nur Salat und gebratenes Gemüse verzehrt, weil er sich sonst nichts unter einer vegetarischen Ernährung vorstellen kann, der wird höchstwahrscheinlich ein paar Kilos abspecken.

Gemüse hat im Durchschnitt nun mal einiges weniger an Nährwert als Fleisch, und wenn die höherkalorischen Beilagen wie Nudeln, Reis und Co eingeschränkt werden, weil man vielleicht parallel auch noch "Low Carb" macht, dann purzeln die Pfunde anfangs. Noch dazu kann es passieren, dass man durch eine Mangelernährung ungewünscht den Abbau von Muskelmasse herbeiführt, weil man nicht mehr genug Protein zu sich nimmt. Auch das bewirkt eine Gewichtsabnahme.

Wer allerdings nicht nur auf die Vermeidung bestimmter Nahrungsmittelgruppen, sondern auch auf einen ausreichenden Kalorienhaushalt achtet und das Defizit durch Verarbeitung anderer Proteinquellen und einen höheren Getreideanteil ausgleicht, der wird auch keinen relevanten Gewichtsverlust erzielen. Am Ende bleibt die Zahl auf der Waage immerhin rein vom Verhältnis zwischen Aufnahme und Verbrauch an Energie abhängig.

Wer schon einmal auf die Packungsangaben bei Super Foods und Co geschielt hat, der wird festgestellt haben, dass sich diese mit vielen Fleischsorten in etwa das Gleichgewicht halten; und wer wirklich aus ernsthaftem Interesse an einer dauerhaften, aber gesunden Umstellung den vegetarischen oder veganen Weg wählt, der ist normalerweise auch nicht unbedingt primär an einer Schlankheitskur interessiert.

» MaximumEntropy » Beiträge: 5928 » Talkpoints: 992,31 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Ich glaube nicht, dass das stimmt, aber Studien kommen ja andauernd mit irgendeinem Mist um die Ecke. Viel wichtiger ist doch, wie das Fleisch verarbeitet ist. Wer nur Salami, Mortadella und frittiertes Fleisch ist, hat es sicherlich schwer mit dem Abnehmen. Meine Großmutter durfte einige Monate lang aber aufgrund irgendeiner Magenkrankheit ausschließlich gekochtes Fleisch essen. Und da hat sie mal eben zehn Kilogramm abgenommen, obwohl sie nicht weniger gegessen hat. Ich kenne außerdem viele Vegetarier und Veganer, von denen die große Mehrheit eher über- als untergewichtig ist. Daher halte ich die Studie für unseriös.

» Cappuccino » Beiträge: 3797 » Talkpoints: 3,48 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Reines Fleisch zu essen hat nichts ungesundes. Ungesund sind vor allem Wurstprodukte oder auch stark verarbeitetes Fleisch. Aber dreimal in der Woche gutes Fleisch zu essen hat per se nichts schädliches. Es führt auch nicht zur Gewichtszunahme. Angenommen, ich esse täglich Milchprodukte, Eier, Brot und Nudeln.

Ich garantiere, dass man durch diese Ernährungsweise nicht abnimmt. Esse ich aber mageres Fleisch und viel Gemüse, wird man den Erfolg bald sehen. Wer Fleisch mag, soll Fleisch essen, aber eben keine Würste und ähnliches. Es gibt aber eine Menge Alternativen dazu und einmal im Monat Bratwurst schlemmen ist auch ok.

Solche Studien werden wohl eher von Spaßbremsen erstellt. Das Leben ist auch schön, wenn man sich nicht solch einen Stuss reinzieht. Jeder erwachsene Mensch mit Erfahrung sollte wissen, was ihm gut tut und was ihn gesund hält. Studien helfen ihm dabei eher nicht.

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» Quasselfee » Beiträge: 1436 » Talkpoints: 208,05 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ernährungsstudien sind grundsätzlich schwierig. Das Problem ist erst mal, dass du darauf angewiesen bist, was die Studienteilnehmer dir erzählen. Du schließt deine Studienteilnehmer und die Kontrollgruppe ja nicht monatelang ein und fütterst sie.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass bei vielen beobachteten Effekten gar nicht zwangsläufig ein kausaler Zusammenhang mit der Ernährung besteht. Wenn du an einer Diätstudie teilnimmst bist du ja grundsätzlich motiviert abzunehmen, vielleicht ist dann genau diese Teilnahme der Auslöser dafür, dass du dein Verhalten grundsätzlich hinterfragst und dann fällt nicht nur das Fleisch weg sondern auch die Schokolade am Abend oder die süßen Getränke.

Aber ganz generell kommt es doch darauf an, durch was man das Fleisch dann ersetzt. Wenn ich dann einfach mehr Gemüse esse, esse ich natürlich schon weniger Kalorien. Aber wenn ich zu den Ersatzprodukten greife - also vegetarische Schnitzel und solche Scherze - habe ich unter Umständen genau den gegenteiligen Effekt. Diese Produkte schneiden in Tests regelmäßig schlechter ab als die Fleischprodukte. Mehr Fett, mehr Salz, mehr Zucker, mehr Zusatzstoffe.

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» Cloudy24 » Beiträge: 22707 » Talkpoints: 48,90 » Auszeichnung für 22000 Beiträge


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