Jeder Deutsche isst 1094 Tiere in seinem Leben

vom 06.10.2009, 20:43 Uhr

Am 1. Oktober war der Welt- Vegetariertag. Da im deutschen Vegetarierbund wahrscheinlich auch Statistiker sitzen die Spaß an Zahlenspielereien haben wurde anhand des durchschnittlichen Lebensalters des Deutschen und der vorliegenden Angaben des statistischen Bundesamtes mal hochgerechnet wieviel Fleisch so der typische deutsche Esser so in seinem Leben zu sich nimmt. Man kam auf die unglaubliche Anzahl von 1094 Tieren.

Im Einzelnen schlüsselt sich diese Zahl wie folgt auf:
- Vier Kühe oder Kälber
- Vier Schafe
- Zwölf Gänse
- 37 Enten
- 46 Truthähne
- 46 Schweine
- 945 Hühner

Nicht eingerechnet wurde der Fischverbrauch und meines Erachtens höchstwahrscheinlich auch nicht der Mehrverbrauch einiger Zeitgenossen. Ob in dieser Rechnung auch die fünf bis sechs Millionen deutschen Vegetarier eingerechnet sind weiß ich allerdings nicht, es wäre auf jeden Fall widersinnig. Übrigens könnten nach Angabe des Vegetarierbundes bei nur einem wöchentlichen fleischlosen Tag auf die Schlachtung von rund 157 Millionen Tiere jährlich verzichtet werden.

Was haltet ihr von solchen Berechnungen, stimmen sie euch nachdenklich? Glaubt ihr dass es zuviel Fleisch ist was wir so verzehren und würde euch diese Zahlenspielerei sogar dazu verleiten weniger Fleisch zu konsumieren?

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» hooker » Beiträge: 7152 » Talkpoints: 8,07 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Das ist ja ein wirklich hoher Wert. Mich würde mal interessieren, wie man an genaue Absolutwerte kommt. Woher weiß man, wie viele Tiere pro Jahr wirklich für die Ernährung von Menschen verarbeitet werden? Allgemein müssten ja in diese Berechnung auch die Tiere eingehen, deren Fleisch nicht direkt verkauft wird, sondern weiterverarbeitet wird, zum Beispiel für Hühnerbrühe oder ähnliches.

Ich finde die Zahlen wirklich hoch, vor allem wenn ich mir überlege, dass dies ein statistischer Mittelwert ist. Es gibt ja auch viele Vegetarier und die Tiere, die statistisch betrachtet auf Veganer und Vegetarier entfallen, müssen ja auch noch auf die ganzen Fleischesser umgerechnet werden.

Mich würde mal interessieren, wie viele Portionen Fleisch man aus einem Rind bekommen kann. Wie viele Fleischgerichte muss man pro Monat oder auch wöchentlich konsumieren, um so viele Tiere im Laufe seines Lebens zu verzehren?

Ich esse extrem selten Salami und Hackfleisch und sonst überhaupt kein Fleisch. Insgesamt esse ich vielleicht vier- oder fünfmal pro Jahr Fleisch. Daher finde ich die Forderung nach einem fleischlosen Tag pro Woche ziemlich krass. Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn jemand mehrmals pro Woche Fleisch oder Wurst isst.

Ich halte es für richtig und sinnvoll, zu weniger Fleischkonsum aufzurufen. Leider bringen solche Aktionen meistens nicht viel. Dennoch halte ich die Forderung für absolut richtig. Zum einen ist es erstrebenswert, keine oder nicht so viele Tiere für diesen Zweck zu töten. Auch ohne Fleisch oder Fisch kann man sich ausgewogen ernähren. Zum anderen begünstigt ein hoher Fleischkonsum bestimmte Erkrankungen, die mit einer vernünftigen Ernährung weitgehend vermeidbar wären.

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14183 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Die Zahlen sind wirklich hoch. Aber ich glaube die schrecken eben auch besonders ab. Wenn man mal überlegt, wieviele Tiere Steinzeitmenschen getötet hätten um zu überleben - natürlich unter der Annahme, dass sie auch ein Lebensalter von 80 Jahren erreichen. Muss ja auch eine hohe Zahl sein. Und zwar eine viel höhere. Man denke mal, dass die Woche nur 1 einziges Tier erlegt werden würde (und das ist bei dieser Annahme sehr wenig), das würde ja dann bedeuten, dass im Jahr mehr als 50 Tiere erlegt werden, dann erlegt man in 10 Jahren etwa 500 Tiere und in 20 Jahren schon um die 1000, womit wir dann schon in der Nähe der Werte dieser Statistik nahe kommen. Aber wir sind erst bei 20 Jahren angekommen! Macht bei 80 Jahren satte 4000 Tiere. Und das bei nur einem Tier wöchentlich! Überlegt man sich nun, wie oft man ein Tier erlegen müsste um in 80 Jahren wieder auf den Wert 1000 (ca.) zu kommen, merkt man, dass man monatlich vielleicht ein Tier erlegen würde. Das würde heißen, im Jahr 12 Tiere. Sowirkt die Zahl dann doch nicht mehr so hoch.

