Paracetamol noch Rezeptfrei ?

vom 15.09.2008, 14:42 Uhr

Hallo. Wenn ich Fieber, Muskelschmerzen oder andere Schmerzen habe nehme ich meistens Paracetamol 500 oder Paracetamol 1000 in Tablettenform. Ich habe aber nun gehoert das diese Paracetamol Tabletten demnaechst wohl nurnoch mit Rezept erhaeltlich sein werden.

Stimmt das? Wenn ja, gibt es vielleicht eine geringe Menge die man auch einfach Rezeptfrei bekommen kann? Und wenn man nur eine geringe Menge Rezeptfrei bekommen kann, wie wird das kontrolliert?

Denn theoretisch koennte man ja in eine Apotheke gehen, sich die Paracetamol Tabletten in geringer Menge kaufen ohne das man irgendwelche Ausweisdokumente vorzeigen muss oder Personalien aufgenommen werden oder man eine Krankenkassenkarte zeigen muss und anschliessend koennte man in einer anderen Apotheke wieder diese geringe Menge kaufen, oder sehe ich da etwas falsch?

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» soetex » Beiträge: 903 » Talkpoints: -23,49 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Hallo,

ich habe nichts darüber gehört, dass Paracetamol nur noch mit Rezept verkauft werden soll. Ich frage mich auch wo da der Grund oder Sinn drin steckt.

Paracetamol ist noch ein relativ harmloses Schmerzmittel. Es wird auch weiterhin rezeptfrei zu haben sein. Gerade bei plötzlich auftretenden Schmerzen ist Paracetamol eine super Alternative. Welches Medikament sollten Notdienste denn sonst anbieten?

Das würde gar keinen Sinn machen. Wo hast du das denn gehört?

» GoroVI » Beiträge: 3187 » Talkpoints: 2,66 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Erstmal: Ja, das stimmt, aber April 2009 werden nicht nur Paracetamol sondern allgemein Schmerzmittel mit bestimmten Wirkstoffen rezeptpflichtig, ein kurzer Bericht dazu hier. Wie du dort lesen kannst gilt die Rezeptpflicht nur für Produkte, die mehr als 10 g des Stoffes Paracetamol enthalten.

Eine geringe Menge meint also nicht "wenige Tabletten", denn das wäre nicht kontrollierbar durch die von dir genannten Gründe. Geringe Menge meint hier den Anteil des Schmerzmittels, den die gesamte Packung enthält, also eben die Konzentration. Man müsste sich als Packungsweise mit niedrig dosierten Schmerzmitteln dichtkippen sozusagen.

Diese Regelung dient vor allem dazu, den Tabletten- und Schmerzmittelmissbrauch einzudämmen. Wegen Muskelschmerzen gleich eine Paracetamol 1000 zu schmeißen finde ich persönlich auch recht übertrieben, aber ich bin sowieso allgemein eher gegen Tabletten.

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» Taline » Beiträge: 3594 » Talkpoints: 0,75 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Naja, mir wurde erzaehlt das Paracetamol Rezeptpflichtig werden soll da viele Leute das Medikament leider ueberdosieren, und da kann es ja schnell zu schlimmen Dingen wie Magenblutungen und aehnlichem kommen. Vielleicht weiss ja hier noch jemand mehr und kann genauere Informationen geben was denn nun stimmt. :)

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» soetex » Beiträge: 903 » Talkpoints: -23,49 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Paracetamol werden nun defintiv ab April 2009 rezeptpflichtig. Es geht sich darum, dass viele Leute denken, dass Paracetamol ein harmloses Schmerzmittel sei. Das Stimmt aber nicht, denn es kann bei Überdosierung oder dauernder Einnahme zu schweren Leberschäden führen. Studien haben (so wie ich gelesen habe) gezeigt, dass viele Leute darüber gar nicht Bescheid wissen und zu sorglos mit der Einnahme umgehen.

So viel ich weiß, bleiben Paracetamol in den Niderlanden aber rezeptfrei und dort gibt es zb. bei Kruidvat 100 Paracetamol 500 für unter 2Euro.

» Grisu1987 » Beiträge: 18 » Talkpoints: 9,86 »


Wie du dort lesen kannst gilt die Rezeptpflicht nur für Produkte, die mehr als 10 g des Stoffes Paracetamol enthalten.

