Als Dankeschön immer etwas schenken wollen?

vom 09.05.2016, 07:23 Uhr

Ich passe öfter mal die Tiere meiner Schwiegereltern auf und meistens bringen sie mir dafür etwas aus dem Urlaub mit. Ich möchte das eigentlich gar nicht, aber sie wollen mir immer ein Dankeschön in Geschenkform überreichen.

Bei einer Bekannten war es nun so, dass sie auch einer Freundin einen großen Gefallen getan hat, der auch mit Arbeit für sie verbunden war. Eigentlich denkt man dann ja auch, dass man irgendein Dankeschön dafür bekommen würde. Aber die Freundin nutze die Situation quasi noch aus und bedankte sich dann nur mit den Worten, dass sie es irgendwann wieder gut machen würde. Da war meine Bekannte doch recht enttäuscht.

Ich muss sagen, dass ich es immer von der Gefälligkeit abhängig mache. Wenn für mich jemand etwas gemacht hat, was durchaus von Bedeutung war, dann bedanke ich mich meistens auch mit einer Kleinigkeit. Es reicht ja durchaus auch mal eine Schachtel Pralinen oder ähnliches. Wenn es jedoch nur kleinere Gefälligkeiten sind, reicht es sicherlich auch, wenn man einfach nur Danke sagt.

Eine Freundin von mir übertreibt es da aber und gibt immer gleich etwas, wenn man ihr einen Gefallen erwiesen hat. Sie wird dann auch richtig grantig, wenn man ihr sagt, dass man das als Freundschaftsdienst ansieht und nichts dafür haben möchte. Sie sieht es wohl so, dass sie so dem Menschen etwas zurückgeben kann. Sie ist körperlich nicht so fit und kann sich dann so erkenntlich zeigen. Wie ist es denn bei euch? Verschenkt ihr auch immer etwas um Dankeschön zu sagen?

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» Nelchen » Beiträge: 31716 » Talkpoints: 1,68 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Dankbarkeit ist etwas sehr wichtiges. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass man mit Dankbarkeit ein viel glücklicheres Leben führt. Diese Dankbarkeit muss aber immer ehrlich sein und von Herzen kommen. Wenn dir also deine Schwiegereltern ein kleines Geschenk zum Dank dafür machen, dass du öfter mal auf ihre Tiere aufpasst, dann tun sie das wirklich aus tiefstem Herzen und das solltest du in jedem Fall anerkennen.

Du brauchst dich auch nicht schlecht fühlen oder schämen, ein Geschenk anzunehmen, denn der Schenker hat sich ja etwas dabei gedacht, dich zu beschenken. Deine Wertschätzung des Geschenkes ist der größte Lohn für deine Schwiegereltern, glaub mir.

Bei mir ist es ganz unterschiedlich. Mal sage ich einfach aus tiefstem Herzen Dankeschön und ein anderes Mal schenke ich auch etwas als Dankeschön. Das ist zum Beispiel mal meiner Mama so, die öfter mal auf meine Kinder aufpasst, wenn ich arbeiten gehe. Sie opfert viel ihrer Freizeit und da finde ich es völlig angebracht, ihr auch mal spontan einen Strauß Blumen mitzubringen oder ihr einen IKEA Einkaufsgutschein zu schenken oder sie zum Essen einzuladen. :)

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» cherrypie » Beiträge: 556 » Talkpoints: 25,97 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich denke auch man sollte Dankbar sein, wenn jemand in der heutigen Zeit noch etwas für einen übernimmt. Ich füttere und versorge auch die Katze der Schwiegermutter, wenn diese unterwegs ist oder auswärts arbeiten muss. Sie bringt entsprechend auch immer etwas mit und sieht das auch als vollkommen normal an. Dabei würde ein einfaches gesagtes Dankeschön auch ausreichen und ich brauche nicht jedes mal etwas.

