Wohnungsangebote mit wenig Informationen merkwürdig?

vom 02.05.2016, 19:19 Uhr

Meine Freundin A entdeckte am Wochenende ein sehr interessantes Wohnungsangebot für sich und meldete sich daraufhin bei der Vermieterin, weil sie mehr Informationen darüber haben wollte. So gab es zum Beispiel keine Bilder von dem Haus oder der Wohnung, keinen Grundriss und keine Beschreibung der Lage. A wusste also nicht, ob Geschäfte des täglichen Bedarfs fußläufig erreichbar sind oder wie gut der Ausbau mit Bus und Bahn oder die Parkplatzsituation ist. Daher kontaktierte sie die Vermieterin, um diese Fragen zu klären, zumal auch keine Adresse angegeben war, um sich den Ort im Internet genauer anschauen zu können.

Die Vermieterin rief jedoch an und wollte dann für drei Stunden später einen sehr kurzfristigen Besichtigungstermin vereinbaren, für den es auch keine Alternativen gab. Auf Fragen zur Wohnung antwortete sie entweder schwammig oder ausweichend. Das fand A dann schon merkwürdig, denn ihrer Meinung nach findet man auf diese Weise keine Mieter. Findet ihr es merkwürdig, wenn Wohnungsangebote so wenig Informationen haben oder stört euch das nicht im geringsten?

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,56 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Was soll daran unüblich sein? Nur weil keine Bilder und keine weiteren Angaben gemacht worden sind, heißt es nicht automatisch das man keine Mieter findet. Gerade in Ballungszentren in denen Wohnungen knapp sind, findest du eine Menge Interessenten selbst wenn du nur angeben würdest "Wohnung zu vermieten" und keine weiteren Details, wie Größe, Kosten usw.

Diese Auskünfte werden auch nicht immer am Telefon oder auf eine Mailanfrage beantwortet sondern nur bei einem persönlichen Besichtigungstermin. Denn auch die Vermieter wollen nicht alles im Internet und Co preisgeben, da sich auch viele der Fotos und Daten bereichern und damit dann Fakeangebote erstellen, für die man erst bezahlen soll bevor man weitere Informationen bekommt. So blöd und naiv es sich anhört, es gibt viele hunderte die auf so etwas reinfallen. Denn wer schon Jahrelang nach einer Wohnung sucht, der klammert sich an jeden Strohhalm und wenn man dafür 25 Euro bezahlen muss um vielleicht eine Wohnung zu bekommen, dann tun das auch einige.

Du hast leider nicht dazu gesagt wo sie das Angebot gefunden hat. In Zeitungen ist es meistens knapp gehalten, denn dort zahlt man pro Zeile. Deswegen ist es dort nicht unüblich, dass nur die Größe der Wohnung, Zimmeranzahl und Miete dabei steht und ansonsten auch keine weitere Information gegeben ist. Es muss noch nicht einmal eine Telefonnummer angegeben werden, denn in größeren Städten könnten sich die Vermieter vor Anrufern gar nicht mehr retten. Daher wird gerne noch eine Chiffre Nummer angegeben, und dort dauert es halt einige Zeit bis die Angebote von der Zeitung zum Vermieter kommen. Daher können auch kurzfristige Termine zustande kommen.

Allgemein scheint deine Freundin A noch sehr viele Ansprüche an ihre Wohnung zu haben, daher auch die vielen Fragen usw. Sucht sie auch einmal 1-2 Jahre vergeblich nach einer Wohnung, dann schrumpfen auch diese Ansprüche und es wird egal ob man den Supermarkt zu Fuß erreichen kann in 5 Minuten oder ob man dafür 30 Minuten laufen muss. In Größeren Städten ist es übrigens inzwischen eher eine Ausnahme, dass ein Parkplatz mit zur Wohnung gehört und inbegriffen ist. Meistens kann man diesen zusätzlich anmieten oder man muss sich komplett selbst darum kümmern.

Ich habe mich bei meiner Wohnungssuche die über 2 Jahre gedauert hat nahezu auf jedes Inserat gemeldet. Dabei war mir egal ob nur wenige Informationen vorhanden waren oder eben viele. Die Fragen konnte man hinterher immer noch klären und auch die Wohnung absagen, aber wichtig ist es erst einmal einen Kontakt mit dem Vermieter zustande zu bekommen. Denn wegen der Masse die sich auf die Anzeigen gemeldet haben, hat man nicht immer eine Rückmeldung bekommen.