Ähm halte ich auch nicht für Durchdacht die Lethale Dosis für Erwachsene liegt nur bei 12 Gramm und ich wüsste auch nichts was mehr als 1 Gramm beeinhaltet. Bei Säuglingen liegt die Lethale Dosis übrigens bei 500 mg ! Das ist gerade einmal eine 500er Paracetamol ... und die Packungen gibt es nun ab und zu schon als 10er zu kaufen (von den 500er und meistens aus dem Ausland) und damit fallen die eben durchs Raster da sie "nur" 5 Gramm haben.

Wie hier schon angesprochen wurde, die meisten Leute denken Paracetamol ist ein "Geheimmittel" gegen alles eben wie das Aspirin. Wenn man aber einmal den Beipackzettel lesen würde (was auch die wenigsten tun) dann wüsste man auch, was es für Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hat die oftmals als Dauermedikation von Hausärzten verschrieben wird. Ebenso sind die 500 mg nicht gerade ungefährlich, denkt einmal an eine Grippe mit Kopfschmerzen und Fieber. Da Paracetamol auch eine Fiebersenkende Wirkung hat und dazu noch ein Schmerzmittel ist, wird das gerne genommen und schnell überdosiert. Die Lethale Dosis liegt bereits bei 10 Gramm - das entspricht gerade einmal 10-20 Tabletten und damit weniger als einer Packung von den Tabletten, da diese im 25er pder 50er Pack verkauft werden. Aber bereits vorher treten Schäden auf, die man erst hinterher merkt und nicht direkt. Bereits mit 2 Gramm (das sind zwei bis vier Tabletten) treten Leberschädigungen auf, wenn das Medikament über eine längere Zeit eingenommen wird oder bei einmaliger Anwendung ab 4 Gramm kann das auftreten.

Denn es funktioniert so im Körper, man führt ein Schmerzmittel zu und das dockt an den Schmerzrezeptoren an, setzt sich dort fest und blockiert so, dass weitere Reize davon ausgehen können. Die Wirkung lässt nach einer geraumen Zeit wieder nach, wenn man keine weiteren Schmerzmittel zuführt. Wenn man diese aber über einen längeren Zeitraum einnimmt, dann sind die Rezeptoren immer blockiert und die Wirkstoffe halten sich "lose" im Körper auf und warten bis etwas frei wird. Aber in der Zeit passieren sie auch lebenswichtige Organe wie die Leber, in der sie sich auch festsetzen und dort dazu führen das diese ihre Funktion einfach mit der Dauer einstellt und nichts mehr tut. Ebenso werden die eingenommenen Wirkstoffe in der Leber zersetzt, die dabei wie ein Sieb Funktioniert und die Stoffe ausfiltert die nicht gebraucht werden. Wenn zu viel Wirkstoff zugeführt wird, dann verstopft dieses Sieb der Leber und die anderen Stoffe die noch rumschwimmen werden nicht mehr gefiltert. Da dann auch die Durchblutung der Leber nicht mehr richtig funktioniert, kommt es zum Leberversagen bis zum absterben der Leberzellen. Und dann ist am Ende nur noch ein matschiger, schwarzer und stinkender Klumpen übrig und der Patient verstorben. Ist aber allgemein ein recht "angenehmer" tot, denn davon bekommt man nichts mehr mit, da man vorher ins Leberzirrose Koma fällt.

Demnach macht es auch Sinn, dass solche stark dosierten Medikamente die bislang frei erhältlich waren und mit den viel Schindluder betrieben wurde, nun vom Arzt verschrieben werden müssen. Denn die vier Tabeltten werden gerne und oftmals einfach ignoriert und mehr eingenommen. Von den 250 mg bräuchte man also mehr um an die Tageshöchstdosis zu kommen, und so viele Tabletten zu schlucken um da hin zu kommen ist dann doch nicht so der Renner. Ebenso wurden auch diese Tabletten mit den 500 mg gerne Kindern gegeben, bei denen die Tageshöchstdosis um vieles geringer ist und damit die Kinder unwissentlich geschädigt. Was meint ihr wie oft ich in den Jahren Rettungsdiensterfahrung schon bei Eltern zu Hause war, die ihren Kindern eine 500 mg Tablette gegeben haben und sich Stunden bis Tage später gewundert haben, wieso das Kind so schläftig müde und gar nicht mehr richtig ansprechbar (somnolent) oder gar schon Bewusstlos im Bett liegt. Falls jemand nun sagt das macht man bei Kindern doch nicht ... stimmt schon aber eben wegen der Fiebersenkenden Wirkung gerade bei Kleinkindern gerne verwendet wenn die Zäpfchen ausgegangen sind. In den Zäpfchen ist ebenfalls der Wirkstoff enthalten und auch dort wurden gerne mehr gegeben als die Tageshöchstdosis ist. Auch diese gibt es mit 500 mg, auch wenn es die vorher auch schon nur vom Arzt gegeben hat. Frei verkäuflich waren bei den Zäpfchen vorher auch nur die 100 mg und die 250 mg.

