Sich einen Psychiater zur Hilfe nehmen?
Also ich bin 18 Jahre alt. Leute die zu einem Psychiater gehen werden oft verschrien. Doch meine Schwester geht zum Beispiel auch zu einem und in Amerika ist es ja der letzte Schrei. Ich überlege auch seit längerem meine Eltern mal drauf anzusprechen und eventuell mal einen Termin bei einem Psychiater zu machen. Doch ich traue mich nicht wirklich, da ich ja erst 18 Jahre alt bin.
Es ist auch nicht das ich wirklich große Probleme habe, doch irgendwie weiß ich selber nicht wirklich was ich will. Ich hatte bis jetzt nur Beziehungen die nicht länger als 3 Monate gehen, ich hatte meistens dann keine Lust mehr oder hab Schluss gemacht, wenn ich gemerkt habe das der Typ sich wirklich in mich verliebt hat. Im Monat Mai diesen Jahres habe ich mit meinem letzten Freund Schluss gemacht. Seitdem gehe ich fast jedes Wochenende feiern und mache sämtliche Bekanntschaften.
Eigentlich will ich das gar nicht, aber irgendwie kann ich mich dagegen nicht wehren. Ich habe vor gut einem Monat nun jemanden kennen gelernt mit dem ich mich wirklich gut verstehe und es scheint wirklich alles zu stimmen. Wir haben schon immer so herum gescherzt das der andere nichts mit jemanden anderen machen soll und trotzdem habe ich mich am Wochenende wieder mit 2 Typen geküsst.
Ich mag ihn wirklich sehr, doch irgendwie hab ich das Gefühl das ich einfach ein hoffnungsloser Fall in Sachen Beziehung bin. Allgemein ist meine Familie eher kalt und bewahrt eine gewisse Distanz. Mein Vater hat mich früher ein paar mal geschlagen. Doch eigentlich ist das vergessen, ich war jung habe nicht gehört und ich verstehe mich auch wirklich gut mit meinem Vater.
Ich frage mich, ob es vielleicht sinnvoll wäre einen Psychiater zu sehen, weil ich ja eigentlich normal bin. Jedoch will ich so auch nicht mehr weiter machen. Hat mir vielleicht jemanden ein Tipp geben, was ich machen könnte?
Nun, wenn man Hilfe in Anspruch nimmt (Einsicht) ist das der erste Weg zur Besserung. Allerdings sollte man dann schon ein Problem haben und nicht die Hilfe eines Psychaters oder Therapeuthen in Anspruch nehmen, wenn man sich nur unterhalten will. Damit nimmt man nämlich Leuten eine Stunde weg, die es wirklich nötig haben.
Das was du da durchmachst klingt für mich ehrlich gesagt nicht nach einem Problem. Du befindest dich eher auf dem Weg der Selbstfindung und bei manchen äußert sich das eben so. Ich denke aber nicht, dass dich das wirklich tief belastet oder? Manche haben in dem Alter schon mehrjährige Beziehungen und andere testen sich aus.
Du machst Dir sicherlich Sorgen, sonst würdest Du nicht überlegen einen Psychiater aufzusuchen. Wenn es Dir aber nicht schlecht dabei geht, damit meine ich dass Deine Sorgen Dich quälen und Du Angstzustände hast, würde ich andere Hilfestellungen empfehlen. Du kennst doch sicherlich andere Mädels, die werden auch ihre Problemchen haben und ein Austausch ist da eine gute Sache. Man merkt erstmal, dass man nicht alleine so ein Problem hat, das erleichtert schonmal ungemein.
Wenn es aber gerade keine gute oder beste Freundin gibt kannst Du bei Amazon z.B nach "Lebenshilfebücher" zu deinem Thema suchen und die Bewertungen durchlesen. Dass ist immer ganz aufschlussreich. Mit 10-20€ wirst Du sicherlich gute Bücher bekommen die Dich auch nochmal weiter bringen können.
Und letztendlich: sagt man so schön, wenn es der Richtige ist wirst Du es schon merken und probieren geht über studieren. Letztendlich musst Du auch Diene Erfahrungen machen! Viel Erfolg!!!
Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn jemand einen Psychiater aufsucht. Wenn sich jemand zu diesem Schritt entschließt, hat er immerhin erkannt, dass er ein Problem hat und ist bereit, sich bei der Lösung des Problems von jemandem helfen zu lassen, der sich in solchen Dingen auskennt. Es hat nichts damit zu tun, wie alt jemand ist. Es gibt auch Kinder, die in psychologischer oder psychiatrischer Behandlung sind und diese auch als hilfreich empfinden.
