Putzfrau die nur wenige Stunden in Woche kommt, sinnvoll?

vom 16.02.2018, 21:09 Uhr

Ich denke das jede Stunde zählt, die Frage ist doch nur was man erwartet. Als ich in der Ausbildung war, erholte sich meine Mutter noch von ihrem Unfall mit Feuer und heißem Wachs. Sie hatte vor allem an den Händen große Transplantationen und es dauerte Jahre, bis sich die Haut einigermaßen regenerierte. In dieser Zeit konnte sie quasi nichts im Haushalt machen, mein Vater arbeitete Vollzeit und kümmerte sich so gut es ging um den Garten, aber der Haushalt blieb an mir hängen.

Es gab ständig Streit deswegen, da meine Mutter eine sehr reinliche Person war und eine gewisse Sauberkeit bzw. bestimmte Putzabläufe erwartete, die ich nicht bereit war in vollen Umfang zu erfüllen. Das besserte sich schlagartig als wir eine Reinigungskraft einstellten, die lediglich zwei Stunden in der Woche zu uns kam. Wir putzten quasi gemeinschaftlich, ich kümmerte mich um das Staubwischen, Badreinigung, Aufräumen und die Wäsche, während sie ausschließlich staubsaugte und wischte.

Vor allem das Wischen war bei mir verhasst, da wir quasi im ganzen Haus helle Marmorfliesen hatten, bei denen es mit einmal Wischen nicht getan war, es musste nass gewischt werden und dann trocken nachpoliert werden. Die Treppen hätte ich am liebsten eigenhändig demontiert und etwas pflegeleichteres eingebaut. Für mich war es eine drastische Erleichterung, die den Frieden im Haus wieder herstellte und mir zusätzlich mehr Freizeit schenkte, die ich gerade als Teenager dringend beanspruchte. Aber auch für eine gestresste Mutter mit Kindern, Haushalt und Arbeit können zwei Stunden die Welt bedeuten, man kann das wirklich nicht pauschal abtun.

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» Pikalina » Beiträge: 765 » Talkpoints: 72,48 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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