Wann sinnvoll Klasse wegen Corona-Lockdown zu wiederholen?

vom 21.07.2020, 22:00 Uhr

Wegen dem Corona-Lockdown war dies ja ein ganz besonderes Schuljahr. Der Lernstoff musste im zweiten Halbjahr auf ganz andere Art und Weise erlernt werden und Notenbildung war gar nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt möglich. Aus diesem Grund wurde ja auch beschlossen, dass grundsätzlich kein Kind durchfallen kann und den Schülern durch Referate & Co. die Verbesserung der Zeugnisnote ermöglicht werden muss. Das Vorrücken ist also so gut wie für jeden Schüler möglich gewesen bzw. sogar mehr oder weniger gewährleistet worden.

Im Gegenzug dazu ist es allerdings auch allen Schülern möglich, die jetzige Klasse ein zweites Mal zu machen bzw. freiwillig zu wiederholen, ohne dass es im Schulsystem als "durchgefallen" gewertet wird. Da für unsere Tochter das 1. Halbjahr der 7. Klasse im Französisch-Zweig alles andere als gut verlief, haben wir nun gemeinsam mit ihr beschlossen, dass sie die 7. Klasse noch einmal freiwillig macht und dafür auch den Zweig wechselt. Sie wird also im September noch einmal in die 7. Klasse gehen - in den Zweig Werken & Gestalten. Da das Erreichen des Klassenzieles bei ihr so gut wie sicher war, hat ihr der Corona-Lockdown sozusagen jetzt einen "Joker" beschert..

Ich habe inzwischen aber auch schon mitbekommen dass es da zwei Eltern-Lager gibt. Zum einen gibt es da Eltern die nicht wahrhaben wollen, dass eine Wiederholung der Klasse ihrem Kind gut tun würde und die mit aller Gewalt das Vorrücken befürworten. Und dann gibt es da die Eltern, deren Kinder sich voll ins Home-Schooling reingehängt haben um das Klassenziel zu erreichen und jetzt von ihren Eltern mehr oder weniger trotzdem dazu angehalten werden die Klasse zu wiederholen, aus Angst das Kind könnte doch zu viel verpasst haben und würde dann in zwei / drei Jahren nicht den optimalen Notendurchschnitt in der Abschlussprüfung erreichen.

Wann bzw. wieso haltet ihr das Wiederholen der Klasse im diesjährigen Schuljahr sinnvoll? Wie habt ihr das mit eurem Kind geregelt? Habt ihr euch dabei nur am entstandenen Notenbild orientiert oder auch den aktuellen Wissensstand und die Lernbereitschaft im Corona-Lockdown bei der Entscheidung berücksichtigt?

» EngelmitHerz » Beiträge: 3047 » Talkpoints: 46,13 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich habe noch kein schulpflichtiges Kind und bin da auch super froh darum gewesen. Ich habe es bei meinem Neffen und meiner Nichte gesehen, dass das absolut nicht immer einfach umsetzbar war und dennoch hat es für die beiden geklappt, aber eben auch weil man sich die Zeit nehmen konnte und das dürfte in vielen Familien, aufgrund der Arbeitssituation nicht der Fall gewesen sein. Ich finde es ehrlich gesagt sehr schwer da nun für jedes Kind die passende Lösung zu finden, damit kein Kind auf der Strecke bleibt.

Sitzenbleiben ist an sich vielleicht ja auch nicht so schlimm, allerdings kann man ja auch rechnen als Personaler und da muss man dann immer darüber reden und das ist vielleicht nicht so angenehm, außerdem ist da ein bestehender Klassenverband, alles nicht so leicht für ein Kind und das würden viele Eltern sicherlich dem Kind gerne ersparen.

Außerdem kennt es jeder, manche Sachen fallen einem leichter und andere eben schwerer und wenn man dann in dem Schuljahr gerade eine Sache hatte, die einem nicht so leicht gefallen ist, macht das vielleicht auch den falschen Eindruck. Wegen einem Fach würde ich nicht die Klasse wiederholen lassen, wenn es nicht katastrophal aussieht. Ehrlich gesagt würde ich auch darauf bestehen, dass man sich mit einer Sprache auseinandersetzt, da mir der zweite Zweig in deinem Fall eher dazu bewegt mich zu fragen, was man damit auf dem Zeugnis anfangen will.

Ich glaube in deinem Fall hätte ich nicht so einfach aufgegeben. Französisch ist eine Sprache, die eine Weile braucht um zu begeistern, das habe ich selber erlebt und empfinde sie auch heute noch als nicht ganz so leicht, aber mit so etwas muss man ja auch umgehen lernen. Du kennst deine Tochter aber am besten und wenn das die für sie richtige Lösung ist, dann ist das auch okay.

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» Ramones » Beiträge: 46686 » Talkpoints: 7,06 » Auszeichnung für 46000 Beiträge


Ramones hat geschrieben:Ich glaube in deinem Fall hätte ich nicht so einfach aufgegeben. Französisch ist eine Sprache, die eine Weile braucht um zu begeistern, das habe ich selber erlebt und empfinde sie auch heute noch als nicht ganz so leicht, aber mit so etwas muss man ja auch umgehen lernen. Du kennst deine Tochter aber am besten und wenn das die für sie richtige Lösung ist, dann ist das auch okay.

Stimmt Französisch zu können ist mit Sicherheit nicht schlecht, allerdings in unserem Fall wirklich keine Option mehr. Sie hat Französisch nur gewählt weil ihre Freundinnen das auch genommen haben. Meine Tochter lernt allerdings nicht gerne und hat schon mit Englisch und dem Vokabeln pauken ihre Probleme. Ihre Aussprache wäre super, aber sie hat keine Lust aufs Vokabel lernen und auf die Grammatik schon gleich dreimal net. Ihr beruflichen Interessen gehen in Richtung Erzieherin, Floristin oder Konditorin, also alles gestalterisch orientiert. Von dem her passt der neue Zweig schon ganz gut denk ich. Ich zwinge ihr da nichts auf was sie sowieso nicht möchte.

» EngelmitHerz » Beiträge: 3047 » Talkpoints: 46,13 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Wenn Französisch das Problem ist und wenn sie die Sprache damit los wird und praktisch noch mal von vorne anfangen kann dann würde ich das doch machen. Ja, Fremdsprachen sind wichtig und Französisch ist eine total schöne Sprache, aber wer sagt denn, dass man die unbedingt in der Schulzeit lernen muss?

Es ist ja nicht so, dass man seine Fähigkeit Sprachen zu lernen verliert sobald man den Abschluss in der Tasche hat. Wenn man sich mit 30 denkt, dass man in der Schulzeit die falsche Entscheidung getroffen hat, lädt man sich halt eine App runter und meldet sich bei einem Volkshochschulkurs an.

Ich habe auch erst richtig gut Französisch gelernt seit ich an der französischen Grenze lebe und französische Kollegen und Kunden habe und ich kenne genug Leute, die nicht die tolle, geradlinige Schulkarriere hingelegt haben und heute trotzdem einen guten Job haben.

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» Cloudy24 » Beiträge: 26843 » Talkpoints: 155,11 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



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