Ob ein Psychologe oder Psychiater dir bei den Problemen, die du mit zwischenmenschlichen Begegnungen hast, wirklich helfen kann, musst du dich selbst fragen. Wenn du das Gefühl hast, dass es dir gut tun könnte, mit einem unabhängigen Menschen über deine Probleme zu sprechen, solltest du einen Termin bei einem Therapeuten vereinbaren. Falls du zu einem Psychiater gehst, würde ich darauf achten, dass dieser eine Zusatzausbildung hat und auch als Psychotherapeut arbeitet. Ansonsten gibt es ja auch noch psychologische Psychotherapeuten.
Was die Beziehungsgeschichten angeht, denke ich nicht, dass du ein hoffnungsloser Fall bist. Du bist gerade mal achtzehn Jahre alt und hast noch so viele Jahrzehnte vor dir, in denen du noch die Chance hast, viele tolle Menschen kennenzulernen und auch eine Liebe (oder mehrere) zu finden. Auch wenn es manchmal so aussieht, als würde die Liebe einen weiten Bogen um einen machen, ist das in den allermeisten Fällen doch ein subjektiver Eindruck. Die wenigsten Menschen sind hoffnungslose Fälle.
Wie du schon geschrieben hast, ist bei dir eigentlich alles normal. Nur weil du ein paar Enttäuschungen erlebt hast, heißt das ja nicht, dass das für den Rest deines Lebens so sein wird. Dennoch kann es dir für den Moment, in dem es so aussieht, als würde nichts funktionieren, hilfreich sein, wenn du doch mal für ein paar Stunden einen Therapeuten aufsuchst. Natürlich nur, wenn du das Gefühl hast, dass das eine Möglichkeit sein könnte, mit der du dich wohlfühlst.
Ansonsten schließe ich mir der letzten Meinung hier an: du musst deine eigenen Erfahrungen machen und das kann dir niemand abnehmen. Du wirst noch die ein oder andere Enttäuschung erleben, aber mit Sicherheit auch viele schöne Momente.
Natürlich ist in vielen Menschen noch ein schlechter Zusammenhang mit dem Wort Psychiater verankert und man wird vielleicht von manchen älteren Menschen schief angeschaut oder belächelt. Dennoch denke ich, dass es absolut sinnvoll ist, einen Psychologen (meiner Meinung nach das schönere Wort für diesen Beruf) aufzusuchen.
Nach deiner Beschreibung klingt es für mich zwar nicht unbedingt so, als ob es dringend notwendig wäre, dass du einen Psychologen besuchst, aber einen Versuch wäre es ja auf jeden Fall wert. Vielleicht fühlst du dich nach einem Gespräch mit einem Psychologen besser oder bekommst hilfreiche Tipps für dein Leben.
Dass du erst 18 Jahre alt bist, tut in meinen Augen wenig zur Sache. Eine Freundin von mir ist erst 24 Jahre alt und geht dennoch auch regelmäßig zu einer Psychologin- allerdings zur Trauerbewältigung. Ich würde dennoch auf jeden Fall mal mit deinen Eltern oder deinem Hausarzt darüber sprechen.
Nipfi hat geschrieben:Dennoch denke ich, dass es absolut sinnvoll ist, einen Psychologen (meiner Meinung nach das schönere Wort für diesen Beruf) aufzusuchen.
Du wirfst hier gerade etwas durcheinander. Ein Psychiater und ein Psychologe sind keineswegs unterschiedliche Bezeichnungen für denselben Beruf.
Ein Psychiater hat in der Regel Medizin studiert und darf seinen Patienten auch Medikamente, zum Beispiel Psychopharmaka, verschreiben. Ein Psychologe hat ein Psychologie-Studium absolviert. Die beiden kommen also aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Richtungen. Im Anschluss an beide Studiengänge kann man eine Ausbildung zum Therapeuten anschließen - man ist dann entweder psychologischer oder ärztlicher Psychotherapeut.
