Artikel mit Geschichte besonders gut verkaufen können?

vom 03.01.2019, 15:52 Uhr

Bei der Sendung "Die Superhändler" hört man schon mal, dass Artikel besonders interessant sind, wenn es eine Geschichte dazu gibt. Also wo genau dieser Artikel herkommt und was es damit auf sich hat. Für eine schöne Geschichte, wird dann auch schon mal etwas mehr bezahlt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Käufer oder Interessenten gar nicht interessiert, wo der Artikel genau herkommt und ob es dazu eine Geschichte gibt. Natürlich geht das auch meist nur, wenn es sich um einen alten Artikel handelt. Aber selbst da hat mich noch niemand nach einer Geschichte dazu gefragt.

Meint ihr, dass man einen Artikel besonders gut verkaufen kann, wenn es eine Geschichte dazu gibt? Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht? Fragt überhaupt jemand nach einer Geschichte dazu? Erzählt ihr diese, auch wenn nicht danach gefragt wird? Wirkt sich das auf den Kaufpreis aus?

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Nelchen hat geschrieben:Bei der Sendung "Die Superhändler" .....Meint ihr, dass man einen Artikel besonders gut verkaufen kann, wenn es eine Geschichte dazu gibt?

Auf dem Sender RTL geht alles und bei den Superhändlern dann ja auch. Nelchen, es ist doch klar, dass sie Leute suchen, die diese Sendung noch schauen. Und wenn man eine Geschichte um die Sache erzählt, dann hören auch Zuschauer besser hin und interessieren sich für den Schrott auch noch. Man muss doch nur einfach mal selbst nachdenken. Wenn diese Händler wegen einer Geschichte mehr bezahlen, bekommen sie deswegen nicht mehr, wenn sie den Artikel weiter verkaufen. Sie machen dann also Verlust. Aber wenn sie in der Sendung sind, dann wird für RTL auch ein wenig dramatisiert.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Ich glaube nicht, dass eine schöne Geschichte einen Händler interessiert. Dieser verkauft es weiter und kann seinen Kunden auch keine schöne Geschichte erzählen, dass diese dann mehr zahlen. Er möchte Gewinn erzielen und das ist auch in Ordnung so. Deswegen wird er nicht mehr zahlen, sondern nur realistische Preise. Privat macht man das auf dem Flohmarkt vielleicht eher, aber selbst da will man ja eigentlich Schnäppchen machen, aber da sind eben auch keine Profis oder nicht nur Profis.

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» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Ich denke auch, dass das in einer Fernsehsendung einfach etwas vollkommen anderes ist als in der Realität. Wenn das in der Sendung einfach nur so ablaufen würde, dass da die Sachen verkauft oder gekauft werden und keiner groß etwas dazu sagt, dann würde das doch kein Mensch schauen, würde ich mal vermuten.

Daher kann ich es mir schon vorstellen, dass es in der Sendung schon so ist, dass Geschichten um die Artikel gewünscht sind und die Händler vielleicht auch angehalten sind, dann wegen der Geschichte zumindest so zu tun, als wenn sie mehr bezahlen würden. Aber in der Realität denke ich auch, dass es keinen Interessiert und auch keiner mehr bezahlt für eine Geschichte um einen Artikel.

» Barbara Ann » Beiträge: 28939 » Talkpoints: 57,50 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Ich finde es offen gesagt ziemlich befremdlich, dass man jeden Mist glaubt, der für das Fernsehen und die Zuschauer erfunden wurde. Du kannst doch gar nicht beweisen, ob diese Gegenstände tatsächlich eine Geschichte haben oder nicht. In dem Beitrag Gebrauchte Brautkleider nach erster Trägerin benennen? wurde das kaum vorhandene Reflektionsvermögen ebenfalls deutlich.

Es gibt nun einmal Menschen, die sich von der Masse und der Massenproduktion abheben wollen und die daher nur dann "Massenware" kaufen, wenn diese eine einzigartige Geschichte aufweist. Das heißt aber nicht, dass diese Geschichte dahinter oder die Vorbesitzer auch stimmen müssen. Die Verkäufer wissen das ja auch, dass das bei manchen Kunden besonders gut ankommt - auch wenn damit nicht unbedingt eine höhere Zahlungsbereitschaft einhergeht - und daher besteht das Risiko, sich da was auszudenken.

