Baby-Planer neuer und sinnvoller Trend?

vom 10.02.2020, 16:46 Uhr

Was es alles so gibt. Ich las jetzt in einer Zeitung, dass viele werdende Eltern sogenannte Baby- Planer engagieren. Vor allem Eltern die ihr erstes Kind erwarten, haben das Gefühl ins kalte Wasser geschmissen zu werden, weil zahlreiche Vorbereitungen getroffen werden müssen, damit der kommende Nachwuchs kommen kann.

Meiner Meinung nach gibt es viele Möglichkeiten, sich im Vorfeld über das kommende schöne Ereignis selbst vorzubereiten, z.B. Bücher, Kurse zur Geburtsvorbereitung vor- und nachher, Hebammen, man kann sich mit anderen werden Eltern austauschen oder die ganze Familie einbeziehen und helfen lassen. Mir kommt es so vor, dass viele junge Menschen nicht gelernt haben mit Stress umzugehen und dann ist es einfacher ein Rund-um-sich-Sorge-Paket bei solchen Baby-Planern zu buchen. Sie kümmern sich vom Kinderwagen bis hin zum Geburtsort und vieles mehr.

Würdet ihr so einen Baby-Planer begrüßen und sinnvoll empfinden oder sollten die werdenden Eltern lieber in ihre Rolle langsam hineinwachsen, auch wenn es manchmal stressig werden kann?

» baerbel » Beiträge: 1347 » Talkpoints: 436,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich habe ja nun schon 2 Geburten hinter mir, aber ich habe nicht mal eine Hebamme genutzt. Ganz ehrlich, ich hätte so etwas nicht in Anspruch nehmen wollen, aber es ist ja nun auch nicht jede Frau so. Wenn man wirklich unsicher ist, dann kann ich schon verstehen, dass man einfach jede Hilfe in Anspruch nimmt, die man bekommen kann. Ich hätte auch in meiner Familie keine andere Frau fragen wollen.

Zu meiner Mutter habe ich nun kein inniges Verhältnis und zu meinen Schwägerinnen habe ich zwar ein gutes Verhältnis, aber da hätte ich solche Fragen als zu intim empfunden. Letztendlich kann man auch gut auf das Bauchgefühl hören und beim Kinderarzt ist man ja auch recht engmaschig am Anfang, also weiß ich gar nicht warum man einen Baby Planer brauchen sollte.

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» Ramones » Beiträge: 40945 » Talkpoints: 54,23 » Auszeichnung für 40000 Beiträge


Heutzutage gibt es ja wirklich für alles einen Planer, der einen alles abnimmt. Für mich persönlich würde das auch nicht in Frage kommen, da ich es zu persönlich und zu wichtig ist auf das Bauchgefühl zu hören.

Ich würde mir hier nicht von niemandem Außenstehenden reinreden lassen wollen. Die außenstehende Person hat einen Plan im Kopf, dass ist dann immer Schema X und gut ist. Das hat aber nichts mit dem individuellen zu tun. Ich kann mir auch nicht vorstellen das jemand anderes als man selbst für einen in der Situation richtige Entscheidungen trifft.

Eine Hebamme die nach Hause kommt finde ich wiederum gut. Diese gibt es ja nur Tipps und sagt einem nicht was man zu tun und zu lassen hat. Es ist ja nur unterstützend. Das hatte ich und fand es echt nicht schlecht. Gerade beim ersten Kind ist man doch sehr unbeholfen. Klar habe ich alle Entscheidung selbst getroffen aber für die ersten Tage nach der Geburt war’s echt schön einen Ansprechpartner zu haben.

» timbo007 » Beiträge: 628 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Wahrscheinlich hat man falsche Vorstellungen von der Tätigkeit eines solchen Planers. Sinnvoll ist der zuerst für berufstätige Eltern oder eben berufstätige Mütter. Außerdem kann er gute Hilfe bei Mehrlingsgeburten und auch bei einer Frühgeburt leisten. Solch ein Planer übernimmt vor allem den Papierkram, bzw. gibt wertvolle Hilfestellung bei der Antragstellung von Elterngeld oder anderen Anträgen.