Ich bin jetzt zwar kein Psychologe aber das was du beschreibst ist für mich kein Grund einen Psychologen aufzusuchen, es sei denn du willst dem letzten Schrei aus Amerika folgen und nur aus diesen Gründen einen Psychologen aufsuchen, dann mach. Du bist 18 Jahre und fängst gerade mal an die ganzen Vorzüge kennenzulernen wenn man 18 ist und alles darf und überall rein kommt. Sich anfangen auszuleben beinhaltet auch sich nicht festlegen zu müssen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du irgendwann auf einen Menschen stößt an dem es Sachen zu entdecken gibt, die dich so faszinieren dass nicht nach 3 Monaten Schluss ist. Und nur weil du 2 Jungen an einem Wochenende geküsst hast bedeutet es auch nicht das du das in Gesprächen erörtern müsstest. Wenn es danach gehen würde, wäre ich schon gerichtlich eingewiesen worden
Was ich allerdings wissen würde ist, was du unter "normal" verstehst und ob du der Ansicht bist, dass nur "unnormale" zum Psychologen gehen, wie immer für dich auch jemand ist der "unnormal" ist. Es wird dich dann sicher wundern, dass Menschen zum Psychologen gehen, die einfach nur eine dritte Person zum Austausch suchen oder ein völlig geregeltes Leben führen aber etwas Dampf bezüglich der Arbeit ablassen müssen. Es gibt keine Vorschrift ab wann jemand einen Psychologen benötigt und der Status "verrückt" zu sein, nur weil man sowas in Anspruch nimmt, ist schon längst überholt.
Ein Psychiater kann dir bei deinem "Problem" nicht helfen. Wenn du Hilfe meinst zu brauchen, dann solltest du einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufsuchen. Denn die 2 Berufe sind wirklich etwas grundverschiedenes.
Was dein "Problem" betrifft, kann es vielleicht nervig sein, wenn man sich in der Selbstfindephase befindet. Aber ich denke, dass du einfach noch nicht bereit bist dich feste zu binden. Wenn du aber glaubst, dass es ein wirkliches Problem für dich bedeutet, dann solltest du einfach mal zu einem Psychotherapeuten gehen.
Warte aber nicht lange mit deiner Entscheidung. Denn ich kenne keinen Psychologen oder Psychotherapeuten, der von heute auf morgen Termine vergibt. Meist muss man mehrere Monate warten, um dort einen Termin zu bekommen und wenn du wirklich glaubst, dass deine Unendschiedenheit von deiner Kindheit herkommen, dann kann das ein Psychotherapeut auch herausfinden.
Aber nur weil deine Schwester bei einem Psychologen in Behandlung ist und es in Amerka Mode ist, solltest du die Zeit eines Psychologen oder Psychotherapeuten nicht in Anspruch nehmen. Dafür ist die Zeit dieser Menschen einfach zu wichtig für wirkliche Patienten, die Hilfe brauchen.
Es ist aber auf keinen Fall verwerflich, wenn man einen Psychologen in Anspruch nimmt. Auch, wenn manche Menschen damit ein Problem haben und einen für verrückt erklären, wenn man dort hingeht. In den meisten Fällen ist man eher verrückt, wenn man nicht dort hingeht und ein Problem immer mit sich herumschleppt, bis die Psyche des Menschen es einfach nicht mehr aushält.
Diamante hat geschrieben:Ein Psychiater kann dir bei deinem "Problem" nicht helfen. Wenn du Hilfe meinst zu brauchen, dann solltest du einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufsuchen. Denn die 2 Berufe sind wirklich etwas grundverschiedenes.
Es gibt auch einige Psychiater, die eine Psychotherapeutenausbildung haben. Ein Psychiater ist lediglich ein Facharzt für Psychiatrie. Theoretisch kann auch jeder andere Arzt eine Psychotherapeutenausbildung machen. Ein Psychologe, der Therapien anbietet, hat auch eine Psychotherapeutenausbildung. Nur weil man Psychologe ist, bedeutet das nicht automatisch, dass man direkt Therapeut ist.
Ohne mich an beruflichen Begrifflichkeiten festhalten zu wollen, würde ich dir schon raten, dass du so ein Gespräch führst. Immerhin scheinst du selber der Meinung zu sein, dass da etwas nicht richtig läuft in deinem Leben und nur weil es gerade modern ist, wird man es sicherlich auch nicht machen.
Deine geschilderten Probleme lesen sich in der Tat nicht so schwer, wie du es dir vorstellst, aber das ist auch nicht weiter schlimm. Ich denke, dass man seinem Weg im Leben schon findet und auch seine Liebe findet, wenn es soweit ist. Vielleicht steht dir der Sinn eben noch nach Experimenten, häufige Partnerwechsel und so weiter.
Solltest du aber nur ein nettes Gespräch haben wollen, würde ich damit nicht zum Fachmann gehen, sondern es eher mit einer Freundin besprechen. An deiner Stelle würde ich mir aber nicht zu viele Sorgen machen, das wird schon wieder.
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