Würdet ihr euren Ausbildungsberuf wieder wählen?

vom 11.05.2022, 14:33 Uhr

Wie zufrieden seid ihr mit eurem erlernten Beruf?

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Mittelmäßig zufrieden
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Gar nicht zufrieden
1
50%
 
Abstimmungen insgesamt : 2

Nicht selten erlernt man einen Beruf, wo man später feststellt, dass man diesen eigentlich gar nicht mag und lieber hätte nicht wählen sollen. Kennt ihr dieses Gefühl vielleicht auch von eurem Ausbildungsberuf her? Würdet ihr im Nachhinein betrachtet, euren erlernten Beruf wieder auswählen oder euch lieber für etwas anderes entscheiden?

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» info-hotline » Beiträge: 189 » Talkpoints: 121,21 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Nein, ich glaube ich würde meinen Ausbildungsberuf nicht mehr wählen. Ehrlich gesagt war die Wahl meines Ausbildungsberufes auch mehr eine "Kurzschlusspanik", als ein überlegter Schritt. Ich hatte vorher Betriebswirtschaftslehre studiert und war aufgrund einer bzw. drei versemmelter Prüfungen exmatrikuliert worden.

Es war dann so, dass ich im März das Studium unfreiwillig beendet habe, aber vor hatte dann im September gleich eine Ausbildung anzufangen. Ich hatte also nur als Ziel irgendeine kaufmännische Ausbildung zu finden und zu machen. Warum eine kaufmännische Ausbildung? Weil ich die ganze Zeit von meinen Eltern eingeredet bekommen hab, dass man eigentlich als Frau nur im kaufmännischen Bereich mal was erreichen kann und ich das nötige erste Wissen aus der schulischen Ausbildung auch mitbrachte.

Gefunden hab ich letztendlich in der nächst größeren Großstadt (München) eine Ausbildung als Steuerfachangestellte. Grundsätzlich ja kein schlechter Beruf, man lernt ja gleich mehrere Themenbereiche der kaufmännischen Verwaltung (Buchhaltung/Lohn) kennen und hat mit dem Thema Steuern auch noch eine vielversprechende, ausbaufähige Zukunftsaussicht - sowohl im öffentlichen Dienst, bei Steuerberatern als auch in der freien Wirtschaft.

Dennoch war die Ausbildung für mich mehr Pflicht als Kür. Natürlich hab ich die Themen verstanden und hab ich auch ziemlich gut abgeschlossen, aber mir war das alles zu langweilig und trocken. Ich bin deshalb gleich nach der Ausbildung in die freie Wirtschaft gewechselt.

Hätte ich mich von Anfang an mehr mit meinen Wünschen und eigenen Vorstellungen beschäftigt und weniger auf meine Eltern gehört, dann hätte ich wahrscheinlich eher etwas Soziales studiert bzw. einen Beruf im Sozialwesen gelernt - z.B. Sozialpädagogik bzw. Erzieherin.

» EngelmitHerz » Beiträge: 2996 » Talkpoints: 65,19 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich finde das schwierig. Zum einen ist es ja so, dass man das was man hat eben kennt mit all seinen Vor- und auch Nachteilen. Und egal wie sehr man manchmal meckert, man weiß halt was man hat. Und dann ist es eben so, dass etwas Neues ja eben nicht unbedingt besser sein muss und man auch da vielleicht erst im Laufe der Zeit anfängt, die Nachteile zu sehen, die einen genauso verärgern.

So ist es bei mir grundsätzlich so, dass ich meinen Beruf schon wirklich gerne mache. Ich hab da auch genug Ausbildungszeit und Gehirnschmalz reingesteckt und hart dafür gearbeitet, da zu sein wo ich jetzt bin. Aber natürlich gibt es eben auch negative Seiten. Bei mir sind das vor allem die viel zu langen Arbeitszeiten und die viel zu häufige Wochenendarbeit.

Und solche Punkte wie eben jedes zweite Wochenende arbeiten oder oftmals 24 Stunden Dienste zu schieben und dann statt einem wirklich freien Tag danach eigentlich den Tag nur zum ausschlagen zu nutzen, stören mich dann doch massiv. Vor allem eben dann, wenn man dadurch wieder irgendetwas mit der Familie oder den Kindern nicht machen kann, weil man eben nicht automatisch den Sonntag frei hat um da vormittags mit dem Kind zum Fußball zu gehen.

Also das sind dann schon Punkte wo ich oft überlege, ob es das Wert ist und wo ich denke, dass ich dass so wahrscheinlich nicht noch einmal machen würde und mir dann doch lieber etwas suchen würde, was Arbeitszeiten von Montag bis Freitag mit sich bringt.

» Klehmchen » Beiträge: 5323 » Talkpoints: 943,46 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich habe keine Ausbildung gemacht, sondern gleich ein Studium. Allerdings war die Wahl des Studienfachs weitgehend auf Druck meiner Eltern zustande gekommen, denen ich zwar vielleicht damals formell widersprechen hätte können, aber ich fühlte mich irgendwie verpflichtet, den Wünschen nachzukommen.

Jedenfalls hätte ich mein Studienfach schon damals eher nicht freiwillig oder aus eigenem Antrieb gewählt, und bis heute kann ich meinem Beruf ehrlich gesagt nicht allzu viel abgewinnen. Warum ich immer noch in dem Beruf arbeite, ist eher der Gewohnheit geschuldet, und dass ich im Lauf der Jahre in einem Team gelandet bin, wo ich es irgendwie halbwegs aushalten kann.

Dennoch, hätte ich noch einmal die Wahl, würde ich mit dem Wissen von heute dieses Fach garantiert nicht mehr studieren und mich auch nachdrücklicher als damals dagegen wehren, wenn man versuchen würde, mich dazu zu überreden.

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» lascar » Beiträge: 3573 » Talkpoints: 657,67 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich habe keine Berufsausbildung, sondern ein Studium absolviert. Das Studium würde ich wieder wählen. Allerdings hat es mit dem Bereich, in dem ich dann hauptsächlich arbeitete, nichts zu tun. Das Studium oder die Ausbildung, die man heute dazu braucht, gab es damals noch nicht. In unserem Team gab des die unterschiedlichsten Leute, vom Hauptschüler bis zum Doktor der Physik. Ausschlaggebend, ob man genommen wurde, war im Wesentlichen eine Art IQ-Test. Ich hatte zusätzlich ganz gute Chancen, weil ich immer schon in den Semesterferien als Werkstudentin dort gearbeitet, beziehungsweise eher gelernt hatte.

Man wurde nach dem Studium oder sonst was erst mal einige Monate eingearbeitet. Heute würde man das Trainee oder so nennen. Ich habe nie gerne in diesem Bereich gearbeitet, aber ich wusste auch nicht, was ich sonst hätte tun sollen. Die Arbeitsbedingungen und auch die Bezahlung waren sehr gut. Ich hätte lieber eine monotone, weniger verantwortungsvolle und weniger stressige Arbeit gehabt.

Nach meiner Kinderziehungszeit habe ich wieder in demselben Bereich, aber in einer anderen Firma gearbeitet. Nach sieben Jahren habe ich dann etwas völlig anderes probiert, aber das war auch nicht so das Wahre. Mein Traumjob wäre irgendeine stupide Fließbandarbeit gewesen, auch wenn mir das niemand glaubt und mich für naiv in dieser Beziehung hält.

Mein Studium hätte ich auf jeden Fall wieder so gewählt und ich beschäftige mich auch noch damit, aber beruflich brauchte ich es nie.

» blümchen » Beiträge: 4118 » Talkpoints: 21,70 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


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