Die Rückmeldung auf eine Anzeige betrug etwa 35%, von diesen 35% habe ich gerade einmal 10% Besichtigungstermine bekommen, 5 Vermieter hätten einer Familie zugestimmt und uns als Mietern, davon haben wir zwei Wohnungen abgesagt da die Miete zu hoch war und bei den anderen drei Wohnungen hat sich der Vermieter in der Endrunde für jemand anderen entschieden. Ich habe etwa jeden Tag 10 Vermieter kontaktiert, Mittwochs und Samstags immer mehr da dort die neuen Anzeigen in der Zeitung geschaltet werden. Da kannst du dir mal überlegen wie viele ich angeschrieben habe, ich habe nur dafür ein extra Mailpostfach angelegt und darauf befinden sich 1400 Mails, dass es nach zwei Jahren mit einer Wohnung geklappt hat.

Vermieter können es sich ohne Probleme aussuchen wen sie als Mieter haben wollen und wem nicht, und wer halt weniger Arbeit macht und den Aufwand gering hält, der wird halt bevorzugt als jemand der alles im Detail wissen will und dann noch unflexibel vom Termin her ist. Was bringt es der Vermieterin ihr entsprechend alle Fragen am Telefon zu beantworten wenn sie ohnehin später nicht zur Besichtigung kommt, dass man sich dort persönlich kennenlernt? Alleine vom Telefon würde ich niemanden meine Wohnung vermieten, somit ist das ausfragen dann nur gestohlene Zeit. Und offenbar haben es genug andere geschafft sich für diesen Termin anzumelden, dass sich eine Besichtigung für die Vermieterin lohnt. Die Chance das dort bereits ein passender Mieter dabei ist, ist meistens sehr hoch.

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» Sorae » Beiträge: 19473 » Talkpoints: 10,53 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Ich denke auch, dass das Wohngebiet eine große Rolle spielt. In gefragten Gegenden und Studentenstädten ist es sicherlich auch möglich, eine Wohnung ohne Fotos und viele Informationen in der Anzeige zu vermieten. Es schreckt vielleicht eher in ländlichen Gebieten Interessenten ab. Dort ist es sicher schwieriger eine Wohnung zu vermieten und besser, wenn man da direkt viele Angaben in die Anzeige schreibt, um die Wohnung eben möglichst hervorheben zu können.

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» Nelchen » Beiträge: 32246 » Talkpoints: -0,17 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Man muss heute eigentlich keine Angaben mehr machen, die wirklich wichtig wären. Bilder interessieren nicht, sondern nur die Größe, vielleicht noch das Stadtviertel und gut ist, da rufen dennoch genug Leute an und melden sich. Früher hatte man das ja auch nicht, mit den Wohnungsanzeigen in der Zeitung. Da hat ja auch niemand nach Bildern gefragt oder nach näheren Angaben, sondern einfach angerufen.

Vermieter haben in heutiger Zeit eben ziemlich gute Karten und können sich genau den Mieter aussuchen, den sie haben wollen und der nach ihren Vorstellungen ist. Das bringt sie natürlich auch dazu möglichst wenig Aufwand damit haben zu wollen. Bilder kann man sich also sparen und genaue Angaben auch, weil sich dann noch mehr Menschen melden und es einfach so schon sehr viele sind.

Nach lange Suche ist es einem sicherlich auch recht egal, man möchte einfach nur unter kommen und da werden dann auch keine Leute mehr fragen, wie die Wohnung aussieht, sie sind verzweifelt. Das geht leider sehr vielen Menschen so, besonders in großen Städten und Studenten natürlich noch mehr als einem normalen Arbeiter. Die haben es ja eh schon schwer etwas zu finden und wenn du dann mit anderen besser verdienenden Menschen konkurrierst ist das nicht angenehm.

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» Ramones » Beiträge: 44246 » Talkpoints: 46,19 » Auszeichnung für 44000 Beiträge



Es gibt Vermieter, die Sparen grundsätzlich an allen. Keine Zeile zu viel bezahlen wollen, wenn es um die Annoncenschaltung geht über Einsparungen in der Instandsetzung und Infrastruktur der Immobilie bis hin zu Fehlern in irgendwelchen Abrechnungen. Ich finde schon, dass man aufgrund von Annoncen sehr oft und sehr gut erkennen kann, wie ein Vermieter gestrickt ist und seine Mieter behandelt, man muss nur zwischen den Zeilen lesen.

» Nebula » Beiträge: 2204 » Talkpoints: 24,94 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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