Wann und warum ruinieren Kinder das Liebesleben?

vom 21.05.2018, 07:25 Uhr

Ich las vor kurzem ein sehr interessantes Interview mit Ryan Reynols, der angab, dass seine beiden Kinder (3 Jahre und 1,5 Jahre) sein Liebesleben total ruiniert hätten. Denn früher hätte er seine Frau über alles geliebt und hätte für sie jederzeit eine Pistolenkugel mit seinem eigenen Körper aufgehalten. Mittlerweile hätte sich das aber insofern geändert, dass er ohne mit der Wimper zu zucken den Körper seiner Frau als menschlichen Schutzschild für seine Kinder einsetzen würde.

Nun weiß man natürlich nicht, wenn man so ein Interview liest, wie humorvoll oder ironisch so eine Aussage gemeint gewesen sein könnte. Was haltet ihr von dieser Aussage? Inwiefern beeinflussen oder "ruinieren" sogar das Liebesleben eines Paares? Liebt man die Kinder dann tatsächlich so viel mehr als den Partner oder die Partnerin? Oder hängt das mehr vom Alter der Kinder ab und je schutzloser und abhängiger die Kinder sind, desto wichtiger sind sie einem?

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,56 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich bin der Meinung, dass Kinder die Liebe an sich nicht zerstören, sondern verändern. Man lernt andere Arten seines Partners kennen und sieht ihn anders als nur den Partner, den man sonst kennengelernt hat. Natürlich hat man weniger Zeit als Paar, gerade mit kleinen Kindern, aber deswegen ist man ja dennoch nicht nur Eltern und wenn man dann nicht darauf achtet auch eine Beziehung zu haben, ist diese natürlich gefährdet.

Man muss sich die Zeit nehmen, die man als Paar verbringen kann und man hat davon eben weniger. Dennoch kann ich die Aussage an sich verstehen. Ich würde mich auch immer vor meine Eltern stellen und nicht vor meinen Partner, aber das hat nichts mit fehlender Liebe zu tun. Es ist doch natürlich die eigenen Kinder schützen zu wollen. Meine Liebe zu meinem Mann hat sich schon verändert, aber es ist nicht so, dass das weniger geworden ist oder die beiden unser Liebesleben ruiniert hätten, es ist einfach anders und ich würde behaupten auch schöner. Wir haben als Paar nämlich gelernt noch mehr miteinander zu reden und auch klarzumachen was uns wann wichtig ist.

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» Ramones » Beiträge: 43577 » Talkpoints: 70,45 » Auszeichnung für 43000 Beiträge


Ich habe davon auch gelesen und selber glaube ich auch, dass vieles auf der Strecke bleibt. Ich habe glücklicherweise keine Kinder, aber ich kriege es aus meinem Umfeld mit. Dort sind teilweise Beziehungen mit dem Eintreffen des Nachwuchses auf den man sich erst gefreut hat, kaputt gegangen. Sei es nach 10 Jahren Ehe, nach 20 Jahren oder erst nach 2 Jahren Beziehung. Immer war das Kind offenbar ein Auslöser.

Ich mag nicht beurteilen, ob es nur ein Auslöser oder der wichtige Grund war. Ich kann aber auch verstehen, dass sich gerade die Bindung zu Kind und Mutter normalerweise deutlich hervorhebt. Immerhin hat sie es geboren, was eine entsprechende Bindung darstellt. Dann braucht ein Säugling unter Umständen viel Aufmerksamkeit, schreit vielleicht auch mal hier und dort mehr, schreit nachts usw.

Da würde mein Liebesleben, wenn ich gerade gerne mehr als nur kuscheln hätte, auch auf der Strecke bleiben, wenn da ein kleiner Fratz mal schreit, dann wieder Ruhe gibt, wieder schreit usw. Da hätte ich irgendwann auch keine Lust und zwischen Tür und Angel wenn der kleine Mann da schlafen würde? Brauch ich auch nicht.

Einige streiten sich aber dann auch, weil sie nicht einer Meinung sind, was die Erziehung angeht und das kann natürlich auch ein Grund sein, wieso es am Ende nicht mehr zwischen beiden so läuft, wie man vielleicht möchte.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5594 » Talkpoints: 0,12 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Für mich sind Kinder in den meisten Fällen ein Lotteriespiel. An sich mäßig funktionierende Beziehungen können aufblühen, oder scheinbare "Traumpaare" innerhalb von wenigen Jahren an der zusätzlichen Belastung in die Knie gehen.

Da ich auch weder in die Seelen noch in die Schlafzimmer meiner Mitmenschen schauen kann und möchte, maße ich mir hier nur in den seltensten Fällen ein Urteil an. Jedenfalls stellen Kinder rein statistisch gesehen zumindest keine Garantie für ein tolles, romantisches, über Jahrzehnte anhaltendes Liebesleben dar.

Man schaue sich nur an, was Schwangerschaft und Geburt mit dem weiblichen Körper machen können. Und wenn das Kind dann da ist, war es das erst mal mit lautstarkem Vormittagssex am Wochenende, romantischen Ausflügen und kuscheligen Abenden auf der Couch.

Oder der organisatorische Aufwand ist verglichen mit früher zumindest erheblich höher. Und ja, ich weiß auch, Kinder werden größer, und kaum 10 Jahre später haben Mama und Papa wieder eine Chance darauf, ihre Beziehung zu pflegen. Nur übersteht eben nicht jedes "Liebesleben" eine derartige Dürreperiode.

» Gerbera » Beiträge: 9323 » Talkpoints: 4,59 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich bin der Meinung, dass Kinder die Liebe zueinander verändert, aber nicht zwangsmäßig ruiniert. Ich habe selbst zwei Kinder und ich kann mich noch genau daran erinnern, wie sie unser Leben verändert haben, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn. Es ist eine Umstellung, man hat plötzlich so viel Verantwortung für ein kleines, hilfloses Wesen.

In den ersten Jahren war das manchmal schon echt herausfordernd, vor allem mit Schlafmangel und Geschrei. Aber auch da haben mein Mann und ich immer versucht, uns bewusst füreinander, nur wir zwei, Zeit zu nehmen. Auch wenn das nur eine Stunde oder 15Minuten unter der Dusche waren, es hat uns trotzdem immer wieder zusammengebracht.

Jetzt sind unsere Kinder schon älter und da wird es dann auch wieder leichter. Jetzt können wir auch mal ein Wochenende alleine wegfahren oder auf Dates gehen. Ich glaube man muss ich wirklich immer wieder bewusst machen, warum man sich für seinen Partner entschieden hat und auch, warum man eigentlich Kinder wollte. Klar ist es nicht immer easy, aber am Ende lohnt es sich durchzuhalten. :)

» charlie538 » Beiträge: 15 » Talkpoints: 1,73 »


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