Also erstaunlich finde ich eher, dass wir "nur" so wenig Tier essen in unserem gesammten Leben. Was mcih aber wundert ist diedoch relative hohe Anzahl der Hühner. :?: Interessant wäre es natürlich wirklich malzu sehen,wie genau sich diese Statistik berechnet und von welchen Werten ausgegangen wurde.

Bei der Idee mit dem fleischlosen Tag muss ich Cologneboy2009 zustimmen. Die Forderung ist wirklich gut! Nur kann ich nicht begreifen, warum man denn überhaupt jeden Tag Fleisch essen sollte? Also ich zumindest esse nicht jeden Tag Fleisch. Ich verzehre es gerne, aber nicht jeden Tag. Ich war sogar mal über ein Jahr Vegetarier und war davon überzeugt etwas "Gutes" zu tun. Abermeine Überzeugung hatnachgelassen und ich bin zu der rein sachlichen Feststellung gelangt, dass der Mensch auch nur ein Raubtier ist und es deswegen nichts "Verwerfliches" am Fleischkonsum zu finden ist. Nur esse ich Fleisch seitdem bewusster undeben nicht in riesigen Mengen, denn würde man in der Wildnis leben, würde man auch nicht soviele Tiere jeden Tag töten. Es ist schon übertrieben solche Fleischmassen in sich reinzustopfen. Außerdem würde ich nie mehr wieder auf Fleisch verzichten können, da es einfach zu lecker schmeckt. :wink:

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» Sann » Beiträge: 466 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ihr dürft nicht vergessen dass in diese Statistik höchstwahrscheinlich auch der ganze Wurstverbrauch, die Würstchen und so weiter mit eingerechnet ist, dass ist ja im Prinzip auch Fleisch.. Deswegen halte ich die Zahlen für garnicht so hoch. Allerdings habe ich auch keinerlei Vorstellungen wieviel Portionen man aus so einem Schwein bekommt. Ich war mal beim Schlachten dabei, das Ergebnis fand ich recht überschaubar als alles schön übersichtlich auf dem Tisch aufgereiht war. Wieviel es letztendlich war weiß ich aber auch nicht mehr.

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» hooker » Beiträge: 7152 » Talkpoints: 8,07 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich denke, dass man solche Zahlen wie sie hier beschrieben sind doch eher etwas kritisch sehen muss. Als erstes sind sie vom deutschen Vegetarierbund am Welt-Vegetarier-Tag veröffentlicht worden. Da sollte man schon einmal genauer hingucken.

Ich weiss zwar nicht wie diese Berechnungen angestellt wurden, aber ich denke dass man einfach mit dem Pro-Kopf-Verbauch oder dem gesamten Volumen von Schlachtungen für den deutschen Markt gerechnet hat. Dann wurde ausgerechnet wieviel Prozent jeder Fleischsorte im Durchschnitt konsumiert wird. Das wurde dann auf lebende Tiere hochgerechnet. Das ein Mensch von einem 300 kg Rind nicht alles isst dürfte klar sein. Der Anteil an nicht verzehrbaren Materials bei der Schlachtung dürfte so bei 40 Prozent vom Lebendgewicht liegen.

Man muss auch beachten, dass der Konsum von Fleisch nicht nur das Schnitzel in der Pfanne ist. Die meisten Fertigprodukte, Gelantine oder viele andere Produkte enthalten tierische Inhaltsstoffe. So werden Knochen verkocht und gelangen als Brühe oder Fond in viele Convenience-Produkte. Ich bin mir sicher, dass auch viele Vegetarier diese ohne es zu Wissen konsumieren.

Um nicht zu weit auszuschweifen: Ich denke, dass das Verzehren von Fleisch zur natürlichen Ernährung gehört und dass solche Zahlen nur abschrecken sollen. Eine Statistik kann jeder auslegen wie er will. Ob ich einer solchen Milchmannrechnung hier Glauben schenken sollte will ich doch anzweifeln.

» Nepomuk » Beiträge: 106 » Talkpoints: 2,44 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Hallo!

Mit den Zahlen, die Tiere rechnen, kann man meines Erachtens nicht viel anfangen. Da wäre der Kilogrammverzehr interessanter. Denn Hühner sind ja doch sehr viel kleiner als eine Kuh und wenn man den Tierverzehr auf den Tag rechnet, wenn man ein Durchschnittsalter von 70 Jahren hat, dann isst jeder 0,04 Tiere pro Tag. Für ein Schwein oder eine Kuh wäre es viel. Wenn man aber bedenkt, dass man schon pro Mahlzeit 0,5 Huhn pro Person rechnet, dann ist es auch wieder nicht viel.

Und wenn man dann auch noch die Wurst berechnet, die man pro Tag isst, dann denke ich, dass es wirklich realistische Zahlen sind. Um selber also einen Anhaltspunkt zu bekommen, müsste man wissen, wieviel Kilogramm Fleisch eine Kuh, ein Schwein, ein Schaf usw. liefert und das dann ausrechnen. Dann würden Zahlen herauskommen, wo man auch was mit anfangen kann.