Abgesehen davon will keiner im Fernsehen sehen, dass Massenware ohne Geschichte verkauft wird. Man will die Zuschauer ja auch irgendwo unterhalten. Ich glaube nur das, was ich selbst gesehen und überprüft habe und gerade das Unterschichten-Fernsehen, was hier so beliebt zu sein scheint, bleibt doch jede Form von Beweis schuldig.

Ich finde es echt peinlich, wenn man wirklich alles glaubt, was das Fernsehen so von sich gibt. Das ist echt zum Fremdschämen und manche Menschen scheinen in ihrem Glauben so gar keine Grenzen zu kennen. Die würden wahrscheinlich auch glauben, wenn das Fernsehen behauptet, dass der Heilige Geist bei einem Sturz von der Brücke ums Leben gekommen ist. :wall:

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -1,02 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Ich kenne die Sendung nicht, klingt aber irgendwie nach einem Abklatsch von "Bares für Rares". In dieser Sendung wird auch immer nach der Geschichte der angebotenen Artikel gefragt und weißt du warum? Weil das eine Unterhaltungssendung ist und weil es für den Zuschauer natürlich unterhaltsamer ist wenn die Leute, die etwas zu verkaufen haben, nicht nur das Teil vorzeigen sondern auch noch eine kleine Geschichte dazu erzählen können. Die Sendung lebt doch von diesen teils lustigen, teils kuriosen Geschichten, die zusammen mit dem Artikeln präsentiert werden.

Da dein Leben wahrscheinlich keine Unterhaltungssendung ist und der Verkauf deiner Sachen deshalb auch keinen Unterhaltungswert haben muss, musst du dir auch keine Geschichte aus den Fingern saugen wenn du deinen Kram los werden willst. Das interessiert außerhalb einer Unterhaltungssendung nämlich tatsächlich niemanden.

Wenn man Sachen verkauft, die wirklich Antik oder Vintage sind, also nicht nur "alt" sondern tatsächlich einen Sammlerwert haben, ist es übrigens schon normal, dass man gefragt wird woher die Sachen kommen oder aus welchem Jahr sie stammen. Aber eine Geschichte erwartet da niemand, Fakten reichen aus.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


Den tollen Tipp gabs bei ebay für die Verkäufer auch mal. Erzählen sie etwas über den Artikel, wenn dieser eine interessante Geschichte aufweist, um dem Produkt mehr Charakter zu geben und weitere potentielle Kunden anzuziehen. Gemacht das doch fast niemand. Einmal habe ich eine Auktion gesehen, wo jemand Kindercomics mit dem Hinweis "Nette Kindheitserinnerung halt" versehen hat und versuchte, den Punkt mit dem persönlichen Bezug zu erfüllen. Da hat jemand die Tipps etwas zu streng und wörtlich genommen.

Bei einer Sammler-LP bin ich vom Käufer nach der Auktion eingehend befragt worden, wo das Stück her ist und wie ich an diese Rarität gekommen bin. Der Typ war von der Sorte "crazy Fan" und hat sich dann sogar unseren Mailverkehr ausgedruckt, um die Bedeutung der Schallplatte noch weiter zu unterstreichen. Das war schon skurril, aber aufgrund des Einzelstücks, was man in der Regel so nie kauft oder verkauft, vielleicht auch nachvollziehbar. Aus meiner Sicht war die Geschichte dahinter auch nicht mal sonderlich interessant, weil sie schlicht aus dem Nachlass eines Menschen stammte, der sie im Zuge des Berufes als Werbegeschenk bekam. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, das in meiner Auktion zu erwähnen.

Für manche Sachen könnte es auch nach hinten losgehen, wenn der Verkäufer seine persönliche Bindung und Nutzung der Ware ausreichend schildert. Manche Käufer wollen vielleicht gar nicht mal so aufs Butterbrot geschmiert bekommen, dass sie etwas Gebrauchtes kaufen und sich der Illusion hingeben, dass das jetzt ihr persönlicher Gegenstand ist. Da muss die Ware vom Vorbesitzer nicht noch emotional aufgeladen werden. Einzige Ausnahme ist bei Kleidung die Herkunft. Kam früher ein Stück aus den USA haben die Leute es dem Verkäufer nahezu aus den Händen gerissen und die Ware wurde durch diese Erwähnung aufgewertet.

» Verbena » Beiträge: 4860 » Talkpoints: 1,35 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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