Zu Corona-Zeiten umziehen als fahrlässig betrachten?

vom 29.11.2020, 11:38 Uhr

In meinem Bekanntenkreis gibt es gleich drei Leute, die umziehen. Das ist ja zunächst nichts Verwerfliches, aber in deren Familie kommt dieses Verhalten zur Corona-Zeit eben überhaupt nicht gut an und sie halten es für grob fahrlässig, jetzt so viele Leute bei einem Umzug einzuspannen.

So ist Bekannte 1 gleich an drei Tagen mit stets unterschiedlichen Helfern a maximal fünf Personen zu Werke gewesen. Ihre Familie hat auch sofort gesagt, mindestens 10 Tage gibt es jetzt keinen persönlichen Kontakt, weil viele schwere Risikopatienten sind.

Während Bekannte 2 sich seit zwei Wochen im Umzug befindet und dort auch regelmäßig neue Leute samt einem Umzugsunternehmen, welches sich nicht schützte, zu gegen war. Bekannte 3 zieht immer mit denselben Leuten um, aber diese treffen sich eben privat natürlich auch mit anderen.

Doch in allen drei Fällen sind die Familien, die teilweise echt groß sind, wirklich erbost darüber. Sie empfinden das Verhalten als fahrlässig gegenüber jeden, der sich an Regeln hält, der auf Abstand achtet und sich eben nicht ständig mit neuen Leuten trifft.

Könnt Ihr die „Wut“ oder eher „Empörung“ der Familie gegenüber allen drei Bekannten verstehen oder findet Ihr es in der Tat sogar übertrieben? Oder seht Ihr es ähnlich, dass unnötige Umzüge derzeit zu vermeiden sind oder man lieber gleich allein umziehen sollte?

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5594 » Talkpoints: 0,12 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Die Frage ist ja auch ein bisschen: Musste umgezogen werden, oder war das eine freiwillige Entscheidung? Stand es schon lange vorher fest?

Ich persönlich musste z.B. im 1. Corona-Lockdown aus meiner Wohnung raus. Ich habe den Umzug mit so wenig Leuten wie möglich gestalteten entsprechend versucht auf Abstand zu achten.

Ich finde, wenn man nichts dafür kann (vom Vermieter aus raus muss) oder aber es schon lange feststand, ist das nicht verwerflich. Aber ich kann schon verstehen, dass die Familien sauer sind, wenn es viele Risikopatienten in den Familien gibt und dann bei den Umzügen Nichtmals auf Maske etc. geachtet wird. :wink:

» gesternwarsbesser » Beiträge: 11 » Talkpoints: 1,03 »


Definiere mal unnötigen Umzug. Was will zum Beispiel jemand machen, dessen Wohnung wegen Eigenbedarf oder gar lange geplanter Komplettsanierung gekündigt wurde? Je nach dem wo man wohnt, kann es sein, dass man wegen Abriss oder Rückbau umziehen muss.

Wir sind vor etwas über vier Jahren umgezogen. Was uns eine Ersparnis von rund 100 Euro im Monat bei der Miete gebracht hat. Das hätte ich wegen Corona mit Sicherheit auch nicht aufgeschoben. Einzig dass wir die Menge der Helfer enorm reduziert hätten, denn bei uns stand ein großer Teil der Arbeitskollegen meines Mannes da, um zu helfen.

» Punktedieb » Beiträge: 16877 » Talkpoints: 148,46 » Auszeichnung für 16000 Beiträge



Ich finde schon, dass es nicht hätte sein müssen. Es gibt einfach so Dinge, die sich vermeiden lassen und wenn da nicht gerade ein perfekter Grund besteht, wie zum Beispiel, dass man eine neue Stelle in einer anderen Stadt bekommen hat, dann kann ich so einen Umzug auch nicht gut heißen. Bei einen meiner Freunde war es auch so. Die haben ihren Umzug dann genau so geplant, dass es eigentlich nicht hätte sein müssen, aber sie wollten es eben und dann haben sie noch viele Leute eingespannt. Das ist nicht nett und verhindert auch nicht, dass man das in den Griff bekommen kann.

Kontakte reduzieren heißt es und wenn man dann zig Leute einspannt, dann ist das nicht gut und wenn man das hätte auch später machen können, dann ist es auch den Freunden gegenüber nicht fair, die da helfen und sich vielleicht mit etwas anstecken, was keiner haben will. Ich denke es ist auch machbar solche Dinge nach hinten zu schieben, auch wenn man vielleicht durch eine neue Wohnung Vorteile hätte.

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» Ramones » Beiträge: 43635 » Talkpoints: 5,34 » Auszeichnung für 43000 Beiträge



Na ja, ein Umzug ist ja keine touristische Reise. In den meisten Fällen kann man einen Umzug ja nicht ohne weiteres aufschieben, da er oft aus externen Gründen nötig ist. Entweder, der Mietvertrag läuft aus, oder man wird wegen Eigenbedarfs gekündigt, man erhält einen Job in einer anderen Stadt, etc, da gibt es viele Gründe. Warum muss man jetzt einen Wohnungswechsel als fahrlässig betrachten? Ich denke, die meisten Leute ziehen nicht einfach mal spaßeshalber um, sondern weil es konkrete Gründe dafür gibt.

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» lascar » Beiträge: 2910 » Talkpoints: 548,11 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Meine Freundin und ich sind auch während bzw. zu Beginn von Corona umgezogen. Und ich finde da erstmal auch nichts verwerfliches dran. Allerdings müssen es dann auch in solchen Zeiten nicht sein, dass man ständig unterschiedliche Helfer am Start hat. Bei uns haben jeweils unsere Eltern und ein Freund geholfen, mehr nicht, und auch nur für die schweren Möbel. Und dort haben wir auch versucht so gut es geht Abstand zu halten.
Den Rest des Umzugs haben wir alleine gemacht.

» weihnachtsbäckerei » Beiträge: 15 » Talkpoints: 1,05 »


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