R. Kelly schuldig gesprochen - ein Zeichen oder nur PR?

vom 28.09.2021, 12:09 Uhr

Seit so vielen Jahren halten sich die Gerüchte um den einstigen Superstar R. Kelly in welchen er ein perfides Spiel um Macht, sexuellen Missbrauch an Minderjährige sowie die Unterdrückung der Frauen auslebt.

Nun haben aufgrund von vielen Aussagen seiner ehemaligen Mitarbeitern sowie den Opfern seine Taten offenbar vorerst Konsequenzen. Denn eine US-Jury hat den gefallenen Stars schuldig in allen Anklagepunkten gesprochen, was für ihn bedeuten könnte, dass er bis zu 20 Jahre im Gefängnis geht.

Selbstverständlich glauben seine R. Kelly Fans nichts von all dem, aber es lässt sich auch nicht wegdiskutieren, dass er einst die junge und mittlerweile verstorbene Künstlerin Aliyah illegal geheiratet hat, wo sie minderjährig war, was man ihm schon negativ andichten kann und seine Glaubwürdigkeit anzweifeln lässt.

Für viele ist R. Kelly derweil ein gefallener Star ähnlich wie Harvey Weinstein und gehört natürlich aus dem Verkehr gezogen, während seine Fans ganz einfach auf die gelogene PR-Maschine als Argument zurückgreifen.

Wir waren selbstverständlich nie dabei, aber was denkt Ihr denn von dem einstigen Superstar, seinen möglichen Machenschaften und welche Indizien für oder gar gegen ihn sprechen könnten? Seht Ihr da wirklich nur eine PR-Hetzkampagne oder eine wirkliche Schuld, die ein Urteil rechtfertigt?

Benutzeravatar

» Kätzchen14 » Beiträge: 5842 » Talkpoints: 12,27 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich verstehe den Begriff "PR" in diesem Zusammenhang nicht. PR bedeutet Öffentlichkeitsarbeit und öffentliche Kommunikation, aber um wessen Kommunikation soll es da überhaupt gehen? Wird die Kommunikation der Gerichte mit der Öffentlichkeit kritisiert? Oder die Kommunikation oder Opfer oder der Opferanwälte?

Wenn du die Berichterstattung in der Presse meinst, wäre "PR" auf jeden Fall das falsche Wort. Das wäre der Teil, der VOR der Berichterstattung kommt. Sprich, Berichte in der Presse basieren häufig auf öffentlicher Kommunikation. Aber auch dann würde ich nicht verstehen, was ein Schuldspruch damit zu tun haben sollte. Soll hier suggeriert werden, dass die Gerichte durch Pressemeldungen beeinflussbar sind?

Benutzeravatar

» Cloudy24 » Beiträge: 26475 » Talkpoints: 64,17 » Auszeichnung für 26000 Beiträge


Tatsächlich ist „PR“ vielleicht auch etwas unklug von mir übernommen worden, nachdem ich den Begriff heute zig mal gelesen habe. Allerdings vermuten wirklich viele, dass die Jury in den USA durchaus von der gesamten „PR“ so stand es in einigen Artikeln beeinflusst wurde, um dann aufgrund des großen Drucks nach Weinstein ein entsprechendes Urteil zu fällen.

In den USA heißt es ja immer, dass die Jury nichts von den Pressedingen mit in ihrem Urteil einfließen lassen darf usw., aber die Tatsache ist ja auch nicht von der Hand zu weisen, dass es wohl schwer ist, nicht im Vorfeld und während dessen sich anhand etlicher Reportagen eine gewisse Meinung im Vorfeld von dem Angeklagten zu bilden. Das kann ich wohl auch nicht von der Hand weisen und ich würde kaum einem Jury-Mitglied glauben, dass er dies nicht getan hätte.

Das ist es wohl auch, wieso speziell natürlich R. Kelly seine Fans der Ansicht sind, dass die Jury ohnehin nur voreingenommen durch die meist negativen Berichte in den Medien war. Vielleicht habe ich daher den Begriff der PR wirklich etwas falsch aufgeführt.

Benutzeravatar

» Kätzchen14 » Beiträge: 5842 » Talkpoints: 12,27 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich glaube, dass man wirkliche Unvoreingenommenheit von niemandem erwarten kann. Das Beste, was man erwarten kann ist, dass sich die Betreffenden bewusst sind, dass sie Aufgrund ihrer Sozialisierung, früher Erfahrungen, ihrem persönlichen Umfeld und so weiter voreingenommen sein könnten. Und natürlich, dass sie dann bereit sind ihre Meinung zu hinterfragen.

Was jetzt diesen Fall betrifft denke ich, dass wir es eher mit einem gesellschaftlichen Trend zu tun haben. Sexueller Missbrauch wird mehr thematisiert und die Opfer sind heute auch eher bereit sich zu äußern, dieses Stigma der Mitschuld ist weggefallen und damit auch die Scham der Opfer. Ich bin mir sicher, dass das die Rechtsprechung beeinflusst, auch völlig unabhängig von Prominenz und Presse.

Benutzeravatar

» Cloudy24 » Beiträge: 26475 » Talkpoints: 64,17 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^