Ebenso ist das ein Schmerzmittel, was man in jedem Haushalt findet. Deswegen ist es auch auf Platz Nummer eins (zusammen mit Alkohol) was zum Suizidversuch genommen wird. Auch wenn man damit primär meistens nicht erfolgreich ist, schaffen es mehr Leute als gedacht dann sekundär durch die Leberzirrose dann doch. Oder wenn noch früh genug gehandelt wurde, dann wurde die Leber und weitere Organe trotzdem beeinträchtigt was dann im Alter auch zu einer Einschränkung führt. Denn auch die Fahrten zur Dialyse nehmen zu, bei denen dann das Blut der Patienten extern "gewaschen" wird, also die Funktion der Leber und der Nieren von Maschinen übernommen wird, da diese nicht mehr funktionieren. Ganz ehrlich, ich möchte so nicht enden nur weil ich aus Unwissenheit die Tabletten überdosiert habe. Und ich kenne mich damit auch nur aus, weil ich damit jeden Tag beruflich zu tun habe. Aber wieviele Leute sind das schon von der gesamten Bevölkerung ? Eher ein kleiner Teil, und noch weniger Leute lesen die Packungsbeilage und informieren sich was sie da nehmen, denn es hat "bei vielem schon geholfen". Das ganze mit der Rezeptpflichtigkeit von Paracetamol wird nun von einigen als "schickane" angesehen und sie besorgen es sich anderswo (wurde hier ja auch schon angesprochen) es dient aber dem Schutz und eben der unwissentlichen Überdosierung und sollte damit auch in eurem Sinne sein.

Und zu dem Poster der hier gesagt hat, man soll es sich dann halt im Ausland besorgen ... es hat schon seine Gründe wieso einige Medikamente hier und in Europa nicht zugelassen sind, oder eben der Rezeptverordnung unterliegt. Denn anderswo auf der Welt wird es anders gehandhabt, aber dennoch gehört das deutsche Gesundheitssystem zu einem der besten auf der Welt. Ich sage nicht, dass es auf Platz eins steht - aber es ist unter der Top 5. Und einige der Länder die hier angesprochen wurden als Bezugquelle für Tabletten, liegen noch weiter hinten im Ranking und es wird auch immer schwieriger diese zu bekommen. Ich nenne da nur einmal das Stichwort Zoll wenn man es sich zuschicken lässt, denn wenn man sich hier Tabletten aus dem Ausland besorgt die hier nicht zugelassen sind dann begibt man sich auch auf sehr dünnes Eis, was bis zu einer Anzeige wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz geht. Wer meint erst mit seiner Gesundheit spielen zu müssen, und dann hinterher noch schreit wenn man eine Anzeige am Hals hat, der braucht sich nicht wundern. Passt aber ins typische europäische/deutsche Verhalten, verwöhnt von der modernen Medizin die es einem auch zum Teil sehr einfach macht mit dem Missbrauch - und wenn dann versucht wird die Leute vor sich selbst zu schützen, querschiessen und als Laien alles besser wissen wollen, als Leute die sich damit jeden Tag befassen.

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» Sorae » Beiträge: 19435 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Paracetamol ist mittlerweile in größeren Mengen verschreibungspflichtig; angedacht war auch, es komplett unter die Verschreibungspflicht zu stellen. Allerdings wird es wohl so bleiben, dass man Tabletten mit 500mg Inhalt auch weiterhin noch in Packungen bis zu 20 Stück frei kaufen kann. Diese Packungsgröße als höchste freiverkäufliche Einheit wurde eben eingeführt, um Missbrauch mit den Tabletten zu verhindern. Allerdings scheint das nicht ganz durchdacht zu sein.

Es ist nicht klar geregelt, ob eine Apotheke mehr als eine Packung an einen Patienten abgeben darf, obwohl es natürlich vermieden werden sollte. Wenn man allerdings mehr als eine Packung verkauft, ist man schon in der verschreibungspflichtigen, also gefährlichen Menge. Wenn man in der Apotheke dem Patienten nur eine Packung verkauft, so kann er auch in die nächste Apotheke gehen und sich eine weitere Packung des Medikamentes kaufen.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



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