Entsorgt ihr kleinere Obstreste auch mal in der Natur?

vom 28.06.2020, 18:24 Uhr

Wenn wir Picknick machen, oder Brotzeit am Weiher, oder auch mal eine Wanderung in der Natur dann haben wir oft Obst wie Äpfel oder Birnen mit dabei. Schon in meiner Kindheit war es so, dass wir das Apfel- oder Birnengehäuse oder auch einmal eine Schale von der Wassermelone einfach in den nächsten Busch geworfen haben.

Unserer Meinung nach war es logisch, dass diese kleinen Obstreste schnell verrotten. Jetzt habe ich allerdings erfahren dass man damit streng genommen eine Ordnungswidrigkeit begeht, weil dies als Abfallentsorgung gilt. Grund hierfür sei, dass viele Obstsorten mit Pestiziden und Spritzmitteln belastet sind.

Habt ihr Obstabfälle bisher auch in der Natur entsorgt oder war euch die Ordnungswidrigkeit bewusst? Wie handhabt ihr das, schmeißt ihr dann Obstreste in die aufgestellten Restmülleimer oder nehmt ihr diese wieder mit nach Hause?

» EngelmitHerz » Beiträge: 2066 » Talkpoints: 26,57 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Natürlich habe ich das schon gemacht. Alleine, wenn ich im Weinberg oder bei Spaziergängen mal Obst vom Wegesrand gepflückt und gesnackt habe, ist manchmal ein Stängel, ein Kern oder ähnliches an Abfall angefallen, was ich dann sicher nicht nach Hause mitgenommen habe. Dabei handelte es sich ja sowieso um Teile der Natur, die an Ort und Stelle verblieben sind.

Allerdings habe ich auch schon Apfelkerngehäuse, Wassermelonenkerne und Co einfach auf eine Wiese oder in einen Busch geworfen. Mir erscheinen diese Dinge biologisch abbaubar und verhältnismäßig wenig gefährdet, einen ernstzunehmenden Schaden am Ökosystem anzurichten. Auch war mir der strafbare Aspekt bisher nicht bewusst.

Jetzt, wo ich weiß, dass das eine Ordnungswidrigkeit darstellt, werde ich aber darauf achten, die entsprechenden Obstabfälle einfach vorher zuhause schon zu entfernen oder in ein Taschentuch zu wickeln und im nächsten Mülleimer zu entsorgen.

» MaximumEntropy » Beiträge: 7372 » Talkpoints: 906,24 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Wenn die Umweltbelastung offiziell als gering genug eingestuft wird, dass das Obst für den menschlichen Verzehr freigegeben wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass das Gras vergilbt oder der See "umkippt", wenn der Apfelbutzen in der Natur verrottet. Diese Argumentation erscheint mir schwächlich und unlogisch, dass Obst in der Natur mehr Schaden anrichten soll als in meinem Magen.

Und was ist mit Streuobstwiesen oder dem ein oder anderen Obstbaum in der freien Natur? Da liegt das Fallobst auch oft kiloweise in der Gegend herum und wird nicht entsorgt, sondern dem natürlichen Kreislauf überlassen. Amseln beispielsweise picken gerne an überreifen Äpfeln herum, und auch sonst verkommt wohl so schnell nichts Biologisches im Wald oder auf der Wiese.

Von daher kann ich es wohl auch in Zukunft mit meinem Gewissen vereinbaren, den ein oder anderen kompostierbaren Rest irgendwo im Gebüsch zu versenken. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass es in Parks und an typischen Ausflugszielen, wo sich auch mal Hunderte von Menschen drängeln, kritisch wird mit dem Kompost, weil so schnell ein paar Zentner biologisch abbaubare Bananenschalen und ähnliches zusammenkommen, die gammeln und müffeln und nicht so schnell verrotten, wie Nachschub hinterhergeworfen wird. Da würde ich meinen Biomüll auch brav ordnungsgemäß entsorgen.

Aber wenn ich mutterseelenallein durch den Wald spaziere oder den Feldweg entlangschlendere, kann ich mir nicht vorstellen, dass mein abgeknabberter Apfel schlechter für die Umwelt ist als die ganze Hundekacke oder der Bauer auf dem Feld nebenan, der das Maisfeld spritzt.

