Mehr Sport machen, nachdem man ungesund gegessen hat?

vom 29.01.2017, 22:58 Uhr

Meine Freundin macht regelmäßig Sport. Sie hat sich vorgenommen, ein wenig abzunehmen, aber auch allgemein fitter zu werden. Bisher klappt das auch ganz gut, da sie wirklich regelmäßig trainiert und auch gesünder isst. Dennoch kommt es ab und an vor, dass sie gerade auf Festen doch mal etwas mehr oder auch sehr ungesund und fettig ist. Darauf möchte sie aber bewusst auch nicht verzichten. Sie meint, dass sie beim nächsten Mal einfach noch länger und mehr trainiert, um die zusätzlichen Kalorien wieder abzubauen.

Da sie in letzter Zeit nicht zugenommen hat, scheint diese Strategie wohl auch zu funktionieren. Macht ihr mehr Sport als sonst, wenn ihr mal besonders ungesund oder einfach besonders viel gegessen habt? Nehmt ihr euch das beim Essen auch schon direkt vor?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Wenn man gezielt Sport machen möchte um abzunehmen macht das so eventuell schon Sinn. Ich würde ein Leben aber ganz schlimm finden, wenn man immer darüber nachdenken muss, was man wann isst und wie viel Sport man dafür treiben muss. Ich esse anscheinend nicht so viel, dass ich immer wieder abnehmen muss, aber ich esse durchaus auch schon mal etwas mit vielen Kalorien und habe dann kein schlechtes Gewissen. Man kann sich auch nicht alles verbieten im Leben.

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» Ramones » Beiträge: 46509 » Talkpoints: 2,20 » Auszeichnung für 46000 Beiträge


Von einen Tag lang ungesund essen wird man genauso wenig dick, wie man von einen Tag lang gesund essen schlank wird. Ab und an mal mehr oder auch ungesund zu essen kann sogar den Stoffwechsel anregen.

Außerdem denkt sich der Körper ja nicht: "Oh, heute wurden 500cal mehr gegessen, die wandel ich mal sofort in Fett um." Man muss sich vor Augen führen, dass man ja nicht jeden Tag immer genau gleich viele Kalorien zu sich nimmt.

Und mal ganz ehrlich, wenn ich mal einen Tag lang "richtig rein haue" esse ich sicher mehr als 1.000cal über meinem täglichen Bedarf, da kommt man sehr schnell hin. Wenn ich mir jetzt überlege, wie viel Sport ich dafür auf einmal machen müsste, um das wieder auszugleichen. :shock: Dafür bin ich wohl zu faul. :lol:

» MiloLena » Beiträge: 58 » Talkpoints: 24,75 »



Ich empfinde das nicht als sehr sinnvoll. Natürlich verbrennt man mehr Kalorien wenn man mehr Sport macht. Jedoch sollte man sich auch gut überlegen ob man den Körper dann nicht über seine Belastungsgrenze hinaus belastet. Wenn man sich immer gesund ernährt und ansonsten auch regelmäßig Sport macht sind doch einmal die Woche oder ein paar mal im Monat sündigen kein Problem.

Ich baue in der Woche ganz bewusst einen sogenannten Cheatday ein. Also ich gönne mir an einem Tag alles worauf ich gerade Lust habe. Mal ist es nur ein Snickers, mal ein Eimer Ben&Jerrys, Haribo, Schokolade, Pommes und Marshmallows auf einmal. Aber danach mache ich nicht mehr Sport. Trotzdem nehme ich sehr kontinuierlich ab. Auch Profisportler raten zu diesem Cheatday oder Refeedday.

» Iyokawi » Beiträge: 9 » Talkpoints: 2,88 »



Ich finde diese "Schuld und Sühne"-Nummer, wenn es ums Essen geht, nach wie vor gruselig. Da wird sich mit enger Kleidung kasteit, um den Genuss wieder durch Unwohlsein wettzumachen, und jeder "ungesunde und fettige" Bissen wird wieder schwitzend abtrainiert. Schließlich kann frau sich ja schlecht eingestehen, dass das "ungesunde und fettige" Essen einfach nur eine Quelle von Genuss und auch Lebensfreude sein kann, und nicht nur eine Sünde, für die es Buße zu tun gilt.

Jedenfalls merke ich weder etwas von Freude am Essen noch von Freude am Sport. Und wenn Frau sich beispielsweise nicht sagen kann: Diese Weihnachtsgans war zwar ernährungsphysiologisch nicht unbedingt etwas für alle Tage, aber mega lecker und eine Freude für alle Sinne! Wieso ernährt sie sich dann nicht gleich rund ums Jahr "gesund" und freudlos? Dann erspart sie sich auch die Rennerei, um die Sünde wieder auszugleichen.

» Gerbera » Beiträge: 10360 » Talkpoints: 1,72 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Ich finde es generell eine heikle und nicht gerade gesunde Denkweise, wenn man Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch ständig miteinander vergleicht und Sport gezielt zur Kompensation von einem empfundenen „zu viel“ an Essen einsetzt. So etwas kann auch schneller als man denkt in eine Essstörung ausarten. Man ernährt sich eben ohne strikten Kalorienplan nicht konstant immer gleich, genauso wie auch der Tagesgrundbedarf von diversen Faktoren abhängig ist und schwankt.

Dass man an Feiertagen wie Weihnachten deutlich mehr isst als im regulären Alltag kommt genauso vor wie ein stressiger Arbeitstag, an dem die Mittagspause ausfallen muss und man abends einfach keine Energie mehr zum Kochen hat. Bei letzterem würde man ja auch nicht gleich seinen Sportkurs am Folgetag absagen, weil man zu wenig gegessen hat, oder?

Seltene Ausreißer nach oben und unten beeinflussen vielleicht kurzzeitig das Gewicht, wirken sich langfristig bei einem ansonsten ausgeglichenen Verhältnis von Nahrungsmenge und Bewegung aber kaum auf den Trend aus. Dass man sich ab und an auch mal ohne schlechtes Gewissen und Bewegungsdrang etwas leckeres gönnen kann, sollte eher positiv gewertet und nicht als „cheaten“ im Sinne von „etwas verbotenes tun“ aufgefasst werden.

» MaximumEntropy » Beiträge: 8373 » Talkpoints: 964,12 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


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