Sich schämen etwas der Versicherung zu melden?

vom 27.08.2023, 17:51 Uhr

Ich hatte vor kurzem ein Gespräch über Versicherungen. Mein Gesprächspartner erzählte dann von einem ganz klaren Fall für die Versicherung, meinte aber, dass ihm das zu peinlich gewesen wäre dies zu melden. Es war eigentlich nichts, was einem hätte peinlich sein müssen, aber ihm war es wohl generell unangenehm da Geld einzufordern. Nachvollziehen kann ich das nicht, denn wenn ich eine Versicherung bezahle und diese dann nutzen muss, dann ist das eben so. Kennt ihr das auch von euch, dass eine Meldung an die Versicherung euch zu peinlich ist, weil ihr euch schämt, dass euch das passiert ist? Warum zahlt man dann eine Versicherung?

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» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Wofür sich die Leute alles "schämen". Sobald Geld im Spiel ist, hört bei mir das Schamgefühl auf, zumal da jeder, der ansatzweise mit der Öffentlichkeit zu tun hat, alles schon mal gehört hat. Wenn mein Zweijähriger auf meinen Laptop gekackt hat, muss die Hausratversicherung da eben durch. Sonst kennen viele Leute auch keine "Scham" und führen sich in Gegenwart Dritter (meistens mir) auf wie die Axt im Walde.

» Gerbera » Beiträge: 11303 » Talkpoints: 45,45 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Ich persönlich kenne das nicht, dass mir eine Meldung an die Versicherung zu peinlich wäre. Schließlich sind Versicherungen dazu da, uns in schwierigen Situationen zu unterstützen, für die wir vorsorgen. Wenn man eine Versicherung abschließt, ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass unvorhergesehene Ereignisse eintreten können, und dass die Versicherung dann einspringt.

» TechTerra » Beiträge: 15 » Talkpoints: 1,23 »



Den Begriff "Scham" würde ich hier nicht heranziehen wollen. Allerdings sollte eine Abwägung zwischen dem Verlust an Geldwert oder dem Beschädigen des eigenen Images erfolgen. Denn von einer 100%-igen Verschwiegenheit kann nirgends die Rede sein. Wenn der Sachbearbeiter der Versicherung nicht an sich halten kann und im Kollegenkreis Witze über Kunden die Runde machen lässt, und der besagte Fall dann durch den berühmt-berüchtigten Kakao gezogen wird, dann würde ich lieber auf Geld verzichten, aber meine Reputation gewahrt sehen.

Dann gibt es noch zu bedenken, dass mit jeder Inanspruchnahme einer Versicherung, insbesondere Hausrat- oder Haftpflichtversicherung die Chance steigt, dass die Versicherung zum Mittel der Kündigung greift. Der Schadenfall wird zwar ordnungsgemäß erledigt, die Versicherung macht dann meistens von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch.

Als Folge müsste sich der Versicherungsnehmer um einen neuen Vertrag bei einer anderen Versicherungsgesellschaft bemühen. Und dann erst werden hochnotpeinliche Fragen gestellt, wieso der vorige Versicherer kündigte. In einem Fall, der, wie oben angedeutet, mit Scham besetzt ist, wird die Sache dann erst recht äußerst unangenehm, wenn Details offengelegt werden müssen.

» Gorgen_ » Beiträge: 1096 » Talkpoints: 386,39 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



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