Als Motivation Bild der Eltern auf den Schreibtisch stellen?

vom 14.02.2018, 22:10 Uhr

Mein Neffe ist momentan im ersten Semester und befindet sich mitten in der Klausurphase. Da es ihm teilweise schwer fällt, sich zum Lernen zu motivieren, hat er sich etwas ganz spezielles ausgedacht, um seine Motivation zu steigern.

Und zwar hat er sich ein Bild seiner Eltern auf den Schreibtisch gestellt, sodass diese ihm beim Lernen sozusagen zuschauen können. Er bekommt nun jedes Mal ein schlechtes Gewissen, wenn er statt zu Lernen auf Netflix unterwegs ist oder sonstiges tut, was nichts mit der Uni zu tun hat. Für ihn scheint es also bisher zu funktionieren.

Was haltet ihr von dieser Methode? Würdet ihr euch ein Bild eurer Eltern als Motivation auf den Schreibtisch stellen oder auch bei euch tragen? Könnte diese Art der Motivation auch langfristig klappen?

» Aguti » Beiträge: 993 » Talkpoints: 1,20 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ob das langfristig klappen würde? Gute Frage. Ich finde, dafür muss man der Typ sein. Da es mir schon immer egal war, was andere Menschen über mich denken, würde diese Taktik bei mir nicht funktionieren und hätte dementsprechend auch nie funktioniert. Aber wenn man zu der Sorte Mensch gehört, die unbedingt wollen, dass die Eltern stolz auf einen sind, dann mag das sicherlich eine gewisse Zeit funktionieren.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Mich würde es sicher nicht motivieren, ein Bild meiner Eltern auf meinem Schreibtisch zu haben. Meine Eltern sind nicht meine Vorbilder. Und auch sonst bin ich karrieremäßig sehr viel weiter, als meine Eltern es jemals waren. Das was sie arbeiten, kommt für mich persönlich auch überhaupt nicht in Frage. Ich will gar nicht das arbeiten, was meine Eltern arbeiten und sie haben eben auch nichts erreicht, wobei ich nun zu ihnen hinaufschauen könnte.

Es ist nun aber auch nicht so, dass ich den Anspruch an mich habe, meine Eltern stolz machen zu müssen. Ich mache das, was ich selbst für richtig halte und ich versuche selbst meine Ziele zu erreichen, um mich selbst glücklich zu machen und um das zu machen, wovon ich schon immer geträumt habe. In erster Linie nur zu versuchen die Eltern glücklich zu machen, finde ich nicht richtig.

Ich kenne auch niemanden, der das nun so handhaben würde. Wenn die Eltern aber beispielsweise Ärzte sind und man selbst mitten im Medizinstudium steckt, kann das vielleicht klappen, wobei ich da trotzdem skeptisch bin. Man sollte doch ab einem gewissen Alter wissen, was man tun und lassen sollte und wofür man es tut, ohne ständig eine Erinnerung dafür auf dem Schreibtisch stehen zu haben.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Für mich hat extrinsische Motivation nie so recht funktioniert. Wenn ich etwas aus eigenem Antrieb und Interesse mache, sind die Ergebnisse immer besser. Finanzielle Gegenleistung ist so ziemlich die einzige Form der Motivation, die von außen kommt und mich wirklich zu Leistungen bewegt. Und das auch nur deshalb, weil es ohne Geld schwer ist, eine warme Wohnung und einen gefüllten Kühlschrank zu haben.

Aber soziale Anerkennung hat mir sowieso nie sonderlich viel bedeutet. Und irgendwann muss man sich auch vom Elternhaus abnabeln und einsehen, dass Mami und Papi nicht immer hinter dir stehen und dich anfeuern werden. Ich bin mir nicht sicher, wie erfolgreich ein Studium ablaufen kann, wenn man es nicht um der Inhalte oder wenigstens um der guten Jobaussichten willen macht, sondern nur um die Eltern nicht zu enttäuschen. Früher oder später enttäuscht man sie sowieso.

» Gerbera » Beiträge: 10571 » Talkpoints: 4,12 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Ja gut, das mag bei dem ein oder anderen vielleicht helfen. Es kommt wahrscheinlich auch darauf an, was für eine Verbindung man zu seinen Eltern hat und wie man sich grundsätzlich motivieren lässt. Da gehört ja dann auch wieder viel Disziplin dazu, sich dann auch davon motivieren zu lassen.

Bei mir hätte das so gar nichts gebracht. Egal ob da nun ein Bild steht oder nicht, deswegen guckt mir ja trotzdem keiner beim Lernen zu. Ob ich da nun anfange Netflix zu schauen oder etwas zu daddeln, hätten meine Eltern ja nur auch nicht mitbekommen. Und selbst wenn ich das Gefühl hätte, dass ich da beobachtet werde, hätte ich wahrscheinlich eher einfach das Bild umgedreht anstatt mich von meiner Ablenkung abhalten zu lassen.

Ich hatte aber eh schon immer relativ viele Probleme mich für das Lernen zu motivieren. Da lasse ich mich immer recht schnell ablenken und denke dann immer, jetzt hab ich eine oder zwei Stunden etwas gemacht, da habe ich mir jetzt eine Pause verdient und dann mache ich das leider auch so. Zum Glück hat es auch mit dieser zweifelhaften Methode immer gereicht. Aber richtig gut ist das natürlich nicht.

Aber gerade deswegen hätte so eine Methode mit irgendwelchen Bildern auch nicht viel gebracht bei mir. Da bin ich einfach intrinsisch nicht stringent genug um da etwas richtig durchzuziehen, wenn es mir keinen Spaß macht.

» Klehmchen » Beiträge: 5413 » Talkpoints: 981,87 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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