Schwibbögen - mehr als nur Weihnachtsdekoration?
Wenn es draußen früher dunkel wird und die ersten Weihnachtsdekorationen aus den Kisten geholt werden, gehört für viele ein Schwibbogen einfach dazu. Kaum ein anderer Dekorationsgegenstand vermittelt für mich so stark dieses typische Gefühl von Winter, Weihnachten und Gemütlichkeit.
Ursprünglich stammen Schwibbögen aus dem Erzgebirge. Dort haben sie eine lange Tradition und sind eng mit der Geschichte des Bergbaus verbunden. Die typische Form erinnert an einen Stollenbogen, und die Motive erzählen häufig vom Leben der Menschen: Bergleute, Waldarbeiter, Tiere, Häuser oder später auch klassische Weihnachtsmotive.
Besonders schön finde ich, dass sich die Schwibbögen im Laufe der Zeit verändert haben. Neben den traditionellen handgeschnitzten Exemplaren gibt es heute unzählige Varianten, von kleinen Bögen für die Fensterbank bis hin zu großen, aufwendig gestalteten Landschaften. Manche sind sehr traditionell, andere modern und schlicht. Und natürlich gibt es inzwischen auch LED Beleuchtung und elektrisch betriebene Modelle.
Trotzdem hat ein klassischer Schwibbogen für mich etwas ganz Besonderes. Wenn abends das Licht im Fenster leuchtet, wirkt die Wohnung sofort wärmer und gemütlicher. Gerade in der dunklen Jahreszeit kann so ein kleines Licht erstaunlich viel Atmosphäre schaffen.
Habt ihr Schwibbögen zu Hause? Mich würde interessieren, gehört ein Schwibbogen für euch zur Weihnachtszeit dazu? Habt ihr einen traditionellen oder eher modernen? Gibt es ein bestimmtes Motiv, das euch besonders gefällt? Habt ihr vielleicht einen Schwibbogen, der schon seit vielen Jahren in eurer Familie weitergegeben wird? Kauft ihr lieber handgefertigte Exemplare oder darf es auch ein günstigeres Modell sein? Und wann stellt ihr euren Schwibbogen auf, schon im November oder erst kurz vor Weihnachten?
Vielleicht gibt es hier ja auch Menschen aus dem Erzgebirge oder mit familiären Wurzeln dort, die etwas über die Geschichte und Bedeutung der Schwibbögen erzählen können. Für mich sind Schwibbögen jedenfalls ein schönes Beispiel dafür, wie aus einer alten Tradition etwas entstanden ist, das auch heute noch Menschen Freude macht.
Tatsächlich habe ich familiäre Wurzeln im Erzgebirge und kenne auch schon seit früher Kindheit die Tradition mit den Schwibbögen. Vor Ort hängen sie wirklich in absolut jedem Haus und es ist wirklich schön, weil es eine wunderbare Stimmung durch das Licht gibt, vor allem in der dunklen Jahreszeit. In meiner ersten eigenen Studentenwohnung hatte ich selbst noch keinen Schwibbogen und fand es eher noch etwas "zu traditionell", auch weil es vor Ort kaum Menschen gab, die diese in ihren Fenstern hatten.
Inzwischen habe ich jedoch einen eigenen Schwibbogen und dieser hat auch eine Bedeutung für mich. Zum einen wollte ich einen traditionellen aus Holz haben, jedoch auch einen, der nicht einfach nur die Bergmänner abbildet, wie es im Erzgebirge üblich ist. Stattdessen hat mein Schwibbogen ein Waldmotiv, da ich auch genau das mit meiner Heimat verbinde. Beispielsweise lebt meine Oma nicht mehr und immer wenn ich den Wald auf dem Schwibbogen anschaue, gerade zur Weihnachtszeit, verbinde ich das irgendwie mit ihr.
Sonst habe ich darauf geachtet, dass er moderne Lichter hat, die dennoch warm und natürlich wirken. Ich weiß noch, wie problematisch die alten Lampen waren, dass sie unfassbar viel Strom verbraucht haben und immer mal kaputt gingen. Allerdings weiß ich nicht, ob diese überhaupt noch produziert werden, jedoch haben ja viele Familien ihre Schwibbögen ja schon seit Jahrzehnten. Oft werden diese dann auch entsprechend weitergegeben, daher kann ich mich vorstellen, dass es für viele Menschen eine familiäre Verbindung damit gibt.
Ich fände es super schön, wenn sich Schwibbögen auch außerhalb ihrer Herkunft in Sachsen mehr etablieren. Für mich persönlich sind sie inzwischen die viel schönere Dekoration als sehr viel, sehr bunter Weihnachtsschmuck aber das ist am Ende Geschmackssache.
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