Als Unternehmer Mitarbeitern Traumurlaub spendieren?

vom 05.09.2016, 15:29 Uhr

Es gibt ein Unternehmen, welches sich für mich wirklich nicht schlecht anhört. Der Gründer des noch recht jungen Start Ups spendiert sich und seinen Mitarbeitern jedes Jahr einen gemeinsamen Traumurlaub. Bisher ging es schon unter anderem nach Mexiko oder Thailand. Allerdings soll das Ganze rein wirtschaftliche Gründe haben: Der Gründer meint, auf diese Weise dennoch Gewinn zu machen, da die Kündigungsrate so gesenkt wird und die Mitarbeiter glücklicher und motivierter bei der Arbeit sind.

Da die Mitarbeiter auf der ganzen Welt verstreut arbeiten, bietet es sich so natürlich an, sich einmal im Jahr richtig untereinander kennen lernen zu können. Somit soll auch der Zusammenhalt gestärkt werden, wobei das auch noch so beibehalten werden soll, wenn die Firma weiter wächst.

Könntet ihr euch vorstellen, alleine wegen den Urlauben in so einer Firma zu arbeiten? Was haltet ihr von der Idee und denkt ihr, dass das wirklich die richtige Strategie ist, um langfristig zufriedene und motivierte Mitarbeiter zu haben?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Ja, das kann ich mir schon vorstellen. Es macht doch Spaß zu reisen und mich würde das auch sehr motivieren. Wenn dann noch das Arbeitsklima stimmt, würde ich auch nicht so schnell kündigen. Das klingt doch auch super, wenn man ein Mal im Jahr so einen tollen Urlaub haben kann und dafür nur gut arbeiten muss.

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» Ramones » Beiträge: 46509 » Talkpoints: 2,20 » Auszeichnung für 46000 Beiträge


Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, denn mein Traumurlaub ist doch etwas ganz anderes als was die meisten anderen darunter verstehen. Und wieso denn auch nur wegen Reisen dort anfangen?

Wenn die Rahmenbedingungen passen wie die Arbeitszeiten, das Gehalt und auch die Urlaubstage, dann kann ich meinen Traumurlaub durchaus alleine gestalten und mir leisten und brauche dafür nicht noch meinen Chef. Zudem ich in meinem Urlaub nicht auch noch die ganzen Kollegen um mich haben wollte, denn das ist kein Urlaub in meinen Augen.

Motivieren kann man mich damit jedenfalls nicht extra, gerade wenn das doch jedes Jahr stattfindet, dann ist es einfach nur eine lästige Pflichtveranstaltung auf die ich nicht sonderlich viel Lust habe. Genauso wie das Grillfest, der Tag der offenen Tür und andere solche Aktionen die Unternehmen von sich aus gestalten.

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» Sorae » Beiträge: 19435 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 19000 Beiträge



Mir erschließt sich auch nicht so wirklich, wie das die Mitarbeiter motivieren soll. Ich gehe nämlich davon aus, dass der Chef nur seinen Mitarbeitern den Urlaub finanzieren würde und nicht noch deren Angehörigen wie Partner und eventuell sogar Kinder. Gerade für Familienväter wird das vermutlich nicht gerade attraktiv, wenn der Chef zwar den Traumurlaub finanziert, aber man diesen Urlaub nicht mit der Familie verbringen kann.

Auf mich wirkt so ein Chef alles andere als attraktiv, der seinen Mitarbeitern den Urlaub finanziert. Ich würde gerne selbst entscheiden, wann es wohin gehen soll und wie ich den Urlaub konkret verbringen möchte. Außerdem könnte ich nicht wirklich abschalten, wenn ich die ganzen Urlaubstage über die Visagen meines Chefs und meiner Kollegen tagtäglich sehen würde.

Ich trenne beruflich und privat und Urlaub ist für mich privat, während die Gesichter vom Chef und den Kollegen eindeutig beruflich sind. Ich will diese Faktoren nicht zur selben Zeit vereint haben, egal wie viel Geld der Chef springen lässt. Ich denke auch, dass so ein Angebot sicherlich nur für die jungen Berufsstarter attraktiv sein wird. Sobald man eine Familie hat, verschieben sich die Prioritäten.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Wenn mir der Urlaub voll als Arbeitszeit angerechnet wird kann man darüber reden. Aber wenn ich für eine Dienstreise einen beträchtlichen Teil meines Jahresurlaub opfern müsste würde ich nicht mitmachen. Meine Idee von Urlaub ist nämlich nicht unbedingt Massentourismus tauglich und ich verbringe meinen Urlaub auch lieber mit meinem Partner als mit meinen Kollegen.