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» Diamante » Beiträge: 37677 » Talkpoints: 103,68 » Auszeichnung für 37000 Beiträge


Hallo!

Um ehrlich zu sein liebe ich Fleisch und kann mir nicht vorstellen auf Fleisch zu verzichten.Ich kann gar nicht sagen, ob ich pro Woche einen fleischlosen Tag habe oder nicht. In manchen Wochen ja und anderen nicht, denke ich. Ich werde das auch nicht einführen. Wenn ich Lust habe auf Fleisch, ess ich welches, wenn nicht nicht. Das heißt nicht, dass ich jeden Tag ein Steak esse, aber in Form von Wurst etc. nehme ich schon fast jeden Tag Fleisch zu mir.

Ich finde die Zahl auch überhaupt nicht erschreckend hoch geschweige denn bringt es mich dazu weniger Fleisch zu essen. Das ist nun mal Teil unserer natürlichen Nahrung, außerdem schmeckt es unheimlich gut und wie Sann gezeigt hat, ist die Zahl nicht so gewaltig. Außerdem bin ich überzeugt, dass ich ein ganzes Stück über dem errechneten Durchschnitt liegen werde. Wenn ich überlege wieviele Hühner ich alleine in Form von halber und ganzer Brathendl schon zu mir genommen habe :lol: Könnte es eigentlich sein, dass die, vielleicht nicht ganz objektiven, Vegetarier sogar Eier in ihre Berechnung aufgenommen haben? Dann würde mir die Zahl zwar viel zu niedrig erscheinen, aber es gibt ja tatsächlich Vegetarier, die keine Eier essen und die vielleicht dann eben auch zum Fleisch, das heißt zu den Tieren zählen. Ich kenne sogar selber zwei von der Sorte:-)

» SabrinaMuc » Beiträge: 788 » Talkpoints: 15,76 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ohne mich als den bösen Ernährungsfaschisten hinstellen zu wollen: Ich denke, wenn jeder die Tiere, die er isst, selbst töten müsste, würden nicht ganz so viele davon auf unseren Tellern landen.

Von ethischen Gesichtspunkten und der Diskussion, ob das natürlich ist oder nicht aber mal ganz abgesehen ist das Ausmass des Fleischkonsums doch erschreckend. Jeden einzelnen Tag Fleisch zu essen ist sicher nicht gesund. Selbst die vielfach zitierten Steinzeitmenschen hatten eine fleischlosere Ernährung als der heutige "Zivilisationsmensch". Den fleischlosen Tag halte ich für eine sinnvolle Aktion. Wenn jemand damit Schwierigkeiten hat, einen einzigen Tag pro Woche etwas anderes zu essen, finde ich das schon bedenklich.

» istdasso » Beiträge: 213 » Talkpoints: -0,10 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Persönlich finde ich die Zahl der Tiere, die angegeben wird eher wenig, allerdings esse ich auch eher viel Fleisch. Danke übrigens für die Aufschlüsselung, da wird einem erst bewusst, welches Tier vermehrt gegessen wird.

Auf jeden Fall finde ich es gut, dass der Artikel anregt, über seine Ernährungsgewohnheiten zu reflektieren. Dabei kann es allerdings auch zu inneren Konflikten kommen. So finde ich es zwar lobenswert Vegetarier zu sein, allerdings könnte ich es selbst nicht, da mir Fleisch zu gut schmeckt.

Was ich mich auch immer bei solchen Statistiken frage, ist, würden diese Tiere überhaupt leben, wenn wir sie nicht essen würden. D.h. viele Tiere leben nur, weil wir sie züchten, ansonsten würde es weniger von ihnen geben. Ist es nun besser sie leben überhaupt und landen dann auf dem Tisch oder sie leben überhaupt nicht.

» gopoly » Beiträge: 54 » Talkpoints: 0,30 »


Dafür das ich in den kulinarischen Genuss von Fleisch kommen kann macht es mir nicht groß was aus, dass im Jahr 12-14 Tiere für mich sterben müssen. Hätte eher mehr geschätzt, weil an so einem Hähnchen ist ja zum Beispiel nicht wirklich viel dran. Und alle 20 Jahre ne Kuh? Find ich ganz okay.

Ich persönlich esse (zu 95 Prozent) jeden Tag Fleisch, wobei ich mir auch vorstellen könnte darauf zu verzichten. Allerdings wohne ich noch zuhause und esse also was meine Mutter kocht: Und da ist eigentlich immer Fleisch dabei. Allerdings würde ich den Konsum eher aus gesundheitlichen als aus ethischen Gründen zurückschrauben.

Mal abgesehen davon muss ich goofony zustimmen: Würden wir sie nicht essen, gäbe es diese Tiere gar nicht! Also sehe ich keinen Grund sie nicht zu Essen.

» TuDios » Beiträge: 1478 » Talkpoints: 4,50 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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