Für viele ist da aber inzwischen einfacher etwas zu kaufen und zu überreichen, anstatt ein Dankeschön einfach zu sagen. Viele erwarten sogar etwas geschenktes, wenn sie einen entsprechenden Dienst übernommen haben und sei es nur aus Freundschaft heraus. Ich habe auch lange die Großmutter meines Partners nebenbei mit gepflegt und habe dafür nichts erwartet, denn ich habe es gerne gemacht. Trotzdem hat Schwiegermutter jeden Monat mir dafür Geld in die Hand gedrückt, wie eben einer normalen Arbeitskraft auch.

Ich habe mich dabei eher unwohl gefühlt, denn ich habe das ganze gerne gemacht und selbe es ein Stück weit auch als Selbstverständlich an, dass man sich um jemanden kümmert den man mag und der es nicht mehr alleine kann. Davon leben musste ich nicht, somit habe ich das ganze eher als Gefälligkeit gesehen als als Job. Trotzdem konnte ich das Geld gut gebrauchen für meinen Sohn und habe es auch nur dafür verwendet, anstatt für mich selbst. Was übrig geblieben ist, wurde entsprechend für ihn angelegt.

Dankbar sein hat für mich nichts mit Geschenken zu tun schon gar nicht wenn man das ganze vorher weiß, wenn die Person wieder da ist und man etwas geschenkt bekommt für den Dienst. Viel mehr freue ich mich über spontane Geschenke zwischen drinnen anstatt das ich immer etwas bekomme, wenn ich nur eine Kleinigkeit erledigt habe. Und Katze füttern zwei mal am Tag ist nun wirklich kein großer Aufwand wie ich finde.

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» Sorae » Beiträge: 19465 » Talkpoints: 5,84 » Auszeichnung für 19000 Beiträge



Ich würde es ganz schrecklich finden, wenn mir meine Freunde immer etwas geben würden, wenn ich ihnen mal einen Gefallen getan habe. Das gehört zur Freundschaft einfach dazu und wir sehen das auch nicht so eng. Wir haben einfach eine tolle entspannte Zeit zusammen und wenn ich hier manchmal lese was andere Leute immer so erwarten finde ich meine Freunde immer besser.

Bei uns ist es so, dass man sich bedankt und dann eben auch irgendwann wieder etwas für den Freund macht. Man muss sich da keine Geschenke machen, sondern einfach nur Danke sagen. Das reicht vollkommen und ist auch viel herzlicher als irgendein Geschenk.

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» Ramones » Beiträge: 39396 » Talkpoints: 38,66 » Auszeichnung für 39000 Beiträge



Ich finde es wichtig, dass man Dankbarkeit auch zeigt und solche Dinge nicht für selbstverständlich nimmt. Aber ich sehe es auch so, dass man nicht unbedingt etwas schenken muss. Das muss man einfach immer davon abhängig machen, wie einem jemand geholfen hat. Wenn es eine aufwändige Hilfe war, kann es auch schon mal sein, dass ich etwas schenke oder die andere Person zum Essen einlade. Aber bei Kleinigkeiten finde ich auch, dass es reicht, wenn man sich nett bedankt.

» Barbara Ann » Beiträge: 27114 » Talkpoints: 44,84 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


Ich würde das einfach vom Kontext abhängig machen. Ich meine, wenn klar ist, dass ich den Gefallen in absehbarer Zeit erwidern kann, dann belasse ich es dabei. Ansonsten frage ich die Person in der Regel, was sie für einen mir getanen Gefallen haben möchte und passe mich dann da an. Es bringt schließlich nichts, einer Person etwas als Dankeschön zu schenken, wenn sie damit rein gar nichts anfangen kann.

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» Täubchen » Beiträge: 31892 » Talkpoints: 0,37 » Auszeichnung für 31000 Beiträge


Wenn mir einmal jemand einen Gefallen tut, der absolut nicht selbstverständlich ist, gebe ich ihm hinterher etwas Geld. Letztens hatte ich einen Reifenwechsel in der Autowerkstatt. Und auf der Rechnung steht ja stets geschrieben, dass nach 50 km spätestens die Radmuttern nachgezogen werden sollten.