Generell finde ich die Idee eines jährlichen Treffens von allen Mitarbeitern schon gut. Ich habe auf Konferenzen schon Leute getroffen, mit denen ich vorher nur telefonisch und schriftlich Kontakt hatte und ich finde schon, dass es die Kommunikation verbessern kann, wenn man jemanden mal persönlich kennen gelernt hat und auch mal ein paar private Worte gewechselt hat.

Allerdings fällt so etwas für mich eben wirklich in die Kategorie "Dienstreise" und nicht "Urlaub" und für mich wäre eine jährliche Dienstreise nun wirklich kein Grund dafür einen Job anzunehmen. Da sie aber zu guten Betriebsklima beitragen kann könnte die Dienstreise schon dafür sorgen, dass ich dieser Firma länger treu bleibe.

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» Cloudy24 » Beiträge: 26749 » Talkpoints: 132,10 » Auszeichnung für 26000 Beiträge


Mit meinen Arbeitskolleginnen um die halbe Welt fliegen? Um Himmels willen nein. Abgesehen vom ökologischen Schwachsinn hätte ich absolut keine Lust, auch meine Freizeit noch mit den Gestalten zuzubringen, mit denen ich mich jobmäßig notgedrungen arrangieren muss. Was nicht heißt, dass ich die KollegInnen alle auf den Tod nicht ausstehen kann, aber es ist doch ein von äußeren Zwängen beherrschtes Arrangement, und mit manchen habe ich außer dem Arbeitgeber nun mal so gar nichts gemeinsam.

Dazu kommt noch, dass meine Vorstellung von einem Traumurlaub so gar nichts mit Thailand in geselliger Runde mit Dr. Müller und Frau Meier aus der Registratur zu tun hat, sondern trotz schönem Wetter und bestimmt gutem Essen eher eine Art Vorhölle für mich darstellen würde.

Außerdem ist der Beitrag ja nun schon etliche Jahre alt. Mich würde milde interessieren, ob das supercoole Internet-Startup überhaupt noch existiert oder sang- und klanglos untergegangen ist. Es könnte ja auch sein, dass der "Traumurlaub" zwar ganz toll war, aber die restlichen Arbeitsbedingungen ehrlich gesagt Mist.

Gerade bei Start-ups hört man ja öfter, dass man den Chef zwar duzen darf und Kaffeespezialitäten und "frisches Obst" gereicht werden, aber dafür auch 60-Stunden-Wochen zum kleinen Tarif geschoben werden und Wochenenden einfach nicht stattfinden. Schließlich bekommt man dafür auch einen "Traumurlaub". Und zwei Wochen Thailand für 50 Wochen Schuften kann man auch auf eigene Rechnung arrangieren und dafür mit den Leuten an die Ziele reisen, die nicht der Chef vorgibt.

» Gerbera » Beiträge: 10366 » Talkpoints: 3,75 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Da muss man aber seinen Chef schon sehr gern haben, wenn man mit ihm auch noch Urlaub machen will. Nein, danke kann ich da nur sagen. Arbeit ist Arbeit und Urlaub sollte auch Urlaub sein. Vor allem auch vom Chef und den Kollegen. Wenn ich auch gerne mal die Arbeitskollegen meines Mannes treffe, aber ich möchte mit niemanden von ihnen einen Urlaub verbringen. Die Interessen sind dann doch zu unterschiedlich, als dass man zwei bis drei Wochen zusammen verbringen will.

Und dann steht auch die Frage im Raum, was mit den Familien ist. Dürfen die mit, auch wenn sie vielleicht ihren Teil selbst zahlen müssen oder müssen sie zu Hause bleiben? Welche Familie macht das denn jedes Jahr mit? Bei meinem Mann wird einmal im Jahr eine Ausfahrt mit einer Übernachtung gemacht und schon da fahren die Familienväter kaum mit, weil Frau und Kinder zu Hause bleiben müssen.

» Punktedieb » Beiträge: 17176 » Talkpoints: 64,33 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



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