Er kann beraten, welche Klinik die geeignete sein könnte und welche Kurse die Mutter belegen kann. Einen Kinderwagen sucht er ganz gewiss nicht aus. Der Planer kann aber bei der Auswahl eines Autokindersitzes unterstützend mit Rat und Tat zur Seite stehen. Einen Babyplaner zu engagieren ist weder im Trend noch neu. Ich las bereits vor vier Jahren darüber. Ich war damals krank geschrieben bis zu meinem Schutzurlaub.

Ich hatte genug Zeit, alles behördliche und anderes zu regeln. Aber eine Frau, die gesund ist und in ihrem Beruf Vollzeit arbeitet, möchte vielleicht daheim gerne die Füße hochlegen und sich nicht beim Amt für einen Antrag auf Elterngeld anstellen oder Geld für das Ungeborene bei einer Stiftung beantragen usw. Vielleicht wohnt man auch sehr ländlich und Ämter und Institutionen sind schwer zu erreichen für die Schwangere. Es gibt genügend Gründe, die werdende Mutter zu entlasten.

Es geht ganz sicher nicht darum, dass junge Menschen nicht mit Stress umgehen können. Und liebevolle und hilfsbereite Familienmitglieder stehen halt nicht in jeder Familie Gewehr bei Fuß, um der werdenden Mutter beizustehen und ihr bei dem ganzen Behördenkram und Papierkrieg und anderen wichtigen Vorbereitungen zu helfen. Und darum finde ich es schon sinnvoll, dass es Babyplaner gibt, obwohl ich zu keiner Zeit einen brauchte.

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» Quasselfee » Beiträge: 2110 » Talkpoints: 20,07 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Wie schon erwähnt besteht die Vorbereitung auf einen neuen Erdenbürger beileibe nicht nur darin, niedliche Schühchen zu kaufen und das Kinderzimmer zu streichen. Und die Informationsflut ebenso wie der gesellschaftliche Druck, unter dem vor allem Mütter stehen, die ja alles "richtig" machen müssen, sind für werdende Eltern heute derart immens wie wahrscheinlich noch nie zuvor. Dazu kommen noch die schon erwähnten unterschiedlichen Familienkonstellationen, bei denen nicht immer mindestens vier topfite und willige Großeltern plus Tanten, Onkel und Freunde bereitstehen, um das zukünftige Familienglück sinnvoll zu unterstützen, praktische Tipps zu geben und beim Papierkram tatkräftig zur Seite zu stehen.

Von daher spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, wenn werdende Eltern zumindest einen Teil von dem ganzen Stress "outsourcen", wie es so schön heißt. Es gibt schließlich einen ganzen Jobsektor von Leuten, die einem diversen Kram abnehmen, von den "personal assistants" über die Steuerberaterin bis hin zu allen möglichen Beratungsstellen und Hilfsangeboten für Otto Normalverbraucher. Ich finde nicht, dass man sich auf Stress etwas einbilden muss, und dass eine Schwangerschaft alleine auch schon anstrengend und aufregend genug sein kann, auch ohne dass man sich mit TÜV-Bewertungen von Autokindersitzen herumschlagen und irgendwelche Anträge ausfüllen muss.

Und glaube auch, dass sehr oft auch der bloße Neid spricht, wenn es heißt, dass die "jungen Leute heutzutage" keinen Stress mehr aushalten und dass "wir damals" das auch alleine hinbekommen hatten. Ich kann mir vorstellen, dass "damals" wie heute viele Eltern dankbar über diese Art Unterstützung wären, die sich aber wohl einfach nicht jeder leisten kann.

» Gerbera » Beiträge: 8613 » Talkpoints: 1,98 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Gegenfrage: Warum würdest du dir den Stress antun wollen wenn du es dir leisten könntest jemanden zu arrangieren, der dir die Arbeit abnimmt? Und warum sollte man deshalb nicht in der Lage sein mit Stress umzugehen? Vielleicht ist gerade das Gegenteil der Fall? Vielleicht hat man ja eine sehr realistische Vorstellung davon, wie viel Stress zu erwarten ist und entscheidet sich deshalb ganz bewusst dafür diesen Stress nicht haben zu wollen?

Für mich ist es jedenfalls kein Zeichen von Stärke wenn man sich mit Dingen herum schlägt, bei denen es schlauer wäre wenn man sich einfach an einen Profi wendet.

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» Cloudy24 » Beiträge: 24327 » Talkpoints: 29,01 » Auszeichnung für 24000 Beiträge


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