» Gerbera » Beiträge: 9010 » Talkpoints: 4,72 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Dass die Entsorgung von Obstresten tatsächlich eine Ordnungswidrigkeit ist, welche mit einer Geldbuße bestraft wird wusste ich auch nicht. Anscheinend betrifft dies nicht nur Parkanlagen sondern auch beliebte Wanderwege in den Bergen etc. Ich kann mir schon auch vorstellen, dass es durchaus zum Problem werden kann wenn hunderte von Wanderern ihre "Bioabfälle" in der Natur entsorgen.

Ich habe mir bisher ehrlich gesagt auch noch keine großen Gedanken darüber gemacht. Wenn ich Obst gegessen habe dann habe ich den Apfelbutzen etc. auch einfach in die nächste Wiese oder Büsche geschmissen. Im Endeffekt kann ich mir auch nicht vorstellen dass dieser Apfel-Obstrest der Natur nachhaltig schadet. Gerade Bananenschalen oder Schalen anderer exotischer Früchte sollen allerdings tatsächlich längere Zeit benötigen um zu kompostieren. Da sollte man es sich vielleicht zweimal überlegen ob man diese nicht lieber in einen Mülleimer wirft oder wieder mit nach Hause nimmt.

» Huibuu » Beiträge: 212 » Talkpoints: 30,13 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Wenn ich alleine im Wald unterwegs bin, werde ich Obstreste einfach an den Wegesrand. Sie werden ja von Tieren schnell vertilgt und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Tiere oder Pflanzen davon geschädigt werden. Die Himbeeren, Blaubeeren und Brombeeren im Wald verrotten ja auch dort beziehungsweise werden von Wespen und Ameisen verwertet.

In Parks und auf stark frequentierten Wegen in den Bergen ist das etwas anderes. Wenn in Parks oder auf Bergwegen jeder sein Obst wegwirft, sieht das nicht schön aus und lockt zudem die Wespen an. Ich entscheide immer je nach Größe und Art des Obstrestes, ob es ins Gebüsch kommt oder nicht.

Orangenschalen würde ich nicht wegwerfen, weil sie im Allgemeinen stark gespritzt sind und man sie ja unter anderem auch deswegen nicht verzehrt. Die würde ich selbst nicht in den Wald werfen. Aber bei Apfelbutzen hätte ich im Wald keine Bedenken. Apfelstiele und Weintraubenstiele werfe ich ohne schlechtes Gewissen auch in Parks einfach an den Wegesrand. Die sieht man ja gar nicht zwischen den vielen Steinchen und Stöckchen.

» blümchen » Beiträge: 1019 » Talkpoints: 8,21 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


So etwas mache ich eigentlich nur mit dem Rest vom Apfel und ich denke dass das biologisch auch durchaus vertretbar ist, da bei uns in der Natur ja auch Apfelbäume stehen und da auch mal Äpfel nach unten fallen. Ansonsten würde ich andere Obstsorten vielleicht einfach klein schneiden und das mitnehmen oder meine Schale wieder mitnehmen. Eine Melone oder Orange, die vielleicht auch gespritzt sind, würde ich nicht in die Natur schmeißen. Wobei man deswegen sicherlich auch nicht im Wald eine Strafe zu erwarten hat. Gehört habe ich das zumindest nicht.

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» Ramones » Beiträge: 42074 » Talkpoints: 19,04 » Auszeichnung für 42000 Beiträge


Wenn ich mit meinen Jungs in den Park gehe oder am Berg wandern dann kommt es schon auch mal vor, dass wir Apfelreste in die Natur werfen. Äpfel kommen idealerweise aus der Region und übrig bleibt da sowieso maximal der Strunk - dieser verrottet schnell, wenn er nicht ohnehin davor schon von Tieren gefressen wird. Bei der Banane verhält es sich wiederum ganz anders: die Schalen von Tropenfrüchten verrotten zwar auch, brauchen in unserem Klima aber viel länger. Auf einer konventionellen Banane und in vielen anderen Obstsorten finden sich auch sehr wahrscheinlich Pestizide und Spritzmittel, da sollte man doch darauf achten einen Mistkübel in der Nähe zu finden oder vorsorglich Säckchen für die Reste mitzunehmen. Ist schnell erledigt und somit tun wir der Natur und denen, die dort leben, etwas Gutes. :)

» fragdenapotheker » Beiträge: 3 » Talkpoints: 0,38 »



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