Sind Frauen emotional reifer als Männer?

vom 28.04.2017, 12:44 Uhr

Gerbera hat geschrieben:Selbst wenn man "nur" von der aktuellen westlichen Gesellschaft ausgeht, macht allein der Geldbeutel der Eltern meines Erachtens einen Unterschied, wie lange man es sich sprichwörtlich leisten kann, auf dem emotionalen Niveau eines Kindes zu bleiben, das mit dem Fuß aufstampft, wenn es seinen Willen nicht bekommt.

Wenn ich versuche, mich in deiner für mich sehr befremdlichen Gedankenwelt einzufühlen, die davon ausgeht, dass ein Arbeiterkind lebenslang Arbeiterkind mit irgendwelchen Eigenschaften bleibt und ein Kind reicher Eltern jeden Tag ein teures Hobby ausübte, dann könnte ich genauso gut behaupten, dass ein reiches Kind früher emotional stabil wird, weil es ja in der zehnten Klasse schon als Austauschschüler in den USA war und relativ selbstständig zurechtkommen musste und sich in seinen exklusiven Sportclubs schon Wettkämpfen stellen musste, während das arme Arbeiterkind, das es trotzdem schafft, "aufzusteigen", im Alter von dreißig Jahren seine verpasste Jugend nachholen muss. Alles Unsinn.

Ich sehe auch nicht, dass Frauen emotional reifer sind als Männer. Was heißt das überhaupt? Wie soll man Reife messen? Man müsste schon genaueres über diese Behauptung wissen, was da genau wie und in welchem Alter gemessen wird. Es kann auch sein, dass jemand, egal ob Mann oder Frau, mit zwanzig sehr reif erscheint, aber dann mit vierzig durchdreht und der Umwelt irgendwie unreif erscheint.

» blümchen » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Wenn ich versuche, mich in deiner für mich sehr befremdlichen Gedankenwelt einzufühlen, die davon ausgeht, dass ein Arbeiterkind lebenslang Arbeiterkind mit irgendwelchen Eigenschaften bleibt und ein Kind reicher Eltern jeden Tag ein teures Hobby ausübte, dann könnte ich genauso gut behaupten, dass ein reiches Kind früher emotional stabil wird, weil es ja in der zehnten Klasse schon als Austauschschüler in den USA war und relativ selbstständig zurechtkommen musste und sich in seinen exklusiven Sportclubs schon Wettkämpfen stellen musste, während das arme Arbeiterkind, das es trotzdem schafft, "aufzusteigen", im Alter von dreißig Jahren seine verpasste Jugend nachholen muss. Alles Unsinn.

Nun ja, hier geht es ja auch um subjektive Meinungen und Ansichten und nicht gerade um Studienergebnisse mit 50000 Teilnehmenden und ganzen Teams von Wissenschaftlern, die die Leute nach Geschlecht, Herkunft, finanzieller Lage und "Reife" auf links drehen und dann das Zählen und Vergleichen anfangen.

Da ich selber erst im finstersten Mittelalter angekommen bin, kann ich aus eigener Anschauung auch nicht beurteilen, ob "Arbeiterkinder" im Rentenalter immer noch ihre typischen Arbeiterkind-Eigenschaften haben oder ob sie sie zwischen Midlife-Crisis und Pflegeheim doch mal abschütteln und sich den "reichen Kindern" angleichen. Was die äußeren Lebensumstände angeht, merkt man auch im mittleren Alter definitiv noch, ob jemand sein Leben komplett mit Lohnarbeit finanzieren musste und muss, oder eben nicht.

Aber ich halte an meiner Ansicht fest, dass entwicklungspsychologische Faktoren wie "Reife" durchaus mit dem sozialen Umfeld eng verknüpft sind, und dazu zählt auch der finanzielle Hintergrund der Herkunftsfamilie. Und das in meinen Augen oft mehr als das biologisch zugewiesene Geschlecht.

» Gerbera » Beiträge: 11283 » Talkpoints: 40,06 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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