Ich aber habe weder das Werkzeug noch das Geschick und die Kraft, dieses zu bewerkstelligen. Aus diesem Grund fragte ich meinen jungen Nachbarn im Vorbeigehen, ob er das mal erledigen könnte. Alternativ wäre ich noch einmal in der Werkstatt vorbeigefahren. Er sagte zu und erledigte das dann auch bald.

Da mein Nachbar mit seiner Freundin zusammen wohnt und beide rauchen, gab ich ihm 12 Euro für zwei Schachteln Zigaretten und gut war es. Er sagte zwar, dass das nicht nötig gewesen sei. Ich sagte ihm dann, dass das aus meiner Sicht eben doch nötig sei und dann war Schluss.

Vor Jahren überließ ich einmal einer guten Arbeitskollegin meinen Parkplatz für die Zeit von drei Wochen, da ich Urlaub hatte. Als ich wieder zur Arbeit kam, hatte sie mir einen Berg Schokolade und Gebäck geschenkt.

Das war mir ziemlich peinlich und ich hielt das nicht für angemessen, denn der Parkplatz wäre ja nur ungenutzt gewesen. Ich muss sagen, dass ich schlussendlich meiner Kollegin nie wieder den Parkplatz für die Zeit meiner Abwesenheit überließ.

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» Quasselfee » Beiträge: 1457 » Talkpoints: 216,86 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Im Gegensatz zu andren, empfinde ich es nicht als schlimm, etwas geschenkt zu bekommen, sondern ich nehme das gerne mit. Es sollte natürlich etwas sein, was ich auch mag. Diese klassischen Pralinenkästen oder diese schrecklichen Merci-Packungen kann ich nicht leiden, aber wer mich kennt, weiß schon, was ich gerne nasche.

Ich würde dann auch nie herumdiskutieren, dass etwas doch nur ein Freundschaftsdienst war und die Bescheidene spielen. Wer mir was schenken will, darf das; ich nehme das, bedanke mich und gut. Anders herum schenke ich auch für Gefallen, die nicht alltäglich sind, etwas. Das finde ich auch normal so und würde es dann nervig finden, wenn der Beschenkte sich dann künstlich ziert, das anzunehmen.

» Zitronengras » Beiträge: 8696 » Talkpoints: 91,33 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ich verschenke nicht immer etwas, wenn mir jemand einen Gefallen tut oder mir irgendwo bei behilflich ist. Genauso erwarte ich umgekehrt auch nicht immer ein Geschenk, wenn ich etwas für jemanden mache. Für mich ist es selbstverständlich, dass man sich in einer Freundschaft oder auch in der Verwandtschaft aushilft. Da jedes Mal etwas zu schenken, finde ich nicht nur übertrieben, sondern auch teilweise unschön. Denn das zeigt dann ja, dass es nicht selbstverständlich ist, was es meiner Meinung nach sein sollte.

Natürlich kommt es aber auch immer auf die Art des Gefallens an. Soll ich für eine Freundin etwas ausdrucken und mitbringen, weil ihr Drucker nicht geht, wir aber ohnehin verabredet sind, dann ist das ja nur eine Kleinigkeit und da etwas zu verschenken, fände ich wirklich übertrieben. Passt man aber längere Zeit auf das Kind oder die Tiere von jemandem auf, ist ein Geschenk oder ein Gutschein meiner Meinung nach nicht schlecht.

Immerhin ist das eben keine Kleinigkeit, sondern man muss sich dann ja auch selbst im Alltag einschränken beziehungsweise so anpassen, dass man alles unter einen Hut bekommt. Vielleicht muss man dann auch auf Sachen verzichten, die man sonst eigentlich machen würde, so dass man da schon etwas schenken kann, auch wenn es nichts Materielles sein muss.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 31279 » Talkpoints: 219,32 » Auszeichnung für 31000